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Maßnahme gegen Elektroschrott EU-Parlament spricht sich für einheitliche Ladestandards für Handys aus

Die EU-Parlamentarier stimmen für eine Vereinheitlichung von Ladekabeln. Ein nachfolgendes Gesetz hätte vor allem für den Apple-Konzern Konsequenzen.
30.01.2020 - 16:30 Uhr 1 Kommentar
Das langjährige Chaos bei Ladestandards soll nach Willen des EU-Parlaments ein Ende finden. Quelle: dpa
Verschiedene Ladekabel

Das langjährige Chaos bei Ladestandards soll nach Willen des EU-Parlaments ein Ende finden.

(Foto: dpa)

Brüssel Wer sowohl ein Android-Smartphone als auch eins von Apple besitzt, kennt die Misere: Permanent müssen verschiedene Ladekabel mitgenommen werden. Mit einem Kabel für Samsung oder Huawei lässt sich das Apple-Gerät nicht laden – und andersherum. Damit soll nach dem Willen des EU-Parlaments bald Schluss sein. In einer Resolution sprachen sich die Abgeordneten mit der großen Mehrheit von 582 Stimmen für die Einführung eines einheitlichen Ladestandards für mobile Geräte aus. Es gab lediglich 40 Gegenstimmen und 37 Enthaltungen.

Eine Resolution, auch Entschließung genannt, ist eine Aufforderung an die EU-Kommission, ein entsprechendes Gesetz vorzuschlagen. Nach dem Willen des Parlaments soll die Brüsseler Behörde spätestens im Sommer verbindliche Regeln vorlegen.

Bislang gibt es lediglich eine freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller, einheitliche Ladegeräte auf den Markt zu bringen. Apple hat sich daran aber nicht gehalten. Ein Gesetz hätte dagegen den Effekt, dass Apple sich an die Vorgabe der Einheitlichkeit halten muss, um seine Produkte weiterhin auf dem europäischen Markt anbieten zu dürfen. Die EU-Kommission muss der Aufforderung des Parlaments allerdings nicht nachkommen.

Im Jahr 2009 hat es sogar noch 30 verschiedene Steckertypen gegeben. Mittlerweile ist diese Zahl auf drei gesunken, trotzdem fordert Andreas Schwab, Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz: „Mit dem Kabelsalat muss nun endlich Schluss sein. Nach zehn Jahren ist es durchaus angemessen einen Standard festzuschreiben. Auch der Umwelt wird damit ein Gefallen getan. Ein einheitliches Ladegerät bedeutet weniger Elektroschrott.“

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    Ähnlich äußerte sich auch die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD, Evelyne Gebhardt: „Wir produzieren allein in Europa jährlich Millionen Tonnen an Elektromüll. Mit einem einheitlichen Ladegerät für Mobiltelefone und andere Geräte wie E-Reader, Smartwatches und Kameras, bräuchten wir nicht mehr bei jedem Kauf auch ein neues Ladegerät. Wir würden weniger Kabel mit uns tragen oder sinnlos zuhause anhäufen.“

    Apple argumentiert dagegen, dass es durch ein entsprechendes Gesetz zu mehr Elektroschrott komme, da alle Apple-Nutzer auf neue Ladekabel umsteigen müssten und die alten nicht mehr benötigten. Außerdem befürchtet das Unternehmen Innovationshemmnisse, da es in seinem Produktdesign Beschränkungen unterworfen sei.

    Im Rahmen des Green Deals, dem Plan für eine klimaneutrale Wirtschaft bis 2050, will die EU-Kommission auch dafür sorgen, das Müllaufkommen in der EU in Richtung Null zu senken und Produkte langlebiger zu machen. Dementsprechend ist es denkbar, dass sie der Aufforderung des Parlaments folgt.

    Mehr: Die europäische Gesetzgebung soll auf Linie mit dem Green Deal gebracht werden. Dafür werden etliche Rechtsbereiche auf ihre Umwelt- und Klimatauglichkeit überprüft.

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    1 Kommentar zu "Maßnahme gegen Elektroschrott: EU-Parlament spricht sich für einheitliche Ladestandards für Handys aus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Und das EU Parlament hat nichts anderes zu tun? Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken, beispielsweise? Zusehen, dass wir zwischen den USA und China nicht zerrieben werden.
      Stattdessen beschäftigt sich das Parlament mit Ladekabeln für Handys? Sorry, aber da haben 582 Parlamentarier mindestens den Schuss nicht gehört und scheinen zu seriöser sowie zukunftsgerichteter Sacharbeit nicht fähig zu sein.
      Genauso schafft man den Glauben an die EU und europäische Institutionen ab.

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