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Manhattan macht in Optimismus „New York ist größer und reicher geworden“

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9/11 ließ die Geburtenrate steigen

Rückblick - die Bilder von 9/11

Mit nicht nur guten Folgen. Nur Wochen nach dem Terror war bereits der New Yorker Habitus wieder da, den der langjährige „Independent“-Korrespondent David Usborne so beschreibt: „Das Ellenbogendenken, die Selbstzufriedenheit, die Überzeugung, dass jeder von uns wichtiger für das Universum ist als der andere“. Dabei sei es wenigstens kurz so anders gewesen: „Fremde unterhielten und umarmten sich, Autos hielten sogar an, wenn man die Straße überquerte“, so Usborne, und die Leute „machten sogar mehr Liebe“. Immerhin sei die Geburtenrate neun Monate nach 9/11 deutlich höher gewesen als üblich. Ansonsten ist in der Millionenstadt wieder Normalität eingekehrt. Es gibt ja auch schon genug Sorgen: Arbeitslosigkeit, die Wirtschaftskrise, Schulden.

Dennoch hat sich im Alltag der New Yorker einiges verändert. Viele erzählen davon, wie sie noch immer Beklemmungen in der U-Bahn verspüren. Dass ihr Herz klopft, wenn sie ein Flugzeug im Landeanflug auf den Stadtflughafen La Guardia sehen.  Dass sie in engen Treppenhäusern ans World Trade Center denken müssen. Auch die schwer bewaffneten Soldaten an Bahnhöfen und die Dauer-Aufforderung, alles Verdächtige zu melden („If you see something, say something“), erinnert an den schweren Tag vor zehn Jahren. Viele New Yorker haben ein Notfall-Paket mit Wasser und Taschenlampe im Schrank.

Auch äußerlich hat sich die Stadt verändert. Dort, wo vor zehn Jahren hunderttausende Tonnen Schutt kokelten, ragen nun milliardenteure, halbfertige Wolkenkratzer in den Himmel. Inmitten eines Gedenkparks, in den die Umrisse der Zwillingstürme als Wasserbecken eingelassen sind.  „Die Lücken sind geschlossen. New York ist wiederhergestellt“, sagte kürzlich der Charles Vitale aus dem Nachbarstaat New Jersey.

Das zeigt sich vor allem in der Gegend um das einstige Katastrophengebiet. Der Stadtteil Tribeca, früher nach Sonnenuntergang gemieden, ist aufgeblüht. 60.000 Menschen leben jetzt dort, doppelt so viele wie vor 2001. Die Mieten steigen, und mit den reichen Mietern kommen teure Restaurants und Bars. Robert de Niro, prominentester Anwohner, holte das Tribeca-Filmfestival an den einst öden Ort. Für den ehemaligen Bürgermeister Rudy Giuliani ist das der Beleg dafür, dass die Terroristen nicht gewonnen haben. „Es zeigt, wie widerstandsfähig die New Yorker sind, sagte er am Sonntag. „New York ist seit 9/11 größer, stärker und reicher geworden.“.

Der Horror der Anschläge kommt heute vor allem noch als Ritual nach Lower Manhattan zurück, wenn an jedem 11. September am World Trade Center zwischen 8.46 und 10.28 Uhr die Namen der Toten verlesen werden. Die Zeitspanne zwischen dem ersten Einschlag und dem Einsturz des Nordturms. Und diesmal ist es ein besonderes Spektakel.

Mittlerweile gibt es auch Stimmen, die vorsichtig dafür werben, es vielleicht langsam gut sein zu lassen mit dem Gedenken an jene traumatischen Tage. „Wir haben als Nation viel zu lange zurückgeblickt“, schrieb E.J. Dionne in der „Washington Post“. Der 11. September solle einfach ein Tag des Andenkens bleiben, ohne jede Erhöhung und politische Instrumentalisierung. „Die Zukunft unseres Landes hängt von weit mehr ab als von den Ergebnissen des ,Kriegs gegen den Terror‘“. 

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3 Kommentare zu "Manhattan macht in Optimismus: „New York ist größer und reicher geworden“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Diese ständigen Wiederholungen von 9/11 beinhalten einen eigentlich allgemein bekannten Ablauf der Psychologie.

    Wenn man möchte, dass Menschen eine Negativ-Erfahrung besser verarbeiten, lässt man sie dieses Erlebnis so lange durchlaufen, bis ihnen bei dem Thema das „Magengrummeln“ kommt. Man sollte das allerdings weitermachen, bis sie nur noch darüber lachen können. So verarbeitet man Negativ-Erlebnisse und traumatische Erlebnisse.

    Im Moment wecken diese Erlebnis-Darstellungen von 9/11 bei uns nur die Erinnerungen an die Erlebnisse der vorletzten Generation. Eben an:
    - die Bombennächte zu DD (alleine 300.000 unschuldige Zivilisten in 1 Nacht. Frauen und Kinder, ohne Rücksicht auf Völkerrecht)
    - Die Bombennächte zu B
    - Die Bombennächte zu HH

  • Na wunderbar, dies ist dann hoffentlich der letzte Artikel zu dem unsäglichen Thema 9/11.Es ist schon sagenhaft, wie sich alle Medien auf dieses Thema gestürzt haben, so als ob es z.Zt. nichts Wichtigeres gibt, als ein Ereignis, das 10 Jahre zurückliegt. Na ja, die Basisarbeit, nämlich das Zusammentragen all der kleinen Geschichten um dieses Ereignis wurde ja nun geleistet. Da tut man sich dann in 10 Jahren ganz leicht und holt nur noch die Kisten aus dem Keller und verwurstelt das Thema wieder und wieder und wieder und wieder.

  • Hut ab, vor den Amis.

    Gerade wenn man sich $/€ ansieht, könnte man fast vermuten, dass die USA sich aus dem Tal der Tränen heraus bewegen und wir in Europa gerade abrutschen. „Die Ratten (schlaue und extrem gelehrige Tiere-) verlassen das sinkende Schiff.

    Amerika scheint mal wieder mit „Yes I Can“ zum alten Pioniergeist hin zu orientieren, man blickt wieder nach vorne. Mr. Obama strahlt Zuversicht und einen offenen Blick in die Zukunft aus.

    Auch wenn es die Öffentlichkeit kaum bemerkt, aber in den USA sind auch weiterhin die Vordenker der Zukunft Zuhause. Sie prägen auch weiterhin das Gedankengut von Morgen.