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Massaker von Utøya Vom Ferienparadies zur Terror-Hölle

Utøya war für Norwegens Ministerpräsident einst das Paradies. Seit Freitag ist die Ferieninsel für ihn und seine Landsleute die größte Belastungsprobe seit dem zweiten Weltkrieg. Es quält die Frage nach dem warum.
23.07.2011 - 16:19 Uhr 10 Kommentare

Bluttat von Norwegen löst weltweit Entsetzen aus

Oslo Eine idyllische Fjordinsel, ein Ferienparadies für Jugendliche verwandelt sich zu einer tödlichen Hölle. Das Regierungsviertel in Oslo gleicht einer Kriegszone.

Norwegen hat mit dem Bombenanschlag im Herzen seiner Hauptstadt und dem entsetzlichen Massaker auf der kleinen Insel Utøya einen Schock erlebt, den die wenigsten am Samstag fassen konnten. Mehr als 90 Menschenleben hat ein vermutlich rechtsradikaler Norweger ausgelöscht. Dass selbst ein Bombenanschlag auf das Regierungsviertel angesichts der Bluttat im Sommerlager verblasst, zeigt das unmenschliche Ausmaß des Grauens.

Norwegens König Harald V. und Ministerpräsident Jens Stoltenberg haben am Samstag Überlebende des Massakers in einem Sommerlager, deren Angehörige und Familien der Todesopfer besucht. Stoltenberg sagte in der Ortschaft Sundvollen westlich von Oslo: „Wir sind ein Land in tiefer Trauer.“

Im TV-Sender NRK erklärte er zu dem Besuch: „Es war wichtig für mich, den Angehörigen zu sagen, dass die ganze Welt mit ihnen fühlt.“ Die Jugendlichen im Ferienlager waren aktive Mitglieder der Jugendorganisation von Stoltenbergs eigener sozialdemokratischer Partei.

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    Der Ministerpräsident selbst hat nach eigenen Angaben seit 1974 jedes Jahr an dem Sommerlager teilgenommen. Stark bewegt erzählte er, wie ihm Betroffene von der Flucht vor dem um sich schießenden Amokläufer berichtet hatten: „Ich habe gehört, dass jemand seinen verletzten Freund schwimmend auf das Festland gerettet hat. Obwohl er selbst kaum mehr konnte. Das nenne ich eine Heldentat.“

    Er habe aber auch schreckliche Berichte von Eltern gehört, die vergeblich in Krankenhäusern nach ihren Söhnen oder Töchtern gesucht hätten. Überlebende, deren Familien und auch Angehörige von Opfern hatten sich seit Freitagabend in einem Hotel der Ortschaft Sundvollen versammelt. Sie liegt am Tyrifjord mit der Insel Utøya, wo etwa 600 Jugendliche zu dem Ferienlager versammelt waren.

    Die norwegische Polizei geht nach den Terroranschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya zu „98 bis 99 Prozent“ von einem Einzeltäter aus. „Wir wollen jedoch gerne 110-prozentig sicher sein“, hieß es am Samstag aus Polizei-Kreisen. Anders B., der mutmaßliche Täter, hatte als Polizist getarnt mindesten 84 Menschen in einem Jugendcamp erschossen. Der Restzweifel ergibt sich aus der Opferzahl, die für einen Einzeltäter ungewöhnlich hoch ist. Im Prinzip, so hieß es weiter, gehe man jedoch von einer allein handelnden Person aus.

    „Dieser Hass ist unser gemeinsamer Feind"
    huGO-BildID: 22645811 Germany's Chancellor Angela
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel:

    „Klar ist, dass wir alle, die an Demokratie und friedliches Zusammenleben glauben, solchen Terrorismus, womit auch immer er begründet wird, scharf verurteilen müssen.“

    "Deutschland steht solidarisch an der Seite Norwegens."

    „Dieser Hass ist unser gemeinsamer Feind." (Merkel zu den ersten Erkenntnissen, wonach der Hass auf Andersartige das Motiv des Täters für die Anschläge war.)

    (Foto: AFP)
    Laenderrat der Gruenen
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    Cem Özdemir, Partei-Chef der Grünen:

    „Es ist unfassbar, dass offenbar ein Einzelner solch einen grausamen Doppelanschlag geplant und durchgeführt hat.“

    „Wir sind fassungslos und voller Trauer angesichts dieses feigen und menschenverachtenden Verbrechens.“

    "Unsere freie Gesellschaft muss entschieden gegen diese menschenverachtende Ideologie vorgehen und sie bekämpfen. Das gilt für Norwegen genauso wie für Deutschland.“ (Özdemir zur Vermutung, der Täter habe einen rechtsextremen Hintergrund)

    (Foto: dapd)
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    Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg:

    „Seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir in unserem Land keine schlimmere Katastrophe erlebt.“

    „Utøya war das Paradies meiner Jugend. Gestern wurde es in eine Hölle verwandelt.“

    „Verglichen mit anderen Ländern würde ich nicht sagen, dass wir ein großes Problem mit ihnen haben.“ (Stoltenberg auf die Frage, ob Norwegen Probleme mit Rechtsextremen habe).

    (Foto: AFP)
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    König Harald V. von Norwegen:

    „Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen und einander stützen.“

    (Foto: ap)
    Afrikatag 2011 in Berlin
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    Bundespräsident Christian Wulff in einem Telegramm an König Harald V. von Norwegen:

    „Ich möchte Ihnen, auch im Namen meiner Landsleute, meine tief empfundene Anteilnahme aussprechen. Deutschland und die Deutschen stehen in dieser schweren Stunde fest an Ihrer Seite.“

    (Foto: dapd)
    Trauerfeier Loki Schmidt
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    SPD-Chef Sigmar Gabriel:

    „Im Namen der Deutschen Sozialdemokratie - aber auch ganz persönlich - möchte ich meine Bestürzung und tiefe Trauer zum Ausdruck bringen. Ich bin erschüttert über den Tod so vieler unschuldiger Menschen. Wir trauern mit allen europäischen Sozialdemokraten um unsere getöteten Freunde, unsere Anteilnahme gilt deren Angehörigen und Familien."

    „Wir verurteilen den kaltblütigen Anschlag auf junge Menschen, die sich in und mit der sozialdemokratischen Jugendorganisation Norwegens auf den Weg gemacht haben, sich in der norwegischen Gesellschaft für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit zu engagieren.“

    (Foto: dpa)
    Aussenminister Westerwelle besucht Kolumbien
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    Bundesaußenminister Guido Westerwelle:

    „Es gibt keine Rechtfertigung für solche barbarischen Taten.“

    "Die Attacken zeigen, dass auch wir in Europa wachsam sein müssen gegenüber Terrorismus und terroristischen Anschlägen.“

    „Wir trauern um die Opfer und wir stehen auf der Seite des norwegischen Volkes.“

    (Foto: dapd)

    Die einzige Straße, die zu der in einem Binnensee gelegenen Insel führt, ist abgesperrt. Nur Rettungskräfte, Journalisten und Anwohner dürfen die Sperren passieren. Besucher werden in Gruppen zur Insel gebracht. Dort ist nach wie vor ein massives Polizeiaufgebot vor Ort, auch das Rote Kreuz und die Feuerwehr befinden sich im Dauereinsatz. Auf dem See wimmelt es von Schlauchbooten, die das Gewässer nach weiteren Opfern und Überlebenden absuchen. In ihrer Todesangst haben viele Jugendliche versucht, sich ans Ufer zu retten. Einige dürften dabei ertrunken sein.

    Seitens der Polizei sind nur noch bewaffnete Einsatzkräfte vor Ort. Diese durchsuchen das Areal nach Sprengsätzen. Die Waffen führen sie für den Fall mit sich, dass der fast ausgeschlossene Fall eintritt und sich doch ein zweiter Täter auf der Insel versteckt hält.

    Außenstehenden bietet sich eine gespenstische Szene: Inmitten einer sommerlichen Idylle mit Hotels, Campingplätzen und Jugendherbergen stehen Zelte, in denen die Toten identifiziert werden. Ständig sind Leichenwagen in Bewegung. Die Überlebenden sind im Sundvolden Hotel untergebracht - dort residieren auch Jens Stoltenberg und Teile seiner Regierung.

    Stoltenberg kannte viele Opfer persönlich
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    10 Kommentare zu "Massaker von Utøya: Vom Ferienparadies zur Terror-Hölle"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Da geb ich dir völlig Recht. Nur was hätte das geändert. Es ändert nicht das Problem das es solche Menschen gibt die zu so etwas fähig sind. Mir vorzuwerfen das ich ein Gutmensch wäre kan ich nur dankend anehmen nur kann man diesen Begriff auch In der politischen Rhetorik als Kampfbegriff verwenden z.B mir Naivität Vorwefen dem wiederspreche ich voll Lieber @freeman. Wie weit sind wir den schon gekommen das jeder der Öffentlich seine Meinung hatt schon Polizeischutz braucht. Es ist auch lächerlich Ich hätte auch garnichts dazu sagen sollen. Finde es auch Naiv zu glauben das man mit einer Waffe dieses Situation verhindern hätten können. Wer sagt mir das derjenige der die Waffe trägt und eigentlich Leute schützen sollte auch nicht zu so einer Tat fähig wäre . Damit möchte ich keinem unterstellen es würde jeder machen der eine Waffe trägt. Es hätte vieleicht so verhindert werden können aber die Betonung liegt auf vieleicht, und das ist reine Spekulation. Nur darf man nicht? Den "Naiven" glauben haben? Das eine Welt Ohne Waffen? Besser Währe. Auch wen dieser Zustand vieleicht Nie Zustande kämme? Aber es ist sinlos darüber zu diskutieren Ich denke so eine Diskusion haben die Opfer nicht verdient.

    • @ Zufall

      hör mal kann es sein das du ein wenig Rassistisch veranlagt bist ?

      Was bezweckst du mit deinem Obama-Neger Äußerung, es ist doch schon schlimm genug, musst du auch noch Öl ins Feuer gießen ?

    • leider können wir uns die welt nicht so malen wie wir sie gerne hätten. in der wirklichen welt gibt es destruktive kräfte die desintegrieren wollen.diese müssen neutralisiert werden , notfalls mit waffengewalt. gutmenschentum ist hier kontraproduktiv.
      hätte auch nur ein jugendlicher oder ein betreuer seine durchgeladene und entsicherte 9 mm gehabt,wären noch 80 bis 90 menschen lebendig.

    • Ich behaupte das Gegenteil: OHNE Waffen gäbs keine Massaker! Kannste mal drüber nachdenken.

    • Ich denke das hatt nicht unbedingt mit der Rechtsradikalen hetze zu tun sondern
      eher mit dem Menschen und seiner Persohn . Ich bin Sozialdemokrat. Und auch Juso
      sagmal muss man schon angst haben seine Meinung offen kundgeben zu dürfen. Gift
      ist auch für diejenigen die Psychich krank sind jede Antidemokratische
      einstellung die Gewalt geggen andere Predigt egal ob es Politisch oder anderst
      motiviert ist. Das nehmen diese sogar ernst, und praktizieren das auch noch aber
      nicht nur psychich kranke sind dazu fähig. Ich bette für den der das getan hatt
      und zuerst aber für diejenigen die die Opfer waren besonderst weil diese auch
      noch "Politisch" Gleichgesinte für mich sind ,auch find ich es
      schockierend das jemand zu so einer Tat überhaupt fähig ist. Aber wirklich
      kapieren werde ich diese Tat nie. Alle Demokratischen eingestellten egal ob
      CDU,SPD,FDP,GRÜNE undsw würden nie zu solchen Mitteln greifen. Das ist für
      meine sicht Krank. Und unbeschreiblich. Das zeigt auch das jede Extrem-Radikale
      einstellung auch fähig ist Psychos zu züchten egal ob sie das schon vorher waren
      oder danach sind. Und Für mich bedeutet das aber auch niemals diesen das Feld
      überlassen. "

    • gäbe es eine allgemeine bewaffnung der bevölkerung würden solche massaker nicht stattfinden können. letztlich ist dies nichts weiter als die folge der entwaffnung der eigenen bevölkerung durch die europäischen staaaten.
      das tragen von waffen ist universielles menschenrecht und verhindert übergriffe jeglicher art,von wem auch immer.

    • Und die Schafe schlafen weiter.....
      Bald werdet ihr aufgeweckt !

    • Wem zu so einer Tragödie als erstes wieder irgendwelche hirnrissigen Verschwörungstheorien einfallen, dem ist echt nicht mehr zu helfen....

    • Dieser Terror kommt fast wie gerufen...
      Normalerweise stünden die Schlazeilen weiter voll von unseren korrupten, verlogenen Politikern, welche die Menschen verarmen und ausbluten lassen...
      Ablenkung von dem Supergau welchen sie inszeniert haben.....
      und die meisten Menschen schlafen weiter und lassen sich einlullen und ablenken...

    • Sehr wahrscheinlich, dass die "Weltgemeinschaft" ein neues Terrorszenario erfinden muss, nach dem sie das Märchen mit Bin-Laden begraben haben. Wer diese Dokumentation vom ORF gesehen hat, dem wird klar, dass ein paar Tote auf einer Insel für inländische Geheimdienste keine besondere Herausforderung darstellen. Eine in Schrecken versetzte Bevölkerung lässt sich schließlich sehr leicht führen.
      http://vimeo.com/8647842

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