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Liveblog zum Ukraine-Krieg – alle Entwicklungen Bei Referenden in besetzten Gebieten: Selenski droht mit Abbruch von Gesprächen – Streit um AKW Saporischschja geht weiter

Ukraine: Russland bringt weiter Technik nach Belarus +++ Frachter „Razoni“ kommt nicht Sonntag im Libanon an +++ Großbritannien: Russland hat seit Kriegsbeginn sechs Kommandeure entlassen +++ Der Newsblog.
07.08.2022 Update: 07.08.2022 - 22:25 Uhr 1111 Kommentare
Russland-News
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Stefan Kaufmann
Das sind die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Stunden:
  • Britischer Lagebericht: Russland hat seit Kriegsbeginn sechs Kommandeure entlassen
  • Der Getreidefrachter „Razoni" wird nicht wie erwartet an diesem Sonntag im Libanon ankommen.
  • Vier weitere Frachter konnten ukrainische Häfen in Richtung Türkei verlassen. 
  • Ukrainische Armee in Donezk unter Druck: Heftige Kämpfe um die strategisch wichtige Kleinstadt Bachmut.  
  • Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs zufolge verlegt Russland weiter Kriegstechnik ins benachbarte Belarus. 

So berichtet das Handelsblatt über den Ukrainekrieg:
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Anne Schwedt
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat ihren umstrittenen Bericht zur Kriegsführung der ukrainischen Armee verteidigt und zugleich ihr Bedauern über dessen Auswirkungen erklärt. „Amnesty International bedauert tief den Schmerz und Ärger, den unsere Pressemeldung über die Kampftaktiken des ukrainische Militärs ausgelöst hat“, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Statement der Organisation am Sonntag. Amnesty hält dabei an den wichtigsten Erkenntnissen des Berichts fest.

In dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht hatte Amnesty der ukrainischen Armee vorgeworfen, sich in Wohnvierteln zu verschanzen und damit Zivilisten unnötig in Gefahr zu bringen. Die Leiterin der ukrainischen Filiale von Amnesty, Oxanna Pokaltschuk, trat daraufhin aus Protest zurück. „Mit dem Ziel, Zivilisten zu schützen, ist diese Studie stattdessen zu einem Werkzeug der russischen Propaganda geworden“, warf sie ihren Kollegen vor. Kiew kritisierte, die Nichtregierungsorganisation habe durch den Fokus auf Verfehlungen der Armee des angegriffenen Landes eine Täter-Opfer-Verkehrung betrieben.

„Obwohl wir voll zu unseren Erkenntnissen stehen, bedauern wir den entstandenen Schmerz und wollen ein paar entscheidende Punkte klar stellen“, teilte Amnesty International nun mit. So habe die Organisation an 19 verschiedenen Orten ukrainische Verstöße gegen das Kriegsrecht festgestellt. Dies rechtfertige aber nicht die russischen Kriegsverbrechen. „Russland ist allein für die Übergriffe verantwortlich, die es gegenüber ukrainischen Zivilisten begangen hat“, hieß es weiter. Amnesty habe diese Verbrechen in den vergangenen Monaten mehrfach thematisiert.

In Russlands Staatsmedien, die über mutmaßliche Straftaten durch russische Soldaten in der Ukraine kaum berichteten, war der Amnesty-Bericht zu den Verstößen der ukrainischen Armee ausführlich behandelt worden.
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Anne Schwedt
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat angesichts schwerer Kämpfe im Donbass seinen Landsleuten neue Waffenlieferungen angedeutet. „Nächste Woche erwarten wir Neuigkeiten von Partnern bezüglich der Hilfspakete. Gute Nachrichten!“, sagte Selenski am Sonntag in seiner täglichen Videoansprache. Schlüssel der erfolgreichen Verteidigung seien nach wie vor Waffenlieferungen aus dem Westen, mahnte er.

Nach Angaben Selenskis toben die härtesten Kämpfe im Donbass. Die Lage dort bleibe schwierig. Die Verteidigung von Orten wie „Awdijiwka, Pisky, Marjinka und Bachmut erfordern unsere Hauptanstrengung und leider viele Leben“, konstatierte er.

Zudem erneuerte er seine Vorwürfe an Russland, das Atomkraftwerk Saporischschja beschossen zu haben. Darauf müsse eine „prinzipielle Antwort der Weltgemeinschaft“ erfolgen, forderte er. Das Kraftwerk war am Sonntag erneut unter Feuer geraten. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Schuld für den Beschuss. Die Internationale Atombehörde fordert von beiden Seiten, internationalen Atomexperten den ungehinderten Zugang zu der Anlage zu ermöglichen.
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Robert Laubach
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski droht Russland mit einem endgültigen Abbruch von Gesprächen, wenn Russland eine Annexion weiterer ukrainischer Gebiete vorantreibe. Selenski bezieht sich in seiner Videoansprache auf die von russischer Seite angekündigten Referenden in besetzten Gebieten über einen Anschluss an Russland. „Wenn die Besatzer den Weg der Pseudo-Referenden fortsetzen, beenden sie jede Gesprächsmöglichkeit mit der Ukraine und der freien Welt“, sagt Selenski.

In den ersten Wochen nach der russischen Invasion im Februar hatten sich Delegationen beider Seiten wiederholt zu Gesprächen getroffen, die seit Ende März aber nicht fortgesetzt wurden. Russland hatte bereits 2014 die Krim annektiert und sich dabei auf ein international nicht anerkanntes Referendum berufen.
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Anna Kipnis
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage haben sich Moskau und Kiew gegenseitig den Beschuss des südukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja vorgeworfen. Die ukrainische Armee habe in der Nacht zum Sonntag eine Rakete auf das AKW-Gelände abgefeuert, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Besatzungsverwaltung der Stadt Enerhodar, in der das Kraftwerk liegt. Die ukrainische Atombehörde Enerhoatom hingegen beschuldigte die Russen, das unter ihrer Kontrolle stehende Gelände selbst beschossen zu haben.

Bei dem Angriff wurden demnach ein Lager für abgebrannten Kernbrennstoff getroffen sowie Sensoren zur Strahlenmessung beschädigt. Enerhoatom berichtete zudem, kurz vor der Explosion hätten sich Hunderte Mitglieder der russischen Besatzung in Bunkern versteckt. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Südukrainisches Kraftwerk Saporischschja
Südukrainisches Kraftwerk Saporischschja   Bild: dpa

Erst am vergangenen Freitag hatten sich Moskau und Kiew gegenseitig für den Beschuss von Europas größtem Atomkraftwerk verantwortlich gemacht. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) drängte daraufhin einmal mehr auf Zugang zu der Anlage, die die Russen im Zuge des seit fast einem halben Jahr andauernden Kriegs besetzt haben. 
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Stefan Kaufmann
Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor fast einem halben Jahr ist nach britischen Informationen wohl ein halbes Dutzend hochrangiger russischer Militärs entlassen worden. 

Die schlechte Leistung der Streitkräfte während der Invasion sei für die russische Militärführung kostspielig gewesen, was höchstwahrscheinlich zur Entlassung von mindestens sechs Kommandeuren geführt habe, teilte das britische Verteidigungsministerium am Sonntag in seinem regelmäßigen Geheimdienst-Update mit. Unter anderem General Alexander Dwornikow sei abgesetzt worden, nachdem er das Gesamtkommando über die Operation in der Ukraine erhalten habe.

Hinzu kämen mindestens zehn russische Generäle, die in der Ukraine auf dem Schlachtfeld getötet worden seien, schrieben die Briten weiter. Insgesamt habe all dies wahrscheinlich zu Russlands taktischen und operativen Schwierigkeiten bei dem Angriffskrieg beigetragen.
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Anna Kipnis
Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs zufolge verlegt Russland weiter Kriegstechnik ins benachbarte Belarus. Unter anderem im Grenzbereich zum westukrainischen Gebiet Wolhynien würden auf belarussischem Gebiet zusätzliche Kräfte und Ausrüstung zur Luftverteidigung stationiert, teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Unabhängig überprüfen ließ sich das zunächst nicht.

Die frühere Sowjetrepublik Belarus ist zwar nie offiziell mit in Russlands Krieg eingestiegen. Der autoritäre Machthaber Alexander Lukaschenko hat aber bereits kurz nach Beginn der Invasion Ende Februar eingeräumt, dass von belarussischem Staatsgebiet russische Raketen in Richtung Ukraine abgefeuert wurden.
Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko
Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko   Bild: Imago
Lukaschenko gilt als enger Partner von Kremlchef Wladimir Putin. Ins Ausland geflohene belarussische Oppositionelle beschuldigen Lukaschenkos Machtapparat der Kollaboration.
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Aylin Dülger
Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft prüft fast 26.000 Fälle von Kriegsverbrechen seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar. 135 Menschen seien angeklagt worden, sagt der Chef der Abteilung für Kriegsverbrechen, Jurij Bilousow, im Interview mit Reuters. Von den Angeklagten befänden sich 15 in Gewahrsam in der Ukraine, die anderen 120 seien flüchtig. 13 Fälle seien an die Gerichte verwiesen worden. In sieben Fällen seien Urteile ergangen. „Manchmal werden wir gefragt, warum wir Soldaten mit so niedrigen Rängen verfolgen. Das liegt schlicht daran, dass sie hier sind. Wären die Generäle hier und wir wären in der Lage, sie zu fassen, würden wir auf jeden Fall Generäle belangen."
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Olga Scheer
Bei einem russischen Angriff auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben des Staatskonzerns Energoatom am Samstagabend ein Mitarbeiter verletzt worden. Das Gelände des Zwischenlagers, in dem 174 Behälter mit abgebrannten Brennelementen im Freien stehen, sei mit Raketen getroffen worden, teilt der Betreiber auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Das AKW ist das größte in Europa und wurde zu Beginn des Krieges von russischen Truppen unter Kontrolle gebracht. Der Betrieb läuft dank ukrainischer Techniker. Bereits am Freitag trafen Granaten eine Hochspannungsleitung auf dem AKW-Gelände. Der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, sprach am Samstag wegen des Beschusses vom Risiko einer atomaren Katastrophe.
Artilleriebeschuss trifft Atomkraftwerk Saporischschja
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Anna Kipnis
Putin und Erdogan wollen Kooperationen vertiefen
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Olga Scheer
Getreidelieferungen: Zweiter ukrainischer Schiffskonvoi ausgelaufen
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Stefan Kaufmann
Der Getreidefrachter „Razoni", der als erstes Schiff nach dem Abkommen zwischen der Ukraine und Russland einen ukrainischen Hafen verlassen hat, wird nicht wie erwartet an diesem Sonntag im Libanon ankommen. Das teilt die dortige ukrainische Botschaft auf Anfrage mit. Die „Razoni" hatte den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa am Montag verlassen und sollte an diesem Sonntag in Tripoli im Norden des Libanons festmachen. Der Frachter habe Verspätung, teilt die ukrainische Botschaft mit, nennt aber keine Einzelheiten. 

Schifffahrtsdaten auf MarineTraffic.com zeigen die „Razoni" am Sonntagmorgen vor der türkischen Küste. Der Frachter hat rund 26.500 Tonnen Getreide geladen.
Getreidefrachte Razoni
Getreidefrachte Razoni   Bild: dpa
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Stefan Kaufmann
Ein zweiter Konvoi von mit Agrargütern beladenen Frachtern ist nach ukrainischen Angaben ausgelaufen. Infrastrukturminister Olexandr Kubrakow twittert, dass vier Schiffe im Rahmen des von der Türkei und den Vereinten Nationen mit Russland vereinbarten Rahmenabkommens ukrainische Häfen am Schwarzen Meer verlassen hätten. Es handele sich um die Frachter „Mustafa Necati", „Star Helena", „Glory" und „Riva Wind". Sie hätten insgesamt fast 170.000 Tonnen Getreide geladen.
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Stefan Kaufmann
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski würdigt die Erfolge der Streitkräfte seines Landes in dieser Woche. Sie hätten „starke Ergebnisse" bei der Zerstörung russischer logistischer Ausrüstung und Stellungen im rückwärtigen Raum erzielt, sagt Selenski in seiner Videoansprache in der Nacht zu Sonntag.

„Jeder Schlag gegen die Munitionsdepots des Feindes, auf seine Kommandoposten und auf Lager russischer Ausrüstung rettet uns allen das Leben, das Leben des ukrainischen Militärs und der Zivilbevölkerung."
Wolodimir Selenski
Wolodimir Selenski   Bild: dpa
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Anna Kipnis
Papst Franziskus hat das Ende der Hafenblockade in der Ukraine und die ersten Getreideausfuhren begrüßt. Dies zeige, „dass es möglich ist, einen Dialog zu führen und konkrete Ergebnisse zu erzielen, die allen zugute kommen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Vergangene Woche war nach einer monatelangen Blockade erstmals wieder ein Schiff mit Getreide aus der Ukraine ausgelaufen. Vier weitere Frachter legten am Wochenende laut türkischen Angaben ab.

Der Papst sieht in der Entwicklung ein „Zeichen der Hoffnung“, wie er sagte. „Und ich hoffe von Herzen, dass wir auf diesem Weg die Kämpfe beenden und einen gerechten, dauerhaften Frieden erreichen können.“
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Stefan Kaufmann
Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben russische Truppen Dutzende Städte an der Frontlinie im Osten beschossen. Sie versuchten, in sechs verschiedenen Gebieten in der Region Donezk anzugreifen, teilt das ukrainische Militär am späten Samstagabend mit. Es sei den Angreifern aber nicht gelungen, Boden gutzumachen. Das hätten die ukrainischen Streitkräfte verhindert. Reuters kann solche Angaben über die Entwicklung der Kämpfe nicht unabhängig bestätigten.
handelsblatt_de
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Leonie Tabea Natzel
Ukrainische Landwirte stehen trotz der Wiederaufnahme der Getreideexporte über das Schwarze Meer unter starkem Druck. In diesem Jahr würden absehbar nur rund 20 Millionen Tonnen Weizen geerntet, etwa zwei Drittel des Ertrags im Vorjahr vor Beginn des russischen Angriffskriegs, sagte der ukrainische Vize-Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag). „Bislang sind mindestens 20 Landwirte bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen, weil sie über Minen gefahren sind“, beschrieb er. Zudem seien trotz gestiegener Weltmarktpreise die Erzeugerpreise für Weizen dramatisch gesunken.

„Wir müssten monatlich sechs Millionen Tonnen Getreide exportieren“, sagte der stellvertretende Agrarminister weiter. Ende Juli hatten Russland und die Ukraine mit der Türkei und den Vereinten Nationen ein Abkommen zur Getreide-Ausfuhr über die bis dahin durch den Krieg blockierten ukrainischen Schwarzmeer-Häfen vereinbart. „Wir hoffen, dass unsere internationalen Partner darauf achten, dass alle Vereinbarungen eingehalten werden“, sagte Wyssozkyj. „Grundsätzlich bin ich aufgrund des Abkommens aber optimistischer als noch im März.“

Die ertragreichsten Getreideanbau-Gebiete der Ukraine befinden sich in den Kriegsregionen. Die Ukraine wirft Russland immer wieder vor, Getreide aus besetzten Gebieten zu stehlen. Experten zufolge ist der Grund für den erwarteten Rückgang der Ernte allerdings nicht nur das Kriegsgeschehen sowie etwa Minen oder Verunreinigungen auf den Feldern, sondern vor allem auch die Trockenheit in diesem Jahr.

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Leonie Tabea Natzel
Nach dem Abkommen zur Wiederaufnahme von Getreideexporten auf dem Seeweg ist erstmals ein ausländischer Frachter in der Ukraine eingetroffen. Der unter der Flagge von Barbados fahrende Fulmar S habe im Schwarzmeerhafen von Tschornomorsk angelegt und solle mit Getreide beladen werden, teilte Infrastrukturminister Olexander Kubrakow am Samstag mit. Es handle sich um das erste unter ausländischer Flagge fahrende Frachtschiff seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar.

Unter Federführung der Türkei und der Vereinten Nationen hatten Russland und die Ukraine im Juli den Weg für eine Wiederaufnahme der Getreideexporte über das Schwarze Meer freigemacht. Beide Länder standen bis Februar für fast ein Drittel der weltweiten Weizenexporte.
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Leonie Tabea Natzel
Das erste Frachtschiff mit ukrainischem Getreide seit Kriegsbeginn legt später als erwartet im Libanon an. Die für diesen Sonntag geplante Ankunft des Schiffes „Razoni“ sei abgesagt worden, berichtete die ARD am Samstagabend unter Berufung auf den ukrainischen Botschafter im Libanon. Zu den Gründen wurden keine Angaben gemacht. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf eine Quelle der Hafenverwaltung im nordlibanesischen Tripoli, der Frachter werde dort am Dienstag anlegen - er habe seine Route geändert.
Das Frachtschiff wurde in Istanbul am 3. August inspiziert, bevor es seinen Weg in Richtung Libanon fortsetzte. 
Das Frachtschiff wurde in Istanbul am 3. August inspiziert, bevor es seinen Weg in Richtung Libanon fortsetzte.    Bild: AP
Anfang der Woche war nach mehrmonatiger russischer Seeblockade der erste Getreidefrachter - mit 26.000 Tonnen Mais an Bord - aus einem ukrainischen Schwarzmeerhafen gestartet. Die „Razoni“ ist nach erfolgreicher Fahrt durch den zwischen den Kriegsparteien vereinbarten Korridor im Schwarzen Meer und einer Inspektion am Bosporus unter anderem durch türkische und russische Experten auf dem Weg nach Libanon.

Die Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte gilt als wichtig für die Stabilisierung der Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt. Vorerst will Kiew aus Sicherheitsgründen allerdings täglich nur drei Schiffe entsenden.
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Leonie Tabea Natzel
Ein Schiff mit 33.000 Tonnen Mais aus der Ukraine hat am Samstag nach einer internationalen Kontrolle in Istanbul die Erlaubnis zur Weiterfahrt erhalten. Der Frachter durfte damit die Meerenge Bosporus ins Mittelmeer passieren, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte. Es ist der zweite Getreidefrachter, seit unter Vermittlung der Türkei ein internationales Abkommen über ukrainische Ausfuhren über das Schwarze Meer erzielt wurde. Zwei weitere Schiffe werden in Kürze erwartet.
Präsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte unterdessen, dass die Türkei fortan russische Gaslieferungen in Rubel bezahlen und auch das russische Zahlungssystem Mir stärker nutzen werde. Ein neuer Plan zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit werde als „Machtquelle zwischen der Türkei und Russland in finanziellen Angelegenheiten“ dienen, sagte Erdogan laut Nachrichtenagentur Anadolu auf seinem Rückflug aus der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi. Dort war er am Freitag mit Präsident Wladimir Putin zusammengetroffen. Die Nutzung des Mir-Zahlungssystems werde auch russischen Touristen den Aufenthalt in der Türkei erleichtern, sagte Erdogan weiter.

Die Türkei ist Mitgliedsstaat des westlichen Verteidigungsbündnisses Nato und zugleich ein enger Partner Russlands, das seit Ende Februar einen Angriffskrieg gegen sein Nachbarland Ukraine führt. Ankara und Moskau verbinden zahlreiche strategische Interessen. Zugleich stützen die Länder unterschiedliche Seiten in Konflikten wie in Syrien, Libyen oder in Berg-Karabach, ohne direkt gegeneinander vorzugehen.
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Leonie Tabea Natzel
Der Beschuss des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja bei den Kämpfen russischer und ukrainischer Truppen alarmiert die Internationale Atomenergie-Organisation. IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi warnte am Samstag vor der Gefahr einer Nuklearkatastrophe, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus bedrohen könne. Angesichts der Ereignisse vom Freitag sei er „äußerst besorgt“. 

Jegliche militärische Feuerkraft, die auf die Anlage gerichtet ist oder von ihr ausgeht, wäre ein Spiel mit dem Feuer, mit möglichen katastrophalen Folgen.

Rafael Grossi, Generaldirektor IAEO

Das erklärte Grossi. Eine Gefährdung der Sicherheit von Saporischschja müsse „um jeden Preis“ vermieden werden.

Europas größtes Atomkraftwerk war im März von der russischen Armee besetzt worden, wird aber weiterhin von dem ukrainischen Staatskonzern Energoatom und dessen Belegschaft betrieben. Die Ukraine und die USA beschuldigen Russland, das Kernkraftwerk als Schutzschild zu missbrauchen. Russland weist dies zurück.

Am Freitag nahm Energoatom einen der sechs Reaktoren vom Netz, nachdem eine für den Betrieb wichtige Hochspannungsleitung durch Artilleriebeschuss beschädigt worden war. Die Ukraine und Russland wiesen sich gegenseitig die Verantwortung für den Beschuss zu und beschuldigten einander, eine Nuklearkatastrophe zu riskieren. Nach Angaben von Energoatom trat keine Radioaktivität aus.

Energoatom und die IAEO, die an die Vereinten Nationen (UN) berichtet, hatten bereits wiederholt eine Beeinträchtigung der Betriebssicherheit von Saporischschja durch militärische Handlungen beklagt. So war der Zugang der IAEO zu Fernüberwachungssystemen mehrmals unterbrochen worden. Zu Zeiten der Sowjetunion hatte sich im ukrainischen Tschernobyl 1986 die bisher folgenschwerste Katastrophe in einem Kernkraftwerk ereignet.
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Leonard Frick
Ein Schiff mit 33.000 Tonnen Mais aus der Ukraine ist am Samstag zur Inspektion in Istanbul eingetroffen. Dies teilte das türkische Verteidigungsministerium auf Twitter mit. Es ist der zweite Getreidefrachter, seit unter Vermittlung der Türkei ein internationales Abkommen über ukrainische Ausfuhren über das Schwarze Meer erzielt wurde. Zwei weitere Schiffe werden in Kürze erwartet.

Präsident Recep Tayyip Erdogan bestätigte unterdessen, dass die Türkei fortan russische Gaslieferungen in Rubel bezahlen und auch das russische Zahlungssystem Mir stärker nutzen werde. Ein neuer Plan zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit werde als „Machtquelle zwischen der Türkei und Russland in finanziellen Angelegenheiten“ dienen, sagte Erdogan laut Nachrichtenagentur Anadolu auf seinem Rückflug aus der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi. 
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Alisa Swoboda
Nach dem Beschuss des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja besteht weiter erhöhte Brand- und Strahlungsgefahr. „Das Atomkraftwerk Saporischschja arbeitet mit dem Risiko einer Verletzung der Normen für Strahlen- und Brandschutz“, teilte die staatliche ukrainische Atombehörde Enerhoatom am Samstag auf ihrem Telegram-Kanal mit. Beide Kriegsparteien machen sich gegenseitig für den Angriff auf die Anlage verantwortlich.

Durch den Beschuss am Vortag seien eine Stickstoffanlage und ein Hilfskorpus des Kraftwerks beschädigt worden. „Es bleibt das Risiko, dass Wasserstoff austritt und sich radioaktive Teilchen verteilen, auch die Brandgefahr ist hoch“, berichtete Enerhoatom. Das ukrainische Kraftwerkspersonal versuche, auch unter diesen Bedingungen die atomare Sicherheit der Anlage zu gewährleisten. Die Bedrohung aufgrund der Besetzung des Kraftwerks durch russische Truppen bleibe allerdings hoch.

Derweil berichtete das kremlkritische Internetmedium „The Insider“ über eine mögliche Verminung des Kraftwerks. Auf einem Video, das zu Wochenbeginn gedreht worden sein soll, sind russische Militärlaster zu sehen, die auf das Fabrikgelände fahren und dort Güter abladen. Einer der Lkw fährt dabei in den Maschinenraum der Anlage. Laut „The Insider“ wurde entweder das Kraftwerk selbst oder das Gelände darum herum vermint.
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Alisa Swoboda
Das russische Militär hat nach eigenen Angaben mit Luft- und Artillerieschlägen fast 600 ukrainische Soldaten getötet. „Nahe der Ortschaft Bilohirka im Gebiet Cherson wurden durch Luftschläge und Artilleriefeuer der zeitweise Standort der 46. ukrainischen Luftsturmbrigade getroffen“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag. Mehr als 400 „Nationalisten“ seien getötet worden. Daneben seien durch Raketenangriffe an der Front in Cherson mehr als 70 weitere Soldaten getötet und 150 verletzt worden. Bei Raketenangriffen im Gebiet Dnipropetrowsk seien mehr als 80 „ausländische Söldner“ gestorben.

Konaschenkow berichtete zudem über die Vernichtung mehrerer Artilleriesysteme der Ukraine. So sei eine Batterie von „Olcha“- und Himars-Raketenwerfern zerstört worden. Himars sind präzise US-Mehrfachraketenwerfer mit hoher Reichweite. Moskau hat schon in der Vergangenheit mehrfach die Außergefechtsetzung dieser Waffensysteme gemeldet. Kiew und Washington dementierten dies dann später. Auch für den aktuellen Bericht Konaschenkows gibt es keine unabhängige Bestätigung.
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Alisa Swoboda
Der Krieg in der Ukraine steht nach Einschätzung des britischen Militärgeheimdienstes unmittelbar vor einer neuen Phase. Die meisten Kämpfe verlagerten sich demnach an eine fast 350 Kilometer lange Front, die sich im Südwesten parallel zum Dnipro von der Gegend um Saporischschija bis nach Cherson erstreckt. Das teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag auf Twitter aus dem jüngsten Geheimdienstbericht mit. Russische Streitkräfte versammelten sich den Erkenntnissen zufolge nahezu mit Sicherheit im Süden der Ukraine. Dort erwarteten sie eine ukrainische Gegenoffensive oder seien in Vorbereitung eines möglichen eigenen Angriffes.

Noch immer zögen lange russische Konvois aus Militärlastwagen, Panzern und Artillerie vom Donbass im Osten der Ukraine in Richtung Südwesten, hieß es in dem Geheimdienstbericht. Taktische Bataillone, die 800 bis 1000 Soldaten umfassen, seien auf der Halbinsel Krim stationiert worden und würden sehr wahrscheinlich die russischen Truppen in Cherson unterstützen. Die Region liegt der 2014 von Russland annektierten Krim gegenüber auf dem ukrainischen Festland.

Die ukrainischen Streitkräfte wiederum konzentrieren ihre Angriffe nach britischen Angaben auf Brücken, Munitionsdepots und Eisenbahnverbindungen im Süden. Darunter sei auch der strategisch wichtige Eisenbahnanschluss, der Cherson mit der Krim verbindet. Die ukrainischen Angriffe kämen in immer kürzeren Abständen.
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Alisa Swoboda
Die russischen Truppen attackieren nach Angaben aus Kiew mit aller Härte Bachmut, einen Eckpfeiler des Verteidigungssystems rund um den letzten von Ukrainern gehaltenen Ballungsraum im Donbass. „Der Feind führt einen Angriff auf Bachmut durch, die Kämpfe halten an“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Samstag mit. Die prorussischen Rebellen hatten am Vortag vermeldet, es gebe Gefechte bereits innerhalb des Stadtgebiets. Unabhängig können die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden.
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Leonie Tabea Natzel
Die SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken hat Altkanzler Gerhard Schröder für seine Äußerungen über eine angebliche Verhandlungsbereitschaft von Russlands Präsident Wladimir Putin im Ukrainekrieg scharf kritisiert. „Gerhard Schröder agiert nicht als Ex-Kanzler, sondern als Geschäftsmann, und so sollten wir seine Äußerungen auch interpretieren“, sagte Esken den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Mit allem, was er tut und sagt, handelt er im eigenen Interesse und in dem seiner Geschäftspartner.“

Schröder steht seit langem wegen seiner Nähe zu Putin und zur russischen Öl- und Gaswirtschaft in der Kritik. Auch nach der russischen Invasion in die Ukraine im Februar hat er sich nach Auffassung auch vieler SPD-Genossen nicht ausreichend von Russland distanziert.
Bei einem Treffen im Jahr 2000: Ex-Bundeskanzler Schröder (r.) steht Russlands Präsident Wladimir Putin seit langem nahe.
Bei einem Treffen im Jahr 2000: Ex-Bundeskanzler Schröder (r.) steht Russlands Präsident Wladimir Putin seit langem nahe.   Bild: imago images / photothek
Ende Juli war der Altkanzler erneut zu Besuch bei Putin in Moskau und gab anschließend dem Magazin „Stern“ sowie den Sendern RTL und ntv ein Interview, in dem er mit Blick auf den Ukrainekrieg behauptete: „Die gute Nachricht heißt: Der Kreml will eine Verhandlungslösung.“ Diese und andere Äußerungen in dem Interview stießen in Deutschland parteiübergreifend, aber auch international auf massive Kritik.

Eine Entscheidung zum Parteiordnungsverfahren der SPD gegen Schröder soll am kommenden Montag feststehen. Zuständig ist die Schiedskommission des SPD-Unterbezirks Region Hannover. Die rechtlichen Hürden für eine Parteistrafe oder gar einen Ausschluss sind allerdings sehr hoch. Esken sagte dazu: „Es liegen zahlreiche Anträge dazu vor, und das Parteiordnungsverfahren läuft. Wie das ausgeht, hängt nicht von meiner Meinung ab, das ist eine juristische Frage.“ Die SPD-Chefin selbst hatte Schröder bereits im April den Parteiaustritt nahegelegt.
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Leonie Tabea Natzel
Rund 21.000 ukrainische Schulabgänger und Studierende wollen eine Hochschule in Deutschland besuchen. Das sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter-André Alt, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit Blick auf das bis Juni geäußerte Studieninteresse. Hinzu kämen noch 10.000 Studierende, die aus der Ukraine geflohen seien, jedoch keine ukrainische Staatsbürgerschaft haben. Vor Beginn des Kriegs galt die Ukraine als beliebter Studienort, gerade für junge Menschen aus ärmeren Ländern.

„Die Zahlen sind allerdings volatil, weil es nicht ganz einfach ist, verlässlich zu erfassen, wie viele Studierende und Studienberechtigte aus der Ukraine sich tatsächlich in Deutschland aufhalten“, betonte Alt. Das habe auch damit zu tun, dass einige Studierende bereits in die Ukraine zurückgekehrt seien.

„Die meisten ukrainischen Geflüchteten verfügen über gute Voraussetzungen für ein Studium, sowohl was die Formalia, wie etwa wichtige Dokumente, als auch die Qualifikation angeht“, sagte der HRK-Präsident den Zeitungen. 
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Leonie Tabea Natzel
Die Verbraucher in Deutschland müssen aus Sicht der Bundesnetzagentur deutlich mehr Energie sparen, um eine Gasmangellage im Winter abzuwenden. Behördenchef Klaus Müller sagte der Zeitung „Welt am Sonntag“, die Reduktion der Gaslieferungen aus Russland auf nur noch 20 Prozent der vereinbarten Menge habe zur Folge, dass sich der Mangel nur noch in zwei Best-Case-Szenarien verhindern lasse. „Für diese Szenarien müssen die Verbraucher aber mindestens 20 Prozent einsparen - also viel mehr als bislang“, sagte Müller.

In allen anderen Szenarien droht schon im Dezember eine Gasmangellage oder wir weisen am Ende der kommenden Heizperiode niedrige Speicherfüllstände auf.

Klaus Müller, Präsident Bundesnetzagentur

Zusätzlich zu den Einsparungen müssten auch die Durchleitungen von Gas an Nachbarländer um 20 Prozent reduziert werden, außerdem benötige man 10 bis 15 Gigawattstunden Gas aus anderen Ländern. „Wenn wir nicht kräftig sparen und kein zusätzliches Gas bekommen, haben wir ein Problem“, sagte Müller. Private Haushalte seien im Fall einer Gasmangellage nicht vor verordneten Einschränkungen geschützt. Grundsätzlich seien auch Verordnungen denkbar, die nur noch das Beheizen einzelner Räume erlaubten. „Ich will über nichts spekulieren, weil wir diese Diskussionen noch führen“, sagte Müller. „Ich will aber deutlich sagen: Um Arbeitsplätze zu sichern, halte ich Sparmaßnahmen für private Haushalte, solange sie nicht den geschützten, lebensnotwendigen Bereich berühren, für legitim.“

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke schloss Müller nicht aus. Es gebe Herausforderungen, die Kohlekraftwerke mit Kohle zu versorgen, und eine besondere Situation in Frankreich, wo man auf deutschen Strom angewiesen ist. „Außerdem sehen wir mit Sorge, dass viele Menschen sich strombetriebene Heizlüfter kaufen“, sagte Müller. „Das ist eine wahnsinnig teure Idee, weil es selbst bei den aktuell astronomisch hohen Gaspreisen noch 50 Prozent teurer ist, mit Strom zu heizen als mit Gas.“
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Leonie Tabea Natzel
Nach dem Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski Sanktionen gegen Russlands Nuklearindustrie gefordert. „Wer nukleare Bedrohungen für andere Völker schafft, ist definitiv nicht in der Lage, Nukleartechnologie sicher einzusetzen“, sagte Selenski in seiner Videoansprache in der Nacht zum Samstag. Konkret forderte er etwa Strafmaßnahmen gegen den russischen Staatskonzern Rosatom.

Kiew und Moskau hatten sich am Freitag gegenseitig den Beschuss von Europas größtem Atomkraftwerk in der von Russland besetzten Stadt Enerhodar vorgeworfen. Die Ukraine warf Russlands Truppen vor, das Akw-Gelände selbst angegriffen zu haben. Selenski sprach von einem „Akt des Terrorismus“.
Bild: Reuters
Das Verteidigungsministerium in Moskau hingegen machte ukrainische Soldaten für den Beschuss verantwortlich und teilte mit, ein Kraftwerksblock habe teilweise abgeschaltet werden müssen. Zudem sei in Enerhodar die Strom- und Wasserversorgung in einigen Bezirken ausgefallen.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich die Internationale Atomenergiebehörde IAEA besorgt gezeigt angesichts der Lage um das Kraftwerk im Süden der Ukraine. Eine Inspektion zur Prüfung der technischen Sicherheit sei dringend erforderlich, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi. Aber es sei momentan sehr schwierig für die IAEA, überhaupt ins Kriegsgebiet nach Saporischschja zu kommen.
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Leonie Tabea Natzel
Die USA wollen nach Angaben von Insidern die Ukraine mit einem weiteren militärischen Hilfspaket im Volumen von voraussichtlich einer Milliarde Dollar unterstützen. Das Paket solle Munition für Langstreckenwaffen sowie gepanzerte Sanitätsfahrzeuge umfassen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es beinhalte bisherigen Planungen zufolge Munition für die Raketensysteme Himars und Nasams. Die offizielle Bekanntgabe sei für Montag vorgesehen. US-Präsident Joe Biden habe das Vorhaben noch nicht unterzeichnet.
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      1111 Kommentare zu "Liveblog zum Ukraine-Krieg – alle Entwicklungen: Bei Referenden in besetzten Gebieten: Selenski droht mit Abbruch von Gesprächen – Streit um AKW Saporischschja geht weiter"

      Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

      • "Drei weitere Getreide-Schiffe verlassen ukrainische Häfen"
        Es freut mich, dass sich die beiden streitenden Brüder Putin und Selenski mit externer Hilfe auf ein wichtiges soziales Projekt einigen konnten. Lob an allen Beteiligten!

      • @Herr Andreas Felsch
        Wenn ich mir die von Ihnen geforderten 10 Minuten Zeit nehme, komme ich aber zu einem anderen Ergebnis: Die Nato - USA haben Jahrzehnte provoziert und seit kurzer Zeit auch Deutschland - Die Grün*INNEN, das war eskalierend. Russland ist auch kein Waisenknabe ebenso wenig wie die Ukraine. Dass die EU sich in einem Bruderstreit einmischt, halte ich für dumm. Noch dümmer sind die Sanktionen.
        Aber Ihre Meinung respektiere ich und wäre wohl glücklicher, wenn diese auch meine sein könnte - mainstream Meinungen zu vertreten ist sehr viel einfacher!

      • Soso, unsere Kreml-Tröten sprechen der UA jetzt schon das Einfordern völkerrechtlicher Normen ab (Zitat: "...(völker)rechtlich "Recht" haben und "Recht" bekommen sind bekanntlich zwei unterschiedliche Dinge....").
        Mit anderen Worten: über Jahrhunderte, unter blutigsten Verlusten über mehrere (Welt-)Kriege gewonnener menschheitsgeschichtlicher Reifegrad in Form des seit einigen Jahrzehnten manifestierten Völkerrechts (welches übrigens auch die damalige Sowjetunion "unterschrieben" hat), wird mittlerweile in seiner Daseinsberechtigung angezweifelt.
        Ist das die nächste Stufe, die der Welt aus RU droht (der Rückfall in eine anarchistische, dystrophische Welt, in der ausschließlich die Macht des Stärkeren gilt)?

        Alle Erfahrungen der letzten Jahrhunderte, alle Opfer werden quasi in die Tonne geworfen, weil ein paar Narzissten im Kreml jegliche Bodenhaftung und Realitätssinn verloren haben, denen der Tod von zig tausenden (in Kürze reden wir von hunderttausenden) Menschen völlig egal ist, deren Propaganda von einer Handvoll Propaganda-Endlosschleifen-Prediger immer und immer wieder in die Öffentlichkeit geblasen werden?

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        Andererseits könnte man auch die These vertreten: das, was wir gerade in RU sehen, ist der Untergang einer Diktatur. Wie jede Diktatur fängt auch diese an, in der Verzweiflung des Überlebenskampfes auf das Pferd Nationalismus und äußere Feinde zusetzen - um von den inneren Problemen abzulenken. Klappt immer. Wenn nur die Kollateralschäden nicht wären: röm. Reich, Franco-Diktatur, Nazi-Deutschland und jetzt Russland.

        In diesem Kontext empfehle ich das Essay von Thomas Hanke vom verg. Wochenende:
        https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/essay-zeit-der-pruefungen-deutschland-muss-gegen-putins-brutalitaet-zusammenhalten/28556710.html

        Darüber sollte sich ein jeder in dieser Gesellschaft doch nochmal ein paar Gedanken machen und genau überlegen, was ist uns für die Zukunft wichtig ist!
        Das sind 10 Minuten sehr gut in die Zukunft investierte Zeit - fast egal, zu welchem Ergebnis man kommt.
        Aber dann sollte keiner mehr sagen: ich habs nicht gewusst!

      • Was will Selenskyj bei Xi Jing Ping erreichen? Eine Einflussnahme auf Russland zum Rückzug aus der Ukraine?
        Bestenfalls könnte ihm geraten werden, mit Putin zu verhandeln. Solange Selenskyj von seinen Maximalforderungen nicht Abstand nimmt und verbal von Russland dagegen gehalten wird erscheinen Verhandlungen zwecklos; (völker)rechtlich "Recht" haben und "Recht" bekommen sind bekanntlich zwei unterschiedliche Dinge.

      • Ich schalte sofort das TV-Programm um wenn ich Politiker unter 30 Jahren ins. mit abgebrochenem Studium und / oder jeglicher Berufserfahrung im öffentlich-rechtlichem Bezahlfernsehen vorgesetzt bekomme.

      • Edzard Reuter, früherer Daimler-Manager, hat über Gerhard Schröder alles gesagt. Ich frage mich immer wieder, weshalb man Politiker mit einem Alter über 65 Jahren überhaupt noch anhört? Wenn bspw. Wolfgang Schäuble und Angela Merkel im Fernsehen auftauchen, schalte ich sofort um.

      • Die Welt schaut nun gespannt auf Taiwan, China und die USA. Was sich da wohl zusammenbraut? Das wäre eine Gelegenheit, aus dem Russlandkonflikt etwas Dampf abzulassen - vielleicht sogar im Interesse der Amerikaner, wenn sie es auch nicht zugeben würden. Dann hätte man eine Front weniger. Es wäre auch eine Gelegenheit für die EU und D etwas mehr eigene Politik zu wagen. Es wird auch immer wieder auf Gesichtswahrung und Gesichtsverlust verwiesen. Der Schein muss gewahrt bleiben. Adenauer soll mal gesagt haben, als man ihm irgendwas vorgehalten hat: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Und noch etwas: In Kriegszeiten bleibt die sog. Decarbonisierung auf der Strecke. Vielleicht nicht bei uns in Deutschland, weil wir im Winter nichtmehr heizen können. Dafür bekommen Chinesen und Inder, aber auch andere Länder Erdöl und Kohle zum Vorzugspreis und verbrauchen mehr. Selbst Saudi-Arabien soll von den Russen Erdöl kaufen. Nur in Friedenszeiten haben wir eine Chance, auf dem Gebiet weiterzukommen. Ähnlich verhält es sich mit der weltweiten Ernährungssituation.

      • Lösung: Nordstream 1 wird "aus technischen Gründen" dicht gemacht und Nordstream 2 - neu, fertiggestellt und betriebsbereit - wird aufgemacht?
        Den Amis gegenüber kann man dann behaupten, dass nur die alte, durch den Krieg in der Ukraine gefährdete Leitung stillgelegt wurde... und Seleskyj kann ohne Rücksicht auf die Gasleitung mit militärischer Unterstützung des Westens seine Offensive fortsetzen.
        Wenn die Ukraine Getreide ins Ausland liefern darf - warum nicht im Gegenzug Gas aus Russland nach Deutschland?

      • Die Amerikaner haben früher schon mal unverhohlen angedroht, NS2 zu zerstören, falls sie ans Netz geht. Und einheimische Lokalpolitiker wurden mit Sanktionen der USA überschüttet, schon vergessen ? Genau deshalb wurde ja damals diese "Umweltgesellschaft" gegründet, um diese zu umgehen.

        Also, NS2 wird niemals ans Netz gehen, liebe Mitforisten.

        Hier mal noch ein interessanter Artikel aus dem Handelsblatt von vor etwas länger als einem Jahr über NS2. So sahen es alle damals.

        https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-nord-stream-2-immer-neue-sanktionen-treffen-den-exportorientierten-deutschen-mittelstand/26902236.html

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