Machtdemonstration im Streit mit Pjöngjang US-Flugzeugträger auf dem Weg nach Korea

Nordkorea schürt mit seinem Raketen- und Atomprogramm seit Jahren die Spannungen in der Region. Die US-Regierung reagiert nun mit der Verlegung einer Flugzeugträgergruppe in den Westpazifik.
Update: 09.04.2017 - 18:02 Uhr Kommentieren

Tillerson: „Unser Fokus liegt darauf, Nordkorea atomwaffenfrei zu bekommen.“

Angesichts wachsender Spannungen nach Raketentests durch Nordkorea verlegen die USA Kriegsschiffe näher an die geteilte koreanische Halbinsel. Das sagte ein Angehöriger der amerikanischen Streitkräfte dem US-Sender CNN. Dieser Schritt sei eine Reaktion auf die jüngsten „Provokationen“ Nordkoreas. Das US-Pazifikkommando erklärte, der Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ sei am Samstag mit seinen Begleitschiffen in Singapur ausgelaufen und fahre nun in Richtung Norden, um sich im westlichen Pazifik aufzuhalten.

Es ist nicht unüblich für die USA, zusätzliche Kampfflugzeuge und Schiffe in die Region zu verlegen, um militärische Macht zu demonstrieren. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich in einem Interview gesagt, notfalls würden die USA das Problem Nordkorea allein und ohne China lösen. Die USA befürchten vor allem, dass nordkoreanische Atomraketen eines Tages amerikanisches Festland erreichen könnten.

Die größten Flugzeugträger der Welt
USA: USS Carl Vinson
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Die Träger der US-amerikanischen Nimitz-Klasse, wie hier die USS Carl Vinson, waren bisher die größten Kriegsschiffe der Welt. Angetrieben von zwei Atomreaktoren und vier Dampfturbinen, haben sie bis zu 6.300 Mann Besatzung. Das letzte Schiff dieser Klasse kostete 6,3 Milliarden US-Dollar.

Die monatlichen Betriebskosten eines Flugzeugträgers dieser Größe betragen etwa 13 Millionen Dollar. Die Schiffe sind zeitlich nahezu unbegrenzt einsetzbar. Sie sind für eine Nutzungsdauer von rund 50 Jahren ausgelegt. Zehn Schiffe der Nimitz-Klasse bilden die US-amerikanische Flugzeugträgerflotte. Doch ein neues Schiff aus den USA hat die Nimitz-Klasse mittlerweile überholt ...

Flugzeugträger USS Gerald R. Ford
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Der US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford verlässt im April 2017 den US-Hafen von Newport News für erste Probefahrten. Es ist 333 Meter lang, hat eine Verdrängung von 90.000 Tonnen und bietet Platz für 4.500 Menschen sowie mehr als 75 Flugzeuge.

Russland: Admiral Kusnezow
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Die Admiral Kusnezow ist der einzige Flugzeugträger der russischen Seekriegsflotte und das zurzeit größte Schiff mit dieser Funktion, das nicht in den USA gebaut wurde. Es ist das Typschiff der nach ihr benannten Admiral-Kusnezow-Klasse. Vom Stapel lief das Schiff im Jahr 1985, insgesamt ist es 306 Meter lang und 71 Meter breit.

Indien: Vikramaditya
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Der russische Flugzeugträger „Admiral Gorschkow“ wurde für umgerechnet 2,2 Milliarden Euro von Russland an Indien verkauft. Das Schiff war in Russland bis 2012 entsprechend den Anforderungen der indischen Marine umgebaut worden und 2013 als Vikramaditya in Dienst gestellt. Die Virkamaditya erreichte ihren indischen Heimathafen im Bundesstaat Karnataka im Januar 2014 nach einer sechswöchigen Überfahrt. Das Schiff gehört zur Kiew-Klasse. Die Klasse war bis Mitte der 1990er-Jahre im Dienst der Sowjetunion und der Russischen Föderation.

Frankreich: Charles De Gaulle
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Die Charles de Gaulle verfügt als einziger Flugzeugträger außerhalb der US Navy über einen Nuklearantrieb, sie ist das Flaggschiff der französischen Marine. Der Flugzeugträger ist das größte Schiff der französischen Marine, im Vergleich zu den von den USA eingesetzten Flugzeugträgern allerdings relativ klein. Sie ist 261 Meter lang, knapp 65 Meter breit und 75 Meter hoch.

Bestückt ist sie in der Regel mit 40 Flugzeugen. Bei einer Einsatzdauer von sieben Tagen können maximal 100 Flüge pro Tag absolviert werden.

Italien: Giuseppe Garibaldi
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Das Flagschiff der italienischen Maschine heißt Giuseppe Garibaldi. Es wurde 1979 in Auftrag gegeben und sollte vorwiegend zur U-Boot-Jagd dienen. Das Flugdeck ist 173 Meter lang und 28 Meter breit. Der Start der Flugzeuge erfolgt über eine um 6,5 Grad ansteigende vordere Flugdeckrampe.

Seit Ende 2012 nimmt die Garibaldi Flugzeuge nur noch auf, wenn der Flugzeugträger Cavour nicht verfügbar ist.

China: Liaoning (Admiral-Kusnezow-Klasse)
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Projekt 1143.5, von der Nato als Admiral-Kusnezow-Klasse bezeichnet, ist eine Klasse von Flugzeugträger der Sowjetischen- und Russischen Marine. Der Träger wurde noch im unfertigen Zustand im Jahr 2000 an China verkauft, und dort nach längerer Ausrüstungs- und Modernisierungsphase zwei Jahre später als Liaoning in Dienst gestellt. Sie ist der erste Flugzeugträger der Marine der Volkrepublik.

Die Gesamtkosten sollten bei umgerechnet 2,4 Milliarden US-Dollar liegen, wovon die finale Fertigstellung rund 500 Millionen Dollar ausmachte.

Nordkorea kritisierte am Sonntag den US-Militärschlag vom Freitag gegen einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien und kündigte an, seine militärischen Fähigkeiten zu erweitern. Der Angriff habe gezeigt, dass der Ausbau der eigenen „Atomstreitmacht“ gerechtfertigt sei, wurde ein Sprecher des Außenministeriums von den Staatsmedien zitiert. Es gebe Stimmen, die den US-Angriff in Syrien auch als Warnung an Nordkorea bezeichnet hätten. Nordkorea habe aber keine Angst „vor solch einer Bedrohung“.

US-Außenminister Rex Tillerson sagte am Sonntag dem Sender ABC, die US-Aktion in Syrien sei eine Botschaft an alle Länder: „Wenn du internationale Normen verletzt, internationale Vereinbarungen, wenn du eine Bedrohung für andere wirst, dann musst du zu einem Zeitpunkt davon ausgehen, dass es wahrscheinlich eine Antwort gibt.“ Direkt auf Nordkorea bezogen sagte Tillerson, die USA zielten auf eine Denuklearisierung ab, nicht auf einen Regimewechsel.

Ein Marine F/A-16 Super Hornet Kampfjet startet vom US-Flugzeugträger Carl Vinson. Der Kampfverband ist derzeit auf dem Weg nach Korea. Quelle: dpa
Flugzeugstart auf der USS Carl Vinson

Ein Marine F/A-16 Super Hornet Kampfjet startet vom US-Flugzeugträger Carl Vinson. Der Kampfverband ist derzeit auf dem Weg nach Korea.

(Foto: dpa)

Die Führung in Pjöngjang wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

Die jetzt verlegten US-Kriegsschiffe waren seit dem 18. Februar auf Patrouillenfahrt im Südchinesischen Meer unterwegs. Der Flugzeugträger hatte bereits im März Südkorea angelaufen, um an einem gemeinsamen Militärmanöver der beiden verbündeten Länder teilzunehmen.

Die kommunistische Regierung in Nordkorea hatte am Mittwoch zum wiederholten Mal gegen UN-Resolutionen verstoßen und eine ballistische Testrakete in Richtung offenes Meer feuern lassen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Aktion. Ballistische Raketen befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe.

Die Spannungen in der Region hatten sich nach zwei Atomversuchen Nordkoreas und zahlreichen Raketentests seit dem vergangenen Jahr erhöht. Nach einem Treffen Trumps mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Florida sagte US-Außenminister Rex Tillerson, beide Staaten wollten im Nordkorea-Konflikt stärker kooperieren. Es gebe aber kein Maßnahmenpaket. Xi Jinping teile jedoch die Sicht der USA, dass das nordkoreanische Atomprogramm ein „ernstes Stadium“ erreicht habe.

Streit-Eskalation – Nordkorea kündigt katastrophale Konsequenzen an

  • ap
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