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Marcel Fratzscher Top-Ökonom warnt vor Staatspleite Russlands

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Russische Sberbank will Osteuropa-Geschäft eindampfen

„Zudem könnten Energieimporteure – und dazu gehört vor allem auch Deutschland – ihre Öl- und Gasrechnungen nicht mehr an Russland überwiesen werden“, so Polleit. „Russland würde wohl die Energielieferungen nach Europa einstellen müssen. Das würde absehbar Produktion und Beschäftigung der europäischen Volkswirtschaften schädigen.“

Ähnlich fällt die Einschätzung des Direktors des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, aus. Der Ausschluss Russlands aus Swift und das Einfrieren der Konten russischer Finanzinstitutionen wären zwar „wahrscheinlich eine der effizientesten Möglichkeiten, der russischen Wirtschaft zu schaden“, hatte Horn dem Handelsblatt schon im September gesagt. „Man muss sich allerdings dann auf eine weitere Eskalation des Konflikts einstellen, bei dem Russland zum Beispiel die Gaslieferungen verteuert oder gar stoppt.“

Es sei nicht auszuschließen, dass damit die Verunsicherung weiter um sich greife „mit schwer quantifizierbaren wirtschaftlichen Schäden für beide Seiten“, sagte Horn weiter. Die entscheidende Frage sei jedoch politischer Natur und laute: Wie solle das alles enden? „In einer politisch und wirtschaftlich interdependenten Welt kann niemand ein Interesse an einem radikalisierten und wirtschaftlich verelendenden Russland haben“, betonte Horn. „Insofern kann man nur festhalten, dass Sanktionen diesen Konflikt letztlich überhaupt nicht im Interesse Europas lösen können“, fügte der IMK-Chef hinzu.

Die russische Sberbank zieht offenbar schon selbst die Konsequenz aus dem Ukraine-Konflikt und der Wirtschaftskrise in Russland. Laut einem Pressebericht will sich das Institut aus Ungarn und der Slowakei zurückziehen. Russlands größte Bank bereite einen Verkauf ihrer dortigen Töchter vor, schreibt die tschechische Zeitung „Lidove Noviny“ am Montag unter Berufung auf Insider. Interesse an der Sparte in der Slowakei hätten bereits die italienische HVB-Mutter UniCredit, der tschechisch-slowakische Finanzinvestor Penta und die ungarische Bank OTP angemeldet. Das Geschäft in Tschechien hingegen stehe nicht zum Verkauf.

Die Sberbank wollte sich nicht dazu äußern. Sie hatte die Sparten erst vor drei Jahren übernommen, als sie das Mittel- und Osteuropa-Geschäft der österreichischen Krisenbank ÖVAG kaufte. Ihre Töchter in Ungarn und der Slowakei zählen dort eher zu den kleineren Instituten. Die Sberbank gehört zu den russischen Instituten, die von Sanktionen der EU und der USA im Ukraine-Konflikt betroffen sind. Dadurch hat sie unter anderem nur beschränkt Zugang zu Kapital aus dem Ausland.

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52 Kommentare zu "Marcel Fratzscher: Top-Ökonom warnt vor Staatspleite Russlands"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Unabhängig von allem: Wer hier den 'Focus' zitiert bzw. Links zu entsprechenden Artikeln veröffentlicht, ist sich offenbar nicht im Klaren darüber, welch' Geistes Kind dieses Käseblatt mit eindeutiger Tendenz und seine Mannschaft sind. Das hat mit objektiver Berichterstattung nichts zu tun. Man lese besser das Handelsblatt - sofern der geistige Horizont hier genügend Ressourcen hergibt .....

  • Wovor warnen die Frösche? Vor dem Austrocknen des Sumpfes. Na klar, ist ein gemeinsamer Handel gut für die beteiligten Seiten, und wenn man nicht handelt, ist es eben nicht so gut. Klar ist auch, daß wenn Rußland vom Swift-System abgeschnitten wird, man eigene Nachteile in Kauf nehmen muß. Aber hier geht es darum, ob in Europa ein System gleichberechtigter und freier Beziehungen zwischen den Staaten erhalten werden kann, ohne Annektierungen, ohne fünfte Kolonnen, ohne militärische Einmischungen. Ja, und wir sollten in Europa auch darüber nachdenken, wie wir die Folgen von Sanktionen gegen Rußland solidarisch mildern können. Nach Abwägung des Für und Wider gibt es also die klare Antwort, ja, Abschneiden von Swift, damit in Rußland die wirtschaftlichen Akteure in der Politik ein Umdenken über die eigenen Staatsgrenzen bewirken. Anders ausgedrückt, der Druck der freien Welt muß so lange und so intensiv erhöht werden, bis sich Rußland auf sein eigenes Staatsterritorium zurückzieht. Das heißt, gleichberechtigter Teil der Weltgemeinschaft kann Rußland nur ohne die Krim und ohne die Ostukraine sein. Bis dahin muß jede nichtmilitärische Option erlaubt sein.

  • @Thomas Hobmaier
    "Alternative Energiequellen ..."

    Tja, aus Sonne und Wind kann man aber weder Tabletten, Lacke oder Kabelummantelungen herstellen. All das - und noch viel mehr wird aus Erdöl hergestellt.

    immer wieder diese naiven Grünen. Grün hinten den Ohren denke ich :-)

  • Pinkeln auf eigenen Bein hat noch keinen geholfen. Die Krise wird irgendwann vorbei sein, für die Wirtschaftskreise wird Sie als Bumerang zurück kommen. Die Länder, die am meisten als Scharfmacher gelten werden keine Chance auf Geschäfte mehr haben. Die Russen verzeihen sowas nicht.

  • @Grünbacher

    Die Argumentationshilfe vom Auswärtigen Amt war wohl für solche Propagandakrieger wie Sie gedacht...jetzt verstehe ich...

  • Die Äußerungen von Herrn Horn und Herr Polleit (Honorarprofessor an der Uni Bayreuth)
    Die müssten doch Wissen was Wirtschaften bedeutet.
    Wirtschaften bedeutet mit knappen Ressourcen umzugehen.
    Warum muss Europa vom Erdöl und Erdgas der Russen sich abhängig machen??
    Wer soll das Verstehen. In Deutschland und in anderen Ländern Europas gibt es d och auch andere Energiequellen, wie Erdgas und Erdöl und dazu noch Sonne und Wind. Man muss nur nicht immer den Theoretikern hinterherlaufen und auf deren Gutachten warten, sondern Kopf einschalten und alternative Quellen erschließen. Dann brauchen wir keine Rohstoffe von Russland mehr. Alternative Energiequellen schaffen auch so Arbeitsplätze.

  • SWIFT-Ausschluss,
    Warum nicht ?
    Da müssen Sie Herrn Snowden fragen.
    Der kennt sich besser aus, wie man jemand ausspähen kann oder die Wirtschaft mit Hackerprogrammen lahm legen kann.
    Es ist doch wahrlich heutzutage kein Hindernis mehr in den fremde Datennetze sich einzuschleichen und als "Trojaner" zu agieren.
    Das haben die Griechen auch schon vor Jahrtausenden erkannt.

  • [email protected] WEissenfels, alias @Jonathan Grünbacher

    >> Warum regen sich die Russen - und Sie - dann so auf? >>

    Wer regt sich denn hier auf ? Schauen sie mal hier rein, dann wissen sie , wer sich aufzuregen hat !

    http://www.focus.de/politik/ausland/borei-bulawa-r-24-jars-diese-fuenf-russischen-atomwaffen-muss-der-westen-fuerchten_id_4453593.html

    http://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/graydon-breedlove-rasmussen-wir-wuerden-nicht-standhalten-das-sagen-militaers-ueber-russlands-schlagkraft_id_4491922.html





  • Ceteris paribus, soll heißen, dass bei gleichen sontigen Dingen oder Umstaänden keine andere Variable dazu kommend herangezogen werden kann, weil sonst das Konstrukt des nominalen Ablativus absolutus und damit alle anderen Vorausetzungen außen vor(-her) vleiben müssen

  • "Der Schnittpunkt liegt im Exit der gesamten Wirtschaft."

    Klingt belesen. Auch der Teil mit "ceteris paribus". Ist aber trotzdem zusammenhangloser nonsense. ;)

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