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Mauricio Macri Warum Argentiniens Staatschef die Zeit davonläuft

Mauricio Macri wollte sein Land zu einem der Stars der Emerging Markets machen. Jetzt muss der argentinische Präsident um seine Wiederwahl fürchten.
18.06.2019 - 15:15 Uhr 1 Kommentar
Der argentinische Präsident gehört zu den reichsten Männern des Landes. Quelle: AFP
Mauricio Macri

Der argentinische Präsident gehört zu den reichsten Männern des Landes.

(Foto: AFP)

Salvador „Wenn ich doch jeden Tag so einen angenehmen Termin hätte.“ Das sagte der argentinische Präsident Mauricio Macri in der vergangenen Woche bei der Eröffnung des neuen Hauptquartiers des E-Commerce-Unternehmens Mercado Libre. Im Norden von Buenos Aires weihte der nach Börsenwert wertvollste argentinische Konzern sein neues Hauptquartier ein. Mit den Wohlfühloasen und den Designbüros für die 2000 Mitarbeiter könnte es auch im Silicon Valley stehen – und eher nicht in Argentinien.

Das Land steckt seit einem Jahr wieder tief in der Rezession, mit einer Inflation von über 55 Prozent und einem Drittel der Bevölkerung, die offiziell als „arm“ gilt. Bei dem Event konnte der konservative Politiker Macri noch nicht ahnen, dass Argentinien ein paar Tage später einen Mega-Blackout erleben würde. Knapp 50 Millionen Argentinier und Uruguayer saßen am vergangenen Sonntag zwölf Stunden ohne Strom da.

Erfolgsgeschichten wie die von Mercado Libre sind rar geworden in dem Land. Dabei hatte der Unternehmer Macri, ehemaliger Bürgermeister von Buenos Aires und einer der reichsten Männer des Landes, bei seinem Amtsantritt 2015 versprochen, Argentinien zum neuen Star unter den Emerging Markets weltweit zu machen. Beherzt hatte er in wenigen Monaten mit der katastrophalen Wirtschaftspolitik seiner linkspopulistischen Vorgängerin Cristina Kirchner aufgeräumt.

Die hatte das Land im Wechsel mit ihrem Gatten Néstor an die Wand gefahren: mit einer dirigistischen Politik, geplünderten Kassen und vergraulten Investoren. Macri machte alles richtig: Er einigte sich mit den Gläubigern, öffnete das Land für Importe und Investoren, strich die Subventionen. Nur das hohe Haushaltsdefizit ließ er weitgehend unangetastet – in der Hoffnung, dass ausländische Kreditgeber die Lücke füllen würden.

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    Das taten sie, wenn auch zögerlicher als erhofft. Dann sanken die Preise für Agrarrohstoffe auf dem Weltmarkt, eine Jahrhundertdürre folgte, der Peso begann zu schwächeln – und Macri musste vor einem Jahr beim Internationalen Währungsfonds um einen Hilfskredit betteln. Kein einfacher Gang für den stolzen Argentinier.

    Ich will mein Projekt vollenden. Mauricio Macri (Argentiniens Präsident)

    Seitdem sind dem 60-jährigen Reformer die Rezepte ausgegangen. Er macht nicht viel, außer zu sparen – und zu hoffen: dass die Investitionen nun die Konjunktur ankurbeln. Dass die Soja- und Rindfleischexporte für hohe Einnahmen sorgen. Dass die Inflation endlich sinkt. Die Chancen stehen sogar gut, dass das langfristig funktionieren könnte. Doch Macri bleibt keine Zeit.

    Im Oktober stehen Wahlen an. Der Bauingenieur will „sein Projekt vollenden“, wie er sagt. Doch das wird schwierig: Ausgerechnet Cristina Kirchner hat ihn in den Umfragen überholt. Sie könnte ihn mit ihrer Allianz wieder ablösen. Der Wirtschaftsliberale Macri agiert inzwischen wie seine peronistische Vorgängerin: Er hat die Preise für Artikel des Grundbedarfs staatlich festgesetzt.

    Er tourt von einer Einweihung zur nächsten. Ein Blackout wie am Wochenende kostet ihn wertvolle Zustimmung. Es nützt ihm wenig, dass er die fehlenden Investitionen in der Strombranche mit der katastrophalen Politik Kirchners erklärt.

    Und: Viele Argentinier erinnern sich an den letzten großen Stromausfall 1999. Ein schlechtes Omen: Danach begann für Argentinien die schwerste Krise seiner Geschichte.

    Mehr: Ende April lag Präsident Mauricio Macri laut einer Wahlumfrage hinter seiner Vorgängerin. Lesen Sie hier, warum das an den argentinischen Finanzmärkten für Panik sorgte.

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