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Lou Jiwei Fondschef soll Chinas nächster Finanzminister werden

Der Chef des chinesischen Staatsfonds CIC könnte einen der Top-Posten in der Volksrepublik bekommen. Lou Jiwei hat beste Chancen, nächster chinesischer Finanzminister zu werden. Was hinter dem Fondsmanager steckt.
10.01.2012 - 14:06 Uhr Kommentieren
Lou Jiwei, Chef des Staatsfonds „China Investment Corporation“ (CIC). Quelle: Bloomberg

Lou Jiwei, Chef des Staatsfonds „China Investment Corporation“ (CIC).

(Foto: Bloomberg)

Peking Lou Jiwei werde zurücktreten und ins Finanzministerium wechseln, sagten zwei mit der politischen Führung vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Dort werde der 61-Jährige den Amtsinhaber Xie Xuren ablösen. Der genaue Zeitpunkt sei noch unklar, könne aber Anfang Oktober erfolgen. Die Personalie ist Teil eines breiteren Austauschs in der Führungsriege der Kommunistischen Partei. Am Ende soll die Machtübergabe von Präsident Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao an eine jüngere Generation stehen.

Das Finanzministerium steht vor einigen Herausforderungen. Derzeit versucht es, den Schuldenberg der Regionalregierungen in Höhe von 1,7 Billionen Dollar in den Griff zu bekommen. Der CIC wollte sich zu der Personalie nicht äußern. Das Finanzministerium war zunächst nicht erreichbar.

Fondschef Lou Jiwei hatte in seinem Leben schon völlig verschiedene Berufe: Er war Matrose in der Südchinaflotte, hat Informatik studiert, als Wirtschaftsplaner die Fünfjahrespläne mitgeschrieben und in Schanghai die kapitalistische Öffnung der Wirtschaft organisiert. Mut und Urteilsvermögen, die er als Seemann und als Reformvordenker bewiesen hat, qualifizieren ihn auch für seinen derzeitigen Job. Lou verwaltet rund 410 Milliarden Euro des chinesischen Volksvermögens in dem Staatsfonds China Investment Corporation (CIC). Der Fonds soll nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters um einen mittleren zweistelligen Milliardenbetrag aufgestockt werden, um vor allem in Europa auf Einkaufstour zu gehen. Zudem sollen zwei neue Fonds gegründet werden, die zusammen auf rund 300 Milliarden Dollar kommen sollen.

China ist weltweit einer der Anleger mit den tiefsten Taschen. Was die Exportindustrie des Landes an Devisen erwirtschaftet, bleibt zum größeren Teil als investierbares Kapital bei der Zentralbank zurück - das ist eine Nebenwirkung der chinesischen Finanzkontrollen. Inzwischen haben sich auf diese Weise rund 2,7 Billionen Euro angesammelt. Einen Teil davon hat die Regierung vor vier Jahren für die Anwendung in einem Staatsfonds freigegeben.

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    Für den Chefposten war Lou vorgesehen, damals gerade Vize-Finanzminister. Lou gilt als flexibel und zupackend, ein echter Macher und Strippenzieher, der sich nicht so leicht aufhalten lässt. Am Heiligen Abend ist der kommunistische Geldmanager 61 Jahre alt geworden, doch an einem frühen Ruhestand liegt ihm nicht - zu sehr reizt ihn die Aufgabe beim Staatsfonds.

    Lou ist Karrierebeamter
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