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Mario Centeno Eurogruppenchef hört auf – das Rennen um seine Nachfolge beginnt

Der Portugiese Centeno war an der Spitze der Eurogruppe umstritten. Jetzt nimmt er Abschied und der Wettbewerb um seine Nachfolge hat bereits begonnen.
31.12.2019 - 11:00 Uhr Kommentieren
Eine zweite Amtszeit an der Spitze der Eurogruppe strebt der Portugiese Mario Centeno nicht an. Quelle: AP
Mario Centeno

Eine zweite Amtszeit an der Spitze der Eurogruppe strebt der Portugiese Mario Centeno nicht an.

(Foto: AP)

Brüssel Die Gruppe der Euro-Finanzminister muss sich nächstes Jahr einen neuen Vorsitzenden suchen. Amtsinhaber Mario Centeno will den Job nicht mehr. Eine zweite Amtszeit strebe der Portugiese nicht an, sagten EU-Diplomaten dem Handelsblatt.

Die Eurogruppe hatte den portugiesischen Finanzminister im Januar 2018 für zweieinhalb Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Bis Juni nächsten Jahres müssen die 19 Finanzminister der Eurozone also einen Nachfolger für ihn finden.

Der Wettbewerb um seine Nachfolge hat bereits begonnen. Drei Minister seien an dem Posten interessiert, hieß es in Brüssel: Der Franzose Bruno Le Maire, die Spanierin Nadia Calvino und der Ire Paschal Donohoe.
Centeno gibt seinen Posten auf, um an seine frühere Wirkungsstätte zurückzukehren: Die portugiesische Notenbank.

Der 57-Jährige hat gute Chancen, zum Zentralbankgouverneur berufen zu werden. Zu seinem Abschied von der Eurogruppe könnte aber auch die Unzufriedenheit mancher Finanzminister mit seiner Amtsführung beigetragen haben.

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    Vor allem die Nordeuropäer waren nicht immer glücklich damit, wie sich der Ökonom politisch positionierte. Das umstrittene Euro-Budget hat Centeno ebenso klar befürwortet wie die europäische Einlagensicherung. Damit machte er sich in den Niederlanden, Deutschland oder Finnland nicht beliebt.

    Auch sein Führungsstil wird hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Centeno bereite die Eurogruppensitzungen nicht gut genug vor, klagen Teilnehmer. Sein Vorgänger Jeroen Dijsselbloem habe das viel besser gemacht. Der niederländische Finanzminister suchte die entscheidenden Akteure häufig vorab in ihren Hauptstädten auf, um Absprachen zu treffen und Papiere mit Kompromissformulierungen vorzubereiten. So systematisch gehe Centeno nicht vor.

    Spanische Wirtschaftsministerin ist Favoritin

    Im Kreis der möglichen Nachfolger gilt die spanische Wirtschaftsministerin als Favoritin. Nadia Calvino war Spitzenbeamtin in der EU-Kommission, bevor sie Mitte 2018 in die spanische Regierung wechselte. Die Ökonomin gilt sowohl als fachlich qualifiziert als auch als führungsstark. Zudem wäre es ein gutes Signal, wenn erstmals eine Frau an die Spitze der Eurogruppe aufrücken würde, sagten EU-Diplomaten.

    Einen Nachteil hat Calvino allerdings: Der sozialistischen Regierung in Madrid fehlt eine stabile Mehrheit im Parlament. Die Eurogruppe kann sich daher nicht sicher sein, wie lange Calvino der Regierung in Madrid angehört.

    Würde sie ihr Ministeramt verlieren, könnte sie auch nicht mehr Eurogruppenchefin sein. Schon Jeroen Dijsselbloem musste die Führung der Eurogruppe aufgeben, nachdem seine sozialdemokratische Partei bei der niederländischen Parlamentswahl eine schwere Niederlage erlitt.

    Der irische Finanzminister Paschal Donohoe wäre als Eurogruppen-Vorsitzender im Prinzip auch wählbar. Allerdings hat er ein Handicap. Wenn es um EU-Steuerpolitik geht, steht Irland regelmäßig auf der Bremse. Zum Beispiel hat Irland die von Frankreich gewünschte Digitalsteuer ausgebremst.

    Aus französischer Sicht dürfte der irische Finanzminister daher nicht der ideale Kandidat für die Führung der Eurogruppe sein. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire würde es den Job am liebsten selbst übernehmen, doch seine Chancen gelten ebenfalls als überschaubar.

    Kleine Euro-Staaten befürchten, dass ein Eurogruppenchef aus einem großen Land sie zu sehr dominieren würde. Außerdem waren bisher weder Deutschland noch Frankreich bereit, sich gegenseitig den Eurogruppen-Vorsitz zuzugestehen. Der frühere Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble konnte deshalb nicht Eurogruppen-Chef werden, obwohl er an dem Amt interessiert war.

    Die beiden größten Euro-Staaten zogen es bislang vor, sich auf einen Kompromisskandidaten aus einem kleinen Land zu verständigen. Vor zwei Jahren hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorab verabredet, dass Mario Centeno den Posten bekommen soll.

    Vor allem deshalb konnte sich Centeno bei der Wahl in der Eurogruppe am 13. Januar 2017 gegen seine Mitbewerber Pierre Gramegna aus Luxemburg, Peter Kazimir aus der Slowakei und Dana Reizniece-Ozola aus Lettland durchsetzen.

    Mehr: Euro-Gruppen-Chef treibt EU-Einlagensicherung voran. Durch diese, Negativzinsen und die Finanztransaktionssteuer nimmt der Stress für die deutschen Sparer zu.

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