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Luftangriffe auf Gaza „Nur wer Glück hat, überlebt“

Die Menschen in Gaza sind die Leidtragenden der neuen Konfrontation zwischen Israel und der Hamas. Anders als die Bevölkerung in Israel sind sie den heftigen Luftangriffen schutzlos ausgeliefert.
09.07.2014 - 20:11 Uhr
Ein palästinensischer Junge in den Trümmern von Beit Hanoun, Nord-Gaza. Es toben die heftigsten Kämpfe seit November 2012. Quelle: ap

Ein palästinensischer Junge in den Trümmern von Beit Hanoun, Nord-Gaza. Es toben die heftigsten Kämpfe seit November 2012.

(Foto: ap)

Gaza/Tel Aviv Der ohrenbetäubende Lärm der israelischen Luftangriffe vermischt sich mit dem Ruf des Muezzin zum Ramadan-Morgengebet. Die Menschen im Rimal-Viertel in der Stadt Gaza haben gerade ihr Frühstück hinter sich, als am Mittwoch eine Serie heftiger Explosionen die Nachbarschaft erschüttert. Ausgerechnet im heiligen Fastenmonat, eigentlich eine besonders festliche Zeit für Muslime, erlebt der Gazastreifen erneut ein tragisches Blutvergießen. Stündlich gibt es Berichte über neue Tote, darunter auch Kinder.

Tagsüber fasten Muslime im Monat Ramadan, erst mit Einbruch der Dunkelheit gibt es ein Festmahl. Mit leerem Magen und in der brennenden Julihitze ist es besonders schwer, während der Bombardements der israelischen Luftwaffe einen kühlen Kopf zu bewahren.

Aus Furcht vor einer Bodenoffensive stehen viele Menschen vor Bäckereien in Gaza Schlange, um sich mit Pita-Broten einzudecken. „Wir haben wirklich Angst vor einer weiteren Eskalation“, sagt der 38-jährige Amir Abu Hedschilan. „Deshalb habe ich vorsichtshalber ganz viel Brot gekauft“, sagt der Vater von vier Kindern.

Anders als in Israel gibt es im Gazastreifen kein Vorwarnsystem bei Raketenangriffen. Es gibt keine Warnsirenen und die meisten Menschen haben auch keine Schutzräume, in denen sie Zuflucht suchen könnten. Viele Einwohner des Gazastreifens harren deshalb zuhause aus, während um sie herum die Raketen einschlagen. Bei gezielten Angriffen auf Häuser von militanten Palästinensern warnt die israelische Armee die Bewohner allerdings meist telefonisch zuvor, damit diese die Gebäude noch schnell verlassen können.

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    „Wenn ich draußen unterwegs bin, habe ich Angst, dass eine israelische Rakete ein Motorrad oder ein Auto trifft und ich dabei mit getötet oder verletzt werde“, sagt ein Einwohner von Gaza. „Zwei Kinder sind tödlich verletzt worden, als sie auf einem Feld spielten. Nur wer Glück hat, überlebt.“

    Viele der ranghohen Hamas-Führer sind schon vor Tagen in den Untergrund gegangen. Sie sollen in Betonschutzräumen unter der Erde Schutz vor den tödlichen Raketenangriffen der israelischen Luftwaffe gefunden haben. Zahlreiche bewaffnete Kämpfer der radikal-islamischen Organisation agieren allerdings aus dicht bewohnten Zentren heraus und nehmen dabei Todesopfer unter unbeteiligten Zivilisten bei einem Gegenschlag Israels in Kauf.

    Immer mehr Menschen wenden sich von der Hamas ab
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