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Marcel Fratzscher DIW-Chef sieht Defizit-Streit mit Italien als größte Gefahr für Wirtschaft der EU

Der politische Streit mit Italien könnte laut Marcel Fratzscher für die EU-Wirtschaft sogar ein größeres Risiko darstellen als ein harter Brexit.
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Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ist aufgrund des Defizit-Streits mit Italien besorgt. Quelle: dpa
Marcel Fratzscher

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ist aufgrund des Defizit-Streits mit Italien besorgt.

(Foto: dpa)

BerlinDer Berliner Ökonom Marcel Fratzscher hat vor Gefahren durch einen neuen Defizit-Streit zwischen der EU-Kommission und Italien gewarnt. „Ich sehe Konflikte mit Italien als ein viel größeres Risiko für die europäische Wirtschaft als ein harter Brexit“, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Italien stecke mitten in der dritten Rezession in weniger als zehn Jahren. „Die Sorge ist groß, dass es hier wieder zu einem politischen Konflikt im Oktober kommen wird, wenn die Zahlen über das fiskalische Defizit zur Debatte stehen.“

Ein solcher politischer Konflikt zwischen der EU und Italien könne sich sehr negativ auf italienische Finanzmärkte auswirken und damit letztlich auch auf das Wirtschaftswachstum. „Eine tiefe Rezession in Italien würde auch Deutschland hart treffen. Denn Italien ist ein wichtiger Handelspartner“, warnte Fratzscher.

Auch EZB-Präsident Mario Draghi hatte die italienische Regierung angesichts eingetrübter Konjunkturaussichten zuletzt aufgefordert, mehr zu tun, um „Wachstum und Beschäftigung zu schaffen“. Die Regierung aus rechter Lega und populistischer Fünf-Sterne-Bewegung erwartet 2019 nur noch ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Das Defizitziel wurde zugleich auf 2,4 Prozent des BIP nach oben korrigiert. Im Dezember hatte sich die Koalition nach langem Gezerre mit der EU-Kommission auf 2,04 Prozent festgelegt, weil die Brüsseler Behörde die ursprünglich von Rom vorgeschlagenen 2,4 Prozent als zu hoch abgelehnt hatte.

Brexit 2019
  • rtr
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