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Manöver Größte Militärübung der Nato seit dem Ende des Kalten Krieges

Die Nato beginnt in Norwegen ihre Militärübung. Die Bundeswehr soll einen wichtigen Teil dazu beitragen.
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Die Bundeswehr verschifft Fahrzeuge für Großmanöver der Nato nach Norwegen. Zu der Übung Trident Juncture werden mehr als 44.000 Soldaten aus den 29 Nato-Staaten sowie aus Finnland und Schweden erwartet. Quelle: picture alliance/dpa
Verschiffung Leopard-2-Panzer für Nato-Großübung

Die Bundeswehr verschifft Fahrzeuge für Großmanöver der Nato nach Norwegen. Zu der Übung Trident Juncture werden mehr als 44.000 Soldaten aus den 29 Nato-Staaten sowie aus Finnland und Schweden erwartet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Brüssel, Berlin Durch Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern rollten seit September Panzertransporte Richtung Küste, auch alte Bahngleise wurden wieder nutzbar gemacht. Das Ziel der Truppen war Norwegen.

Dort hat am Donnerstag die größte Militärübung der Nato seit dem Ende des Kalten Krieges begonnen. Erste Aufgabe für die Bundeswehrsoldaten: Mit einem Amphibienfahrzeug eine Brücke über einen Fluss zu schlagen.

Das umfassendere Ziel für die Bundeswehr aber lautet, Truppen generell wieder schnell verlegen zu können. Denn 2019 übernimmt sie die Führung der schnellen Nato-Eingreiftruppe VJTF. Deren Aufgabe: Binnen 72 Stunden überall im Bündnisgebiet einsatzbereit zu sein. Das Nato-Manöver „Trident Juncture“ ist für die Bundeswehr also auch eine Bewährungsprobe. 90 Millionen Euro gibt der Bund für das Manöver aus.

„Deutschland nimmt hier bewusst eine Vorreiterrolle ein“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach von Deutschland mehr militärisches Engagement verlangt. Auch andere Nato-Partner, wie Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg, fordern, dass Deutschland als größtes und reiches EU-Land eine Führungsrolle einnimmt.

Trainiert wird in Norwegen zwei Wochen lang unter dem Kommando von US-Admiral James Foggo das internationale Zusammenspiel der Truppen aus 29 Nato-Staaten plus Schweden und Finnland. 50.000 Soldaten sind am Manöver beteiligt. 10.000 Fahrzeuge und 300 Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Schiffe fährt die Nato auf. Mit 10.000 Soldaten, davon 8500 vor Ort, Panzern, Luftgeschwadern und Sanitätern ist die Bundeswehr nach den USA zweitgrößter Truppensteller.

Dass die Nato ihre Fähigkeiten zur Bündnisverteidigung derart massiv demonstriert, ist ein Signal der Abschreckung an Russland. „Die Nato sucht keine Konfrontation. Aber wir sind bereit, alle Alliierten zu verteidigen. Gegen jede Bedrohung“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Seit der Annexion der Krim durch Russland 2014 und dem Krieg in der Ostukraine fürchten die baltischen Staaten und Polen Angriffe Russlands. Die Bundeswehr ist Teil der verstärkten Nato-Präsenz in Litauen.

Wie in den Statuten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) vorgesehen, wurden Russland und Weißrussland zur Beobachtung eingeladen. „Die Nato hat Russland auch in diesem Jahr über die Großübung informiert – während Russland seit dem Ende des Kalten Krieges keine einzige Übung gemeldet hat“, sagte Stoltenberg. Im September hatte Russland das Großmanöver Wostok mit 300.000 Soldaten veranstaltet.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu reagierte verärgert. „Die militärische Aktivität der Nato in der Nähe unserer Grenzen hat das höchste Niveau seit den Zeiten des Kalten Krieges erreicht“, sagte er und warnte, Moskau könne gezwungen sein, auf die Aktivitäten zu reagieren. Russlands Präsident Wladimir Putin kündigte am Donnerstag eine weitere Modernisierung der Streitkräfte an.

Die Verteidigungs- und Außenminister von Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island schrieben in einem Beitrag der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“, dass sie derzeit zwar keine militärische Bedrohung sehen würden. Russland habe aber gezeigt, dass es bereit sei, militärische Gewalt einzusetzen. Cyberangriffe und Desinformation würden genutzt, um Spannungen in Europa und den USA zu schüren. Deshalb sei die Abwehr von Cyber-Angriffen „ein Bestandteil jeder großen militärischen Übung“, sagte Stoltenberg.

In dem Manöver wird die Wiederherstellung der Souveränität nach einem Angriff durch einen fiktiven Aggressor geübt. Soldaten aus Deutschland, Italien und Großbritannien müssen als „südliche Kräfte“ einen Angriff von „nördlichen Kräften“, gebildet aus Truppen der USA, Kanada und Norwegen, abwehren und einen Gegenangriff starten. An das Hauptmanöver bis 7. November schließt vom 14. bis 23. November eine Stabsübung an.

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