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Machtkampf in Venezuela Stromausfälle legen Venezuela lahm und entfachen Konflikt

Juan Guaidó macht die Regierung um Staatschef Nicolás Maduro für die massiven Stromausfälle verantwortlich. Der wehrt sich mit massiven Vorwürfen.
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Durch den massiven Stromausfall kam die einzige Außenbeleuchtung durch Autoscheinwerfer. Quelle: Reuters
Stromausfall in Venezuela

Durch den massiven Stromausfall kam die einzige Außenbeleuchtung durch Autoscheinwerfer.

(Foto: Reuters)

CaracasDie massiven Stromausfälle in Venezuela haben die Spannungen zwischen den verfeindeten politischen Lagern verschärft. Am Samstag gingen Anhänger von Staatschef Nicolás Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó in Caracas auf die Straße. Beide Seiten machten sich gegenseitig für den Zusammenbruch des Energienetzes verantwortlich. Auch am Samstag hatte das Land mit Stromausfällen zu kämpfen.

„Harte Zeiten stehen bevor“, erklärte Guaidó vor einer Menschenmenge in Caracas. Er musste sich einer Lautsprecherbox bedienen, nachdem Sicherheitskräfte eine von der Opposition errichtete Rednerbühne demontiert hatte. Guaidó kündigte an, durchs Land reisen zu wollen, um im Volk für Unterstützung zu werben. Die Tour solle den Grundstein für eine gigantische Kundgebung in Caracas legen. Er rechne dann mit weiteren Einschüchterungsversuchen der Regierung, ergänzte Guaidó.

Seit der Oppositionsführer am Montag von einer Lateinamerika-Reise zurückkehrte, ist die Regierung indes bisher nicht direkt gegen ihn vorgegangen. Doch verschärfte Maduro am Samstag seine Verbalattacken auf seinen Widersacher. Bei einem Auftritt vor Anhängern vor dem Präsidentenpalast Miraflores nannte er Guaidó „einen Clown und eine Puppe“.

Zudem äußerte sich Maduro abfällig über dessen im Januar angemeldeten Machtanspruch, den neben die USA rund 50 weitere Länder unterstützen. „Kein Präsident, kein gar nichts“, sagte Maduro über Guaidó. Dem Oppositionsführer und den USA warf Maduro zudem erneut Sabotage am Guri Staudamm vor, einem der größten Wasserkraftwerke der Welt, der als Eckpfeiler der Energieversorgung in Venezuela gilt.

Die Behörden hätten 70 Prozent des Stroms seit der „internationalen Cyberattacke“ vom Donnerstagabend wiederhergestellt, sagte Maduro. Doch hätten sich die Fortschritte am Samstag verflüchtigt, als die „Eindringlinge“ erneut zugeschlagen hätten. Die Opposition und die USA haben Maduros Vorwürfe als absurd zurückgewiesen. Vielmehr hätten jahrelange Korruption und Missmanagement der Regierung die Ausfälle sowie eine Verschlechterung der Wirtschaftslage verursacht.

Lokalmedien berichteten unterdessen von einer Explosion an einem Kraftwerk im Staat Bolivar am Samstag. Auf Videos in sozialen Medien waren dort Feuer und Rauch zu sehen. Die Behörden äußerten sich bisher nicht zu dem Vorfall.

Der Stromausfall hatte am Donnerstag viele Menschen auf dem Heimweg von der Arbeit erwischt. Tausende Pendler in der Hauptstadt Caracas mussten teils stundenlang durch die dunklen gefährlichen Straßen von Caracas nach Hause gehen, nachdem die U-Bahnen stehen geblieben waren. Der Autoverkehr artete wegen ausgefallener Ampeln in Chaos aus. Menschen mussten aus steckengeblieben Fahrstühlen befreit werden. In einer Klinik im Osten der Hauptstadt versagten auch die Notstromaggregate. Pflegepersonal überwachte die Lebenszeichen von Frühgeborenen bei Kerzenschein. Die Organisation Codevida erklärte, dass Tausende Dialyse-Patienten nicht behandelt werden könnten.

Stromausfälle sind in Venezuela keine Seltenheit. Doch dass fast das ganze Staatsgebiet über einen so langen Zeitraum im Dunkeln liegt, gab es wohl bisher nicht. Nach 24 Stunden verbesserte sich die Lage zwar etwas. Doch meldete die auf Internetzensur spezialisierte Gruppe NGO Netblocks, dass der zweite Ausfall am Samstag fast das gesamte Telekommunikationsnetz in Venezuela lahmgelegt habe.

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