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Mario Draghi Der ehemalige EZB-Chef wird Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften

Papst Franziskus ernennt Draghi zum Mitglied des wichtigsten Thinktanks der katholischen Kirche. Es gibt auch Spekulationen über ein Engagement in der Politik.
12.07.2020 - 14:27 Uhr Kommentieren
Der EZB-Präsident kommt zu seiner letzten Pressekonferenz nach der Ratssitzung in der Zentrale der EZB. Quelle: dpa
Mario Draghi

Der EZB-Präsident kommt zu seiner letzten Pressekonferenz nach der Ratssitzung in der Zentrale der EZB.

(Foto: dpa)

Rom Die Berufung ist eine Ehre, es gibt keine eigene Bewerbung, sondern die Ernennung durch den Papst persönlich: Mario Draghi, bis Ende Oktober vergangenen Jahres Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), wurde am Wochenende zusammen mit zwei Professoren aus Chile und Nigeria zum Mitglied der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften ernannt.

Die Akademie, in einem historischen Palazzo mitten in den vatikanischen Gärten gelegen, ist der wichtigste Thinktank der katholischen Kirche, geschaffen 1994 von Papst Johannes Paul II. Mitglieder sind unter anderem Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz, der häufig zu Konferenzen nach Rom kommt, und aus Deutschland Christoph Engel, der Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Papst Franziskus selbst ist regelmäßig bei den großen Debatten dabei.

In der Akademie diskutieren Wissenschaftler und Politiker aus der ganzen Welt, die eingeladen werden, wie etwa IWF-Chefin Kristalina Georgiewa oder Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank, über Franziskus‘ Vorstellung einer humanen Wirtschaft, die geprägt ist von Solidarität und Inklusion. Für den Papst hat das Thema Wirtschaft seit seiner Wahl 2013 Priorität.

„Eine neue Art des Wirtschaftens“ sei eine weltweite Herausforderung, sagte Franziskus bei einem der Treffen, „die Welt ist reich, doch die Armen werden immer mehr“. Von den Mitgliedern der Akademie und den Gästen forderte er Lösungen. Da passt die Ernennung eines Finanzexperten wie Draghi in die Akademie gut.

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    Draghi wird schon als künftiger Staatspräsident gehandelt

    Der 72-jährige Römer, der vor der Zeit an der Spitze der EZB in Frankfurt von 2005 bis 2011 Gouverneur der Banca d‘Italia war, hat sich in letzter Zeit nicht öffentlich geäußert. Umso größer sind die Spekulationen in Italien, ob er in die Politik geht. 

    Gehandelt wird er als Nachfolger von Premier Giuseppe Conte, falls die Regierung von Partito Democratico und Bewegung Fünf Sterne zerbricht. Mancher spricht auch von ihm als künftigem Staatspräsidenten. Das siebenjährige Mandat von Sergio Mattarella endet 2022.

    In einer gerade in Italien erschienenen Biografie Draghis von Marco Cecchini mit dem Titel „Das Rätsel Draghi“ wird nicht nur detailliert und mit Insiderwissen die Amtszeit bei der EZB sowie sein Verhältnis zu den deutschen „Falken“ beleuchtet, sondern auch sein Werdegang. Geprägt wurde er durch die Erziehung bei Jesuiten.

    Auch in dem Buch wird spekuliert, was er macht und ob er in die Politik geht. „Die öffentliche Meinung ist, er könnte Italien im Krieg gegen das Virus retten, so wie er den Euro gerettet hat“, schreibt Cecchini. Draghis Reputation und seine Kunst der Diplomatie würden ohne Zweifel dazu beitragen, das internationale Image Italiens zu heben.    

    Doch Draghi schweigt zu allem. Und arbeitet für Papst Franziskus.     

    Mehr: Vatikan erlässt Wirtschaftskodex – „Väterlicher Fleiß“ als Vorbild.

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