Medienbericht Griechenland braucht noch mehr Geld

Die Hilfen für Griechenland müssen offenbar um mehrere Milliarden aufgestockt werden. Laut einem Medienbericht ist der Finanzbedarf des hochverschuldeten Landes seit dem Euro-Sondergipfel im Juli weiter gewachsen.
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Griechenland Finanzbedarf übertrifft die beim Euro-Sondergipfel am 12. Juli genannte Summe von 86 Milliarden. Quelle: dpa
Höherer Finanzbedarf

Griechenland Finanzbedarf übertrifft die beim Euro-Sondergipfel am 12. Juli genannte Summe von 86 Milliarden.

(Foto: dpa)

BerlinDas hochverschuldete Griechenland benötigt laut einem Zeitungsbericht noch mehr Geld als bisher bekannt. Vor der Bundestagsabstimmung über ein drittes Hilfspaket für Athen am Mittwoch zeige der Beschlussantrag des Bundesfinanzministeriums, dass der Finanzbedarf um weitere 6,2 Milliarden Euro gewachsen sei, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag.

Demnach gehen die internationalen Geldgeber nun von einer Gesamtsumme von etwa 92 Milliarden Euro aus. Das übersteigt deutlich den Betrag von bis zu 86 Milliarden Euro, der in der Erklärung des Euro-Sondergipfels vom 12. Juli genannt worden war.

In der Beschlussfassung heißt es laut „SZ“, dass eine Verringerung des Finanzbedarfs durch „höhere Einnahmen aus Privatisierungen“ geprüft werden solle. Die Erlöse aus dem Verkauf von griechischem Staatsbesitz sollen demnach dazu führen, die Gesamtsumme des Rettungspakets zu senken.

Das Gegenteil ist dem Bericht zufolge aber der Fall: Im Beschlussantrag des Bundesfinanzministeriums helfe der Posten „Privatisierung“ in Höhe von 6,2 Milliarden Euro nun dabei, dass die vom Gipfel-Beschluss vorgegebene Maximalsumme von 86 Milliarden Euro nicht überschritten werde.

Weil die erhofften Erlöse von 6,2 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Staatseigentum bereits jetzt im Gesamtpaket verbucht würden, fehlten sie wiederum dem geplanten Privatisierungsfonds, heißt es in dem Bericht weiter. Dieser soll einen Gesamtwert in Höhe von 50 Milliarden Euro erzielen. Die Hälfte davon ist für die Rückzahlung der Hilfszahlungen an Banken und für andere Vermögenswerte vorgesehen, ein Viertel soll genutzt werden, um die Schuldenquote zu verringern.

Die verbleibenden 12,5 Milliarden Euro sollen investiert werden. Woher das Geld jedoch kommen soll, ist laut „SZ“ noch immer offen. Die Erlöse aus Privatisierungen könnten es nicht sein – denn diese seien bereits in das Gesamtpaket mit eingerechnet.

Am geplanten dritten Programm für Griechenland soll sich nach dem Willen der Euro-Staaten auch der Internationale Währungsfonds (IWF) beteiligen. Hohe EU-Beamte rechnen laut „SZ“ damit, dass der IWF etwa 16 Milliarden Euro an Krediten übernehmen könnte. Doch auch diese Summe ist nicht sicher.

Der Währungsfonds wird erst nach einer Überprüfung der Reform-Umsetzungen in Griechenland entscheiden, ob er sich an einem dritten Paket beteiligen wird. Als Voraussetzung dafür nennt der IWF die Schuldentragfähigkeit des Landes – doch diese sehe der Währungsfonds derzeit nicht gegeben, schreibt die Zeitung.

Warnung vor verstecktem Schuldenschnitt
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12 Kommentare zu "Medienbericht: Griechenland braucht noch mehr Geld"

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  • @Wilfried Runft ... es ist wie Sie schreiben "die Demokratie wird aus den Angeln gerissen". Welch trauriges und zugleich treffendes Wortspiel. Deutschland und die Demokratie ändern sich seit der Einführung des Euro mit einer beängstigenden Geschwindigkeit, Recht und Gesetz werden gebeugt und gebrochen, der Bürgerwille wird planiert und Widerstand gegen die "alternativlose Politik" wird in einem Maße diskreditiert, welches man sich von zehn und mehr Jahren nicht vorstellen konnte. Mittlerweile werden Sezenarien wie Bürgerkrieg denkbar. Was sollen wir antworten, wenn uns unsere Kinder einmal fragen: "warum habt ihr nichts dagegen unternommen?"

  • Unter den gegebenen Umständen sollte man den Bundestag auflösen.
    Die Abnicker braucht niemand und die Kosten für die Abnicker entstehen auch nicht.

  • Man gewinnt den Eindruck, der Bundestag ist eine Lottoannahmestelle oder ein Wettbüro und die Abgeordneten geben ihre Wetten oder ihre Tippzettel ab.

    Denn auf dieser Basis, kann man nicht entscheiden, sondern nur tippen oder wetten. 6 aus 49 geht nicht, dafür 8 aus 99.

  • @Herr Wolfgang Wüst

    ..Lieber Generalbundesanwalt! Wo bleiben Ihre Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats...

    Der alte ist weg, der neue noch nicht richtig da und ich glaube der wird erst auch dann aktiv, wenn es um die Einschränkung der Grundrechte geht. Geld ist für ihn uninteressant, unser Geld sowieso.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Griechenland braucht noch mehr Geld"

    Die Erkenntnis kommt jetzt aber wirklich ganz überraschend?!

    Griechenland war pleite, ist pleite und wird pleite sein.

    Trotzdem werden unsere "Volksvertreter" morgen wieder in großer Mehrheit der weiteren Veruntreuung von Volksvermögen ihren Segen geben und dem alternativlosen Kurs von Mutti-Merkel folgen.

  • Griechenland braucht noch mehr Geld. Welch eine Überraschung! Das hat ja niemand vorhersehen können.

    Gleichzeitig hat Schäuble in einem ZDF-Gespräch ein 4. "Rettungspaket" für Griechenland für die Zukunft nicht ausgeschlossen.

    Und die "Kredite", die Griechenland gewährt werden, werden zunächst einmal zinslos gestellt, während die Tilgung zum Ausgleich für diesen Zinsverzicht auf Jahrzehnte hinausgeschoben wird. So einen Immobilien"kredit" würde wohl jeder gerne haben.

    Was ist das alles anderes als eine auf Dauer angelegte Transferunion?

    Man kann über eine solche Transferunion natürlich denken, was man will. Ich halte sie für verhängnisvoll und verheerend, weil sie die falschen "Leistungs"anreize setzt.

    Was aber empörend und unannehmbar ist, ist die Tatsache, daß die Politiker fortlaufend unsere Intelligenz beleidigen, indem sie so tun, als seien das alles bloß Kredite. Was sind die Altparteien für eine erbärmliche Lügenunion! Daß ihre Politiker sich morgens noch im Spiegel sehen können, ohne daß ihnen übel wird, vermag ich nicht zu begreifen.

  • @Tito Klein
    "Worüber stimmt der Bundestag eigentlich morgen ab?"

    Jep, das frage ich mich auch. Denn es ist einerseits unklar, ob der IWF sich wie gefordert überhgaupt an dem 3. Rettungspaket beteiligen wird, es ist unklar, wie der "unklassische Schuldenschnitt aussehen wird" und es ist nun sogar unklar, wie hoch derFinanzbedarf von Griechenland denn nun überhaupt ist.

    Jeder BT-Abgeordnete, der zustimmt, soll also quasi einen Blankoscheck unterschreiben. Und wer das nicht tut, der riskiert seine politische Karriere, denn alle macht geht vom Volker (Kauder) aus... :-D

    Das Politschauspiel, das uns hier geboten wird, ist nur noch lächerlich und wird von Tag zu tag schauriger.

    Ist aber egal, sind ja nur ene Handvoll Milliarden mehr und bei TTIP dürfen die Abgeordneten ja auch nicht in die Dokumente Einsicht nehmen, über welche sie dann zur Abstimmung schreiten sollen. Staatsdirigismus vom Feinsten, Demokratie war gestern (wenn überhaupt).

  • Griechenland wird immer mehr Geld benötigen, schliesslich haben sie ebenso mit Inflationen zu kämpfen wie alle anderen Volkswirtschaften auch.
    Ein weiterer Schuldenschnitt wird nur kurzfristig die Lage entspannen. Auf Dauer wird Griechenland, genauso wie alle anderen Staaten auch Deutschland, seine Schulden nie ganz tilgen können, es sei denn ein ordentlicher Staatsbankrott bringt genau das.
    Wir hätten also alles am Anfang haben können. Griechenland wäre ordentlich in den Bankrott gegangen, die Banken (die schliesslich Nutzniesser der derzeitigen Politik sind) hätten in den nationalen Länder gestützt werden können, Griechenland bekäme von der EU Hilfen die gezielt in die Wirtschaft gehen, das griechische Volk hätte nie und müsste nicht leiden. Die wirkliche Katastrophe war, dass man "Griechenland nicht alleine" gelassen hat. Durch die Hilfe kam es zu einer größeren Katastrophe als wie wenn man nicht "geholfen" hätte. Es gäbe keine Rechtsbrüche, nicht mal den Verdacht dazu und, und, und.......ich bin sicher ziemlich einfältig was das betrifft, aber ich würde doch gerne wissen, wer hier wem was geraten hat.

  • Was im Bundestag im Zusammenhang mit der Griechenlandhilfe abläuft, kann man nur noch als gespenstisch bezeichnen. Die Demokratie wird förmlich aus den Angeln gerissen. An das Versagen der Politik angesichts der derzeitigen Probleme mag sich mancher schon gewöhnt haben. Meine größte Enttäuschung ist aber die Justiz, die diesem Wahnsinn kein Ende bereitet, sondern sich dem Willen der Politik -wie schon oft in unserer Geschichte- untergeordnet hat.

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