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Madrids Erfolge im Kampf gegen die Eta scheinen Verzweiflungstat provoziert zu haben Eta: Geschwächt, aber brandgefährlich

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Die Mehrheit der Spanier jedenfalls macht Eta verantwortlich, Forderungen nach einem noch härteren Vorgehen gegen die Separatisten wurden laut. Zwar beeilte sich der baskische Ministerpräsident Juan José Ibarretxe, die Attentate scharf zu verurteilen. Aber seine Partido Nacional Vasco gerät immer wieder in den Verdacht, nicht hart genug gegen den Terror vorzugehen. Immerhin ein Drittel der Basken tritt für das gleiche politische Ziel ein wie die Terrorgruppe: die Unabhängigkeit vom Zentralstaat. Doch schwindet der Rückhalt für die Gewalt. Zudem sehen viele Basken ein, dass eine Abtrennung wirtschaftlicher Selbstmord wäre. Nach einer Studie des Ökonomen Mikel Buesa würde die Region verarmen, rund 180 000 Arbeitsplätze gingen verloren.

Im restlichen Spanien fordert die Bevölkerung eine harte Hand – auf einer Linie mit dem scheidenden Premier José María Aznar. Er setzt alle rechtsstaatlichen Mittel ein und lehnt jeden Dialog ab. Dafür ist Aznar, der selbst einem Attentat nur knapp entkam, oft kritisiert worden. Die Anschläge vom 11. September 2001 nutzte er geschickt für Spaniens eigenen Kampf gegen den Terror, der bis dahin außerhalb Spaniens als nationale Angelegenheit betrachtet worden war. Dass die Welt nun einig gegen den Terror vorgeht, begünstigt die Zusammenarbeit mit den USA und Frankreich. Seitdem werden aus Spanien weniger Attentate und mehr Festnahmen gemeldet. Seit 2000 wurden in Spanien und Frankreich rund 600 Verdächtige festgenommen. Batasuna wurde verboten und auf die EU-Liste terroristischer Vereinigungen gesetzt.

„Es darf keinen Wechsel in dieser Haltung geben“, sagt Carlos Vidal, Verfassungsrechtler an der Fernuniversität Madrid. Das Ausmaß des Attentats zeige eine „Art El-Kaidaisierung“ der Eta. „Die Reaktion der Gesellschaft wird gewaltig sein.“

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