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Mali 13 französische Soldaten bei Hubschrauber-Zusammenstoß gestorben

Während eines Kampfeinsatzes gegen Dschihadisten sind zwei Hubschrauber zusammengestoßen. Es ist der schwerste Verlust seit 35 Jahren für die französische Armee.
26.11.2019 Update: 26.11.2019 - 15:36 Uhr Kommentieren
13 französische Soldaten sterben bei Hubschrauber-Zusammenstoß Quelle: dpa
Helikopter-Unfall in Mali

Frankreich kämpft in Mali und weiteren Ländern der Sahelzone mit der Truppe „Barkhane“ gegen islamistische Terroristen.

(Foto: dpa)

Paris Mit dem Tod von 13 Soldaten in Mali hat die französische Armee am Montag ihren schlimmsten Verlust seit 35 Jahren erlitten. Wie die französische Verteidigungsministerin Florence Parly und Generalstabschef François Lecointre am Dienstagmittag bei einer Pressekonferenz erläuterten, sind zwei Helikopter mit 13 Soldaten an Bord am Montagabend bei einem Anti-Terror-Einsatz im Osten von Mali in Kollision geraten und abgestürzt. Keiner der Insassen habe überlebt.

„Wir verneigen uns in Trauer vor den 13 gefallenen Soldaten, Frankreich und seine Verbündeten führen den Kampf mit großer Entschlossenheit und ohne Unterbrechung, um Europa vor der Gefahr des Terrorismus zu schützen“ sagte Parly.

Die französische Armee ist bereits seit sechs Jahren in Mali mit mittlerweile 4.500 Soldaten, mehreren hundert gepanzerten Fahrzeugen, 19 Helikoptern und mehreren Kampfflugzeugen im Einsatz. Unterstützt wird sie von Soldaten aus afrikanischen sowie vielen europäischen Staaten, darunter Deutschland, Spanien, Großbritannien, Tschechien und Dänemark.

Wie der Generalstabschef mitteilte, war am Montagnachmittag eine Gruppe französischer Fallschirmjäger auf mehrere Terroristen gestoßen, die mit Motorrädern und einem Pick-up unterwegs waren. Die Kämpfer gehörten zum „Islamischen Staat im Norden der Sahara“.

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    Es habe sich sofort ein Feuergefecht entwickelt, die Fallschirmjäger hätten daraufhin bei Einbruch der Dunkelheit Luftunterstützung angefordert. Als erster sein Transporthubschrauber von Typ Cougar mit elf Soldaten vor Ort gewesen, nach einer halben Stunde zwei Tiger-Kampfhubschrauber.

    Gegen 18.30 Uhr unserer Zeit hätten die Bodentruppen zwei Explosionen gehört. Der nicht von der Kollision Betroffene Tiger habe bestätigt, dass die beiden anderen Helikopter zusammengestoßen und abgestürzt sein. Lecointre präzisierte, dass Kampfhubschrauber nicht mit Anti-Kollisionsgeräten ausgerüstet sind wie Zivilflugzeuge, da sie häufig mit sehr kleiner Distanz und in extremer Bodennähe operierten.

    Debatte über den Einsatz in Mali

    Die Soldaten hätten die Unfallstelle gesichert, um die Leichname der getöteten Insassen zu bergen. Die beiden Black Boxes wurden gefunden, ihre Analyse könne aber noch lange dauern. Erst dann werde die genaue Unfallursache festzustellen sein.

    Auf Fragen von Journalisten, die wissen wollten, ob der Einsatz in Mali noch zu erklären sei und ob die französischen Truppen sich nicht allein gestellt fühlten sagte Parly: „Jetzt ist nicht der Moment, um über für und wider des Einsatzes in Mali zu räsonieren, jetzt ist die Stunde der Trauer.“

    Sie fügte hinzu: „Frankreich ist nicht alleine im Einsatz und genießt zunehmend Unterstützung.“ Die französischen Soldaten kämpften an der Seite von Einheiten aus Mali, Niger, Burkina Faso sowie mit Unterstützung ihrer europäischen Partner.

    Die Aussage der Ministerin lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Dennoch hat in den französischen Medien eine Debatte darüber begonnen, ob die europäischen Partner genug tun um den Anti-Terror-Einsatz in Mali zu unterstützen. Es wird der Eindruck verbreitet, dass Europa rede, aber nur Frankreich handele.

    Die Tatsache, dass mehrere hundert Deutsche in Mali stationiert sind – die Obergrenze beträgt 1100 – , die Luftwaffe ein Flugfeld in Niger betreibt und zwei Soldaten der Bundeswehr in Mali gefallen sind, kommt kaum zur Sprache.

    Einsatz gegen den IS

    Die Europäer sind im Rahmen der UN-Stabilisierungsmission MINUSMA und der europäischen Ausbildungsmission im Einsatz. Richtig ist allerdings, dass die meisten Kommando-Operationen zur Vertreibung von Terrormilizen von Frankreich geleistet werden.

    Das Gefecht mit den Terroristen am Montag ereignete sich östlich von Gao, wo der Großteil der deutschen Soldaten stationiert ist. Insgesamt hat sich die Sicherheitslage in Mali in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Mehrere Dutzend Soldaten aus Mali sind getötet worden.

    Gezielt versuchen die Anhänger des Islamischen Staats, verschiedene Volksgruppen durch Massaker gegeneinander aufzubringen. Die grassierende Korruption in der Regierung trägt nicht gerade zur Stabilisierung des Landes bei. 

    Mehr: Beim UN-Einsatz in Gao muss die Truppe wochenlang auf Ersatzteile warten, auch Öllieferungen für den Ölwechsel der schweren Lastwagen brauchen vier Wochen.

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