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Medienreaktionen „Auf dem Papier ist sie perfekt“ – So kommentiert die internationale Presse von der Leyens Wahl

Die Wahl von der Leyens sorgt auch international für Aufmerksamkeit – nicht nur weil mit ihr die erste Frau an der Spitze der EU-Kommission steht.
3 Kommentare
Ursula von der Leyen: So kommentiert die Presse von der Leyens Wahl Quelle: dpa
Ursula von der Leyen

Die bisherige Bundesverteidigungsministerin wird am 1. November Präsidentin der Europäischen Kommission.

(Foto: dpa)

New York Mit der Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionschefin endet ein intensiver, zweiwöchiger Überzeugungsmarathon, an dessen Ende die bisherige Bundesverteidigungsministerin die absolute Mehrheit im Parlament erreichen konnte. Dennoch verspürt sie viel Gegenwind.

Mit nur neun Stimmen über der absoluten Mehrheit fällt von der Leyens Wahl äußerst knapp aus – viele Abgeordnete, vor allem aus dem linken und grünen Lager, trauen der 60-Jährigen das Amt der Kommissionschefin nicht zu oder sind von ihrer Agenda nicht überzeugt.

Die internationale Presse konzentriert sich vor allem auf den Aspekt, dass Europa ab dem 1. November erstmals eine Frau an der Spitze der Exekutive haben wird. Aber auch die massive Kritik, die von der Leyen vor der Wahl vor allem aus Deutschland entgegengeschlagen ist, ist Gegenstand der Presseberichterstattung. Eine Auswahl an Pressestimmen:

„The Times“: „Auf dem Papier ist sie perfekt für den Job“

Die britische Tageszeitung porträtiert Ursula von der Leyen als starke, gut ausgebildete, erfahrene und professionelle Politikerin, die neben ihrem Kampf für die Gleichberichtigung von Frauen auch Kompromissfähigkeit mitbringt. Als Bindeglied zwischen Berlin und Paris wird von der Leyen – so die „Times“ – eine wichtige Rolle in der deutsch-französischen Zusammenarbeit einnehmen.

Doch genau da sieht die Zeitung auch das Problem: Viele andere europäischen Staaten, so die Befürchtung, könnten sich durch von der Leyen nicht repräsentiert fühlen, das deutsch-französische Monopol in Europa drohe durch die Wahl von der Leyens noch größer zu werden.

„Neue Zürcher Zeitung“: „Die Revolte wurde abgesagt“

Die Schweizer Zeitung kritisiert von der Leyens Rede vor dem Europaparlament als rhetorisch stark und inhaltlich schwach. Dennoch habe sie mit einer leichten Tendenz nach links Überzeugungsarbeit leisten und damit eine hauchdünne Mehrheit erzielen können. Dass von der Leyen überhaupt vom Rat vorgeschlagen wurde, sieht die „NZZ“ derweil nicht als Demokratiedefizit.

Das Europäische Parlament sei keine Vertretung des europäischen Staatsvolkes, daher sei das Spitzenkandidatenprinzip auch von vornherein schwierig gewesen. Um als neue EU-Kommissionspräsidentin überzeugen zu können, müsse von der Leyen jetzt vor allem einen neuen Politikstil finden. Als „in der Wolle gefärbte Europäerin“ dürfte ihr das nach Ansicht der Schweizer Zeitung nicht schwer fallen, zumal sie sich mit dem Rücktritt als Bundesverteidigungsministerin galant eines ungeliebten Amtes entledigt habe.

Ursula von der Leyen: „Ich fühle mich geehrt und bin überwältigt“

„The Guardian“: „Die erste Frau an der EU-Spitze“

Auch der britische „Guardian“ hebt von der Leyens Rolle als erste EU-Kommissionspräsidentin hervor. Trotz massiver Kritik aus den Reihen der Sozialdemokraten und Grünen sei es ihr gelungen, eine knappe Mehrheit für sich zu gewinnen.

Der „Guardian“ betont zudem, dass von der Leyens Amtsantritt ausgerechnet auf den Tag fällt, an dem der mögliche nächste britische Premierminister Boris Johnson Großbritannien aus der EU führen will – mit oder ohne Deal. Egal wer am Ende britischer Premierminister werde, von der Leyen wolle mit allen Regierungschefs und Staatsoberhäuptern gleichermaßen professionell zusammenarbeiten.

CNN: „Von der Leyen will Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent machen“

Der US-TV-Sender berichtet neben der knappen Wahl von der Leyens auch über ihre politischen Ziele. So will die bisherige Bundesverteidigungsministerin Europa bis 2050 klimaneutral machen. Dies sei vor ihrer Wahl eines der zahlreichen Zugeständnisse gewesen, das von der Leyen an ihre politischen Gegner gemacht habe.

CNN greift jedoch auch die „kontroverse“ Nominierung der 60-Jährigen auf und hebt die massive Kritik hervor, die von der Leyen vor allem aus Deutschland entgegengeschlagen sei. In der deutschen Medienberichterstattung sei zudem von „positiven Nachrichten“ für die Bundeswehr die Rede, da von der Leyen nun nicht mehr Bundesverteidigungsministerin sei.

Mehr: Auf Druck der gewählten EU-Kommissionspräsidentin verlässt der umstrittene Top-Beamte Martin Selmayr Brüssel.

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3 Kommentare zu "Medienreaktionen: „Auf dem Papier ist sie perfekt“ – So kommentiert die internationale Presse von der Leyens Wahl"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie war der Wahlslogan "Der Partei" nochmal?

    "Für Europa reichts!"

    Das trifft es doch recht gut.

  • Die aktuellen Personalentscheidungen sind für mich definitiv nicht mehr nachvollziehbar, egal ob es sich um den Nachfolger des Chefs der EU-Komission oder die Neubesetzung des Verteidigungsministeriums handelt. Aus meiner Sicht sind das durchweg Lachnummern. Wenigstens werden jetzt in den Chefetagen diverser Beratungsunternehmen europaweit die Sektkorken knallen.

  • Die einzige (nahezu) perfekte europäische Politikerin in meiner bisherigen Lebenszeit war MAGGIE THATCHER. Gott hab sie selig!!!
    Vielleicht bekomme ich doch noch irgendwann die Gelegenheit, ein paar Blümchen auf ihr Grab zu legen.
    In memoriam:
    "Das Rückgrat ist bei manchen Politikern unterentwickelt - vielleicht weil es sowenig benutzt wird."
    "Folge nie der Menge, nur weil du Angst hast, anders zu sein."
    "Wenn ich Deutsche wäre, würde ich die Bundesbank und die D-Mark auf alle Fälle behalten."
    "Das Problem vom Sozialismus ist, dass Dir irgendwann das Geld anderer Menschen ausgeht.”
    Und das beste natürlich zum Schluss:
    "We are not asking for a penny piece of Community money for Britain. What we are asking is for a very large amount of our own money back."


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