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Luxemburg-Leaks-Prozess Whistleblower verdienen keinen pauschalen Freibrief

Sie haben die Steuerdeals von Luxemburg bekannt gemacht, jetzt stehen sie vor Gericht: Das ist richtig so, denn auch Whistleblower müssen sich im Zweifel vor der Justiz verantworten. Eine Analyse.
27.04.2016 - 16:09 Uhr
Der französische Journalist Edouard Perrin sowie Ex-Mitarbeiter von PricewaterhouseCoopers Raphael Halet and Antoine Deltour: Ganz so einfach ist es nicht. Quelle: AFP
Die Whistleblower

Der französische Journalist Edouard Perrin sowie Ex-Mitarbeiter von PricewaterhouseCoopers Raphael Halet and Antoine Deltour: Ganz so einfach ist es nicht.

(Foto: AFP)

Die Empörung fällt leicht. Da decken zwei Wirtschaftsprüfer und ein Journalist einen Skandal auf – doch statt eines Verdienstordens kriegen sie einen Prozess an den Hals. Und das nicht irgendwo jenseits von Dnjepr oder Bosporus, sondern in unserem beschaulichen Nachbarland Luxemburg.

Bis zu zehn Jahren Haft, unter anderem wegen Diebstahls und Verrats von Geschäftsgeheimnissen, drohen einem Journalisten und zwei Mitarbeitern der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC). Sie sollen die Daten entwendet haben, die den sogenannten Luxleaks-Skandal auslösten: die Geheimabkommen zwischen den luxemburgischen Finanzbehörden und großen Konzernen wie Amazon, Facebook oder Ikea. Dank solcher Deals konnten die Konzerne ihre Steuerlast in Luxemburg auf kaum noch messbare Werte senken. Für den Grünen-Europapolitiker Sven Giegold wären die Angeklagten im Fall ihrer Verurteilung „die ersten politischen Gefangenen Europas in Steuersachen“.

Nun, ganz so einfach ist es leider nicht.

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