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Marcel Fratzscher Top-Ökonom warnt vor Staatspleite Russlands

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Auch Grünen-Spitzenpolitiker für Swift-Ausschluss

In Deutschland denken auch die Grünen in diese Richtung. Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour sprach sich vor wenigen Tagen im Sender hr-info dafür aus, russische Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift auszuschließen. Und auch Grünen-Chef Cem Özdemir meint im Berliner „Tagesspiegel“, der Ausschluss ausgewählter russischer Banken aus Swift wäre ein geeigneter Schritt und müsste mit einer starken humanitären und wirtschaftlichen Hilfe für die Ukraine einhergehen.

In Russland spricht man angesichts solcher Gedankenspiele schon von Krieg. Das wäre der Abbruch der Beziehungen zwischen den USA und Russland, hatte Andrej Kostin, Chef von Russlands zweitgrößter Bank VTB, auf dem Wirtschaftsforum in Davos gesagt: „Meiner persönlichen Meinung nach bedeutet die Einführung solcher Sanktionen Krieg.“

Hinter den Überlegungen, härter gegen Moskau vorzugehen, steht auch der Umstand, dass die in Minsk vereinbarte Waffenruhe in der Ost-Ukraine bisher nur unzureichend umgesetzt wurde. „Wir erwarten, dass Russland seinen erheblichen Einfluss auf die Separatisten geltend macht, damit es zu einer solchen Waffenruhe kommt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag. Russland habe sich in der Uno-Resolution zur territorialen Unversehrtheit der Ukraine bekannt.

Am Dienstag kommen die Außenminister der Ukraine, Russlands, Deutschlands und Frankreichs in Paris zu einem weiteren Treffen über die Lage in der Ost-Ukraine zusammen.

Aus Fratzschers Sicht wäre ein Swift-Ausschluss „der extremste Schritt von Wirtschaftssanktionen, der große Gefahren und Ungewissheiten“ berge. „Niemand kann verlässlich die Auswirkungen vorhersehen.“ Es sei zudem nicht klar, ob eine Verstärkung der Finanzsanktionen zu einem Einlenken oder eher zu einer Eskalation des Konfliktes in der Ukraine führen würde.

Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, warnt vor Gegenreaktionen Russlands. Das Zahlungsverkehrssystem Swift sei eine Grundversorgung der Wirtschaft wie Verkehr oder Energie. „Ein Ausschluss Russlands wäre umgekehrt etwa gleichzusetzen mit einem Stopp der Öl- und Gaslieferungen aus Russland. Das könnte dann auch die Antwort auf einen solchen Schritt sein“, sagte Kater dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Auch der Ökonom Thorsten Polleit warte, dass Wirtschaftssanktionen wie das „Sabotieren des internationalen Geldverkehrs“ nicht nur Russland, sondern auch allen anderen Ländern schadeten.

„Denn nimmt die russische Produktionsleistung ab, fallen auch die Einkommen und die Güterversorgung aller Handelspartner unter das Niveau, das erreichbar wäre, wenn keine Sanktionen erhoben würden“, sagte Polleit dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Was immer man sich politisch von ihnen verspricht: Wirtschaftssanktionen sind eine kollektive Selbstschädigung.“

Ökonom spricht von „finanzieller Kriegsführung“ der USA
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52 Kommentare zu "Marcel Fratzscher: Top-Ökonom warnt vor Staatspleite Russlands"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Unabhängig von allem: Wer hier den 'Focus' zitiert bzw. Links zu entsprechenden Artikeln veröffentlicht, ist sich offenbar nicht im Klaren darüber, welch' Geistes Kind dieses Käseblatt mit eindeutiger Tendenz und seine Mannschaft sind. Das hat mit objektiver Berichterstattung nichts zu tun. Man lese besser das Handelsblatt - sofern der geistige Horizont hier genügend Ressourcen hergibt .....

  • Wovor warnen die Frösche? Vor dem Austrocknen des Sumpfes. Na klar, ist ein gemeinsamer Handel gut für die beteiligten Seiten, und wenn man nicht handelt, ist es eben nicht so gut. Klar ist auch, daß wenn Rußland vom Swift-System abgeschnitten wird, man eigene Nachteile in Kauf nehmen muß. Aber hier geht es darum, ob in Europa ein System gleichberechtigter und freier Beziehungen zwischen den Staaten erhalten werden kann, ohne Annektierungen, ohne fünfte Kolonnen, ohne militärische Einmischungen. Ja, und wir sollten in Europa auch darüber nachdenken, wie wir die Folgen von Sanktionen gegen Rußland solidarisch mildern können. Nach Abwägung des Für und Wider gibt es also die klare Antwort, ja, Abschneiden von Swift, damit in Rußland die wirtschaftlichen Akteure in der Politik ein Umdenken über die eigenen Staatsgrenzen bewirken. Anders ausgedrückt, der Druck der freien Welt muß so lange und so intensiv erhöht werden, bis sich Rußland auf sein eigenes Staatsterritorium zurückzieht. Das heißt, gleichberechtigter Teil der Weltgemeinschaft kann Rußland nur ohne die Krim und ohne die Ostukraine sein. Bis dahin muß jede nichtmilitärische Option erlaubt sein.

  • @Thomas Hobmaier
    "Alternative Energiequellen ..."

    Tja, aus Sonne und Wind kann man aber weder Tabletten, Lacke oder Kabelummantelungen herstellen. All das - und noch viel mehr wird aus Erdöl hergestellt.

    immer wieder diese naiven Grünen. Grün hinten den Ohren denke ich :-)

  • Pinkeln auf eigenen Bein hat noch keinen geholfen. Die Krise wird irgendwann vorbei sein, für die Wirtschaftskreise wird Sie als Bumerang zurück kommen. Die Länder, die am meisten als Scharfmacher gelten werden keine Chance auf Geschäfte mehr haben. Die Russen verzeihen sowas nicht.

  • @Grünbacher

    Die Argumentationshilfe vom Auswärtigen Amt war wohl für solche Propagandakrieger wie Sie gedacht...jetzt verstehe ich...

  • Die Äußerungen von Herrn Horn und Herr Polleit (Honorarprofessor an der Uni Bayreuth)
    Die müssten doch Wissen was Wirtschaften bedeutet.
    Wirtschaften bedeutet mit knappen Ressourcen umzugehen.
    Warum muss Europa vom Erdöl und Erdgas der Russen sich abhängig machen??
    Wer soll das Verstehen. In Deutschland und in anderen Ländern Europas gibt es d och auch andere Energiequellen, wie Erdgas und Erdöl und dazu noch Sonne und Wind. Man muss nur nicht immer den Theoretikern hinterherlaufen und auf deren Gutachten warten, sondern Kopf einschalten und alternative Quellen erschließen. Dann brauchen wir keine Rohstoffe von Russland mehr. Alternative Energiequellen schaffen auch so Arbeitsplätze.

  • SWIFT-Ausschluss,
    Warum nicht ?
    Da müssen Sie Herrn Snowden fragen.
    Der kennt sich besser aus, wie man jemand ausspähen kann oder die Wirtschaft mit Hackerprogrammen lahm legen kann.
    Es ist doch wahrlich heutzutage kein Hindernis mehr in den fremde Datennetze sich einzuschleichen und als "Trojaner" zu agieren.
    Das haben die Griechen auch schon vor Jahrtausenden erkannt.

  • [email protected] WEissenfels, alias @Jonathan Grünbacher

    >> Warum regen sich die Russen - und Sie - dann so auf? >>

    Wer regt sich denn hier auf ? Schauen sie mal hier rein, dann wissen sie , wer sich aufzuregen hat !

    http://www.focus.de/politik/ausland/borei-bulawa-r-24-jars-diese-fuenf-russischen-atomwaffen-muss-der-westen-fuerchten_id_4453593.html

    http://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/graydon-breedlove-rasmussen-wir-wuerden-nicht-standhalten-das-sagen-militaers-ueber-russlands-schlagkraft_id_4491922.html





  • Ceteris paribus, soll heißen, dass bei gleichen sontigen Dingen oder Umstaänden keine andere Variable dazu kommend herangezogen werden kann, weil sonst das Konstrukt des nominalen Ablativus absolutus und damit alle anderen Vorausetzungen außen vor(-her) vleiben müssen

  • "Der Schnittpunkt liegt im Exit der gesamten Wirtschaft."

    Klingt belesen. Auch der Teil mit "ceteris paribus". Ist aber trotzdem zusammenhangloser nonsense. ;)

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