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Massenproteste in Frankreich Studenten liefern sich Schlachten mit der Polizei

Die Massenproteste gegen die geplante Arbeitsmarktreform in Frankreich nehmen immer heftigere Ausmaße an: Am Donnerstag haben sich Studenten in Paris Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

HB PARIS. An der Pariser Universität Sorbonne bewarfen mehrere Tausend teils vermummte und maskierte Studenten die Polizei mit Flaschen und Steinen. Die Beamten trieben sie mit Tränengas und Wasserwerfern auseinander und versuchten, sie vom Hauptgebäude der Sorbonne fern zu halten. In einem anderen Stadtteil der Hauptstadt sowie in Rennes spielten sich ähnliche Szenen ab.

Auch in Marseille und Bordeaux gingen Tausende auf die Straße. Anführern der Studenten zufolge beteiligten sich landesweit mehr als 300 000 Menschen an den Protesten. Der Betrieb an 64 der 84 Universitäten des Landes sei in irgendeiner Weise gestört worden. Vertreter des Bildungsministeriums sagten indes, die Zahlen seien niedriger.

Zuvor hatten sich in Paris tausende Studenten und Schüler an friedlichen Protestmärschen beteiligt. Nach Angaben der Studenten waren es rund 120 000 Demonstranten. Geschäfte und die Elite-Universität „Science Po“ waren aus Angst vor Ausschreitungen geschlossen worden. Einige Studenten hatten aus Protest gegen die neuen, für Ersteinstellungen geplanten Arbeitsverträge „anti-CPE“ auf ihre Gesichter geschrieben. Mit dem CPE könnten Unternehmen Beschäftigte zunächst mit einer zweijährigen Probezeit einstellen.

Das Gesetz soll für junge Menschen bis 26 Jahre gelten. In dieser Altersgruppe sind in Frankreich rund 23 Prozent arbeitslos - in einigen Vororten großer Städte sogar bis zu 40 Prozent. „Natürlich sind wir dagegen. Das wird es den Chefs ermöglichen, Menschen ohne Grund zu entlassen“, sagte ein 17-jähriger Schüler beim Protestmarsch. Im westfranzösischen Rennes setzte die Polizei Tränengas gegen Studenten ein, die das Rathaus der Stadt besetzten.

Gewerkschaften kündigten einen weiteren Aktionstag für Samstag an. Dann hoffen sie, die Zahl der nach eigenen Angaben landesweit eine Million Demonstranten vom 7. März noch übertreffen zu können. Die Polizei hatte die Zahl nur etwa halb so hoch geschätzt. Seitdem hat sich das Tempo der Protestaktionen beschleunigt. Die Regierung fürchtet, radikale Kräfte könnten sich den Protesten anschließen und Zusammenstöße mit der Polizei provozieren.

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