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Medien China ordnet weitere Ausweisung von US-Journalisten an

Erst kürzlich reagierten die USA ihrerseits auf Ausweisungen von US-Journalisten in China. Nun legt Peking nach und entzieht weitere Akkreditierungen.
18.03.2020 - 07:07 Uhr Kommentieren
Mehrere Korrespondenten der renommierten Zeitung müssen China verlassen. Quelle: AP
New York Times

Mehrere Korrespondenten der renommierten Zeitung müssen China verlassen.

(Foto: AP)

Washington, Peking Nach Einschränkungen der Arbeit chinesischer Staatsmedien in den USA hat Peking die Ausweisung mehrerer Journalisten führender amerikanischer Zeitungen angeordnet. Betroffen sind die „New York Times“, das „Wall Street Journal“ und die „Washington Post“. Mitarbeiter dieser Medien, deren Akkreditierungen vor dem Jahresende ausliefen, müssten ihre Pressekarten binnen zehn Tagen zurückgeben, teilte das Außenministerium in Peking am Dienstag mit. Es war zunächst noch unklar, wie viele Journalisten betroffen waren.

US-Außenminister Mike Pompeo kritisierte das Vorgehen Chinas. „Ich hoffe, sie werden das überdenken“, sagte er in Washington. Der Vergleich zu den Maßnahmen der USA hinke, beklagte er. In den USA sei die Pressefreiheit in keiner Weise eingeschränkt. China dagegen verweigere der Welt Zugang zu dem, was im Land wirklich vor sich gehe. Dabei wäre Transparenz für die Menschen in China in Zeiten wie diesen wichtiger denn je, mahnte er.

Die betroffenen Zeitungen verurteilten die bevorstehende Ausweisung auf das Schärfste. Die Maßnahme sei „besonders unverantwortlich zu einer Zeit, in der die Welt den freien und offenen Fluss glaubwürdiger Informationen über die Coronavirus-Pandemie braucht“, erklärte der Chefredakteur der New York Times, Dean Baquet.

Das „Wall Street Journal“ sprach von einem „Angriff auf die Pressefreiheit“, der zur Zeit einer globalen Krise passiere. Chefredakteur Matt Murray erklärte: „Vertrauenswürdige Nachrichten aus und über China waren nie wichtiger.“ Auch der Chef der „Washington Post“, Marty Barron, erklärte, Chinas Vorgehen im gegenwärtigen Kontext werde „die Lage nur verschlimmern“.

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    Der Club der Auslandskorrespondenten in China (FCCC) hat die angekündigte Ausweisung von US-Journalisten scharf kritisiert. „Journalisten beleuchten die Welt, in der wir leben. Durch diese Aktion verdunkelt sich China“, hieß es in einer Mitteilung des FCCC am Mittwoch. Journalisten dürften nicht zu Bauernopfern der diplomatischen Verstimmungen zweier Großmächte werden. Der Club kritisierte zudem eine zunehmende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in China und beklagte Schikane, Überwachung und Einschüchterung. 

    Die USA hatten erst kürzlich neue Beschränkungen für die Ableger chinesischer Staatsmedien erlassen. Das US-Außenministerium legte eine Obergrenze von 100 akkreditierten Mitarbeitern für fünf chinesische Presseorgane fest. Das Vorgehen könnte nach US-Medienberichten dazu führen, dass bis zu 60 zugelassene Chinesen das Land verlassen müssen. Zudem erwägt die US-Regierung, Visa für chinesische Journalisten künftig stärker zeitlich zu begrenzen.

    Zuvor hatte China im Februar aus Protest gegen einen als beleidigend empfundenen Kommentar im „Wall Street Journal“ zum Ausbruch des neuartigen Coronavirus drei Korrespondenten der Zeitung ausgewiesen. Ihnen wurde mit sofortiger Wirkung die Akkreditierung entzogen. Es war das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Volksrepublik, dass gleich mehrere Korrespondenten einer internationalen Nachrichtenorganisation des Landes verwiesen wurden.

    Mehr: Das Peking-Paradox: Chinas unheimlicher Erfolg mit dem Staatskapitalismus.

    • dpa
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