Meilenstein im Syrien-Krieg? Staatschefs beraten in Sotschi

Kremlchef Putin will bei einem Syrien-Gipfel maßgebliche Entscheidungen für die Zukunft des Bürgerkriegslandes treffen. Unteranderem mit der Türkei und dem Iran. Wird das Treffen zum Wendepunkt für die Zukunft Syriens?
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Der russische Präsident wird am Mittwoch Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani zu Gesprächen empfangen um über das das Bürgerkriegsland Syrien zu sprechen. Quelle: dpa
Wladimir Putin

Der russische Präsident wird am Mittwoch Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani zu Gesprächen empfangen um über das das Bürgerkriegsland Syrien zu sprechen.

(Foto: dpa)

Sotschi Kremlchef Wladimir Putin will bei einem Gipfeltreffen mit den Staatschefs der Türkei und des Irans über weitere Schritte für das Bürgerkriegsland Syrien verhandeln. Putin wird am Mittwoch im russischen Kurort Sotschi Recep Tayyip Erdogan und Hassan Ruhani zu Gesprächen empfangen. Unter anderem soll nach Medienberichten über die Sicherheitszonen beraten werden.

Kurz zuvor hatte sich Putin mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad getroffen. Dabei betonte er, dass der Militäreinsatz in Syrien „jetzt tatsächlich zu einem Ende“ komme. Der Kreml nannte das Treffen am Montagabend als maßgebliche Vorbereitung für die Dreier-Gespräche am Schwarzen Meer. „Es wurde eine Grundlage vorbereitet, dass das, was (...) in Sotschi erreicht wird, überlebensfähig ist und nicht nur auf Papier bleibt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Putin drängt auf politische Lösung

Putin drängt auf politische Lösung

Vor knapp sieben Jahren war der Bürgerkrieg in Syrien ausgebrochen, als die Regierung mit Gewalt gegen Proteste vorging. Mit militärischer Hilfe Russlands und des Irans gelang es den regierungstreuen Truppen in den vergangenen Monaten, zentrale Gebiete von Rebellen zurückzugewinnen. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat hat die meisten Gebiete in Syrien wieder verloren. Moskau fliegt seit 2015 Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland und hat auch Personal am Boden im Einsatz.

Russland hat gemeinsam mit der Türkei und dem Iran mehrere Verhandlungen zu Friedensgesprächen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition vermittelt, die den UN-geführten Friedensprozess in Genf ergänzen. Russland hatte zuletzt zudem einen sogenannten Kongress der Völker Syriens ins Spiel gebracht. Dabei soll über eine Nachkriegsordnung für das Land beraten werden.

In diesen Ländern fordert Terror die meisten Toten
Platz 5: Pakistan
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Pakistan landet zwar immer noch auf dem fünften Platz weltweit, hat aber drei Jahre in Folge schon einen Rückgang der Terrorattacken zu verzeichnen. 2016 sind 956 Menschen (minus 12 Prozent) durch Anschläge ums Leben gekommen, das ist die geringste Anzahl an Toten seit zehn Jahren. Das ist besonders beeindruckend, wenn man bedenkt, dass sich Pakistan seit 2007 immer mindestens unter den Top vier der terrorismusgeplagten Länder befand. Die meisten Anschläge verüben immer noch die pakistanischen Taliban, aber auch der IS ist hier aktiv. Dass die Zahl der Anschläge abnimmt, wird besonders einer Operation der pakistanischen Armee zugeschrieben.

Indisch-pakistanischer Konflikt
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Seit der Subkontinent 1947 geteilt wurde, schwelt der Streit um das von Muslimen bewohnte, einstige Fürstentum Kaschmir in Asien. Seit 1989 kämpfen Rebellen für die Unabhängigkeit, viele von ihnen letztlich für den Anschluss an Pakistan. Ein Waffenstillstand wurde 2003 ausgehandelt, doch immer wieder gibt es Attentate und Ausschreitungen. Der zweite Konflikt spielt sich zwischen Sunniten und Schiiten ab, die sich in Parachinar an der Grenze zu Afghanistan immer wieder Gefechte liefern.

Platz 4: Syrien
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Der Terrorismus in Syrien hängt mit dem Bürgerkrieg zusammen, der seit 2011 im Land tobt. Vorher war das die arabische Nation auf Platz 57 des Global Terrorism Index. Im vergangenen Jahr sind mehr als 2100 Menschen durch Anschläge ums Leben gekommen, der Großteil von ihnen Zivilisten. Bei weitem die meisten Terrorattacken gehen vom IS aus, aber auch die syrische Al-Nusra-Front ist noch immer aktiv. Insgesamt ist aber auch in Syrien ein Rückgang der Toten durch Terror zu verzeichnen: Minus 24 Prozent. Wie viele Menschen in den vergangenen sechs Jahren insgesamt ums Leben gekommen sind, lässt sich nicht genau beziffern. Schätzungen gehen von bis zu einer halben Million Toten aus.

Homs
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Der Syrien-Krieg hat bisher eine halbe Million Menschenleben gefordert und zirka 12-14 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Das syrische Regime konnte, gestärkt durch seine Alliierten Russland und Iran, wieder Boden gut machen und die oppositionellen Gruppen zurückdrängen. Der spektakulärste Erfolg war die vollständige Einnahme Aleppos im November 2016. Die militärischen und politischen Verhandlungen finden inzwischen an zwei Orten statt: Astana (Kasachstan) und Genf. Eine tragfähige politische Lösung scheint indes immer noch weit entfernt.

Platz 3: Nigeria
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Auch Nigeria verlor 9000 Menschen an den Terror. Nach einem rasanten Anstieg im Vorjahr ist die Zahl der Terrortoten allerdings massiv gesunken. Hier ging die Zahl der Todesfälle, die der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram zugeschrieben werden, im Jahr 2016 um 80 Prozent zurück, Grund dafür sei vor allem eine internationale Militäroperation gegen die Miliz, heißt es in dem Bericht. Boko Haram ist nach dem IS die gefährlichste aller Terrorgruppen, in Nigeria selbst allerdings haben die Fulani-Extremisten die meisten Todesopfer zu verschulden, die in über der Hälfte der Fälle Zivilisten sind. Insgesamt gibt es 13 verschiedene terroristische Gruppierungen, die in Nigeria aktiv Anschläge verüben.

Islamistischer Terror
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Die Terrorgruppe Boko Haram kämpft seit 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen in die Flucht getrieben.

Platz 2: Afghanistan
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Afghanistan, das Land, in das immer noch Flüchtlinge aus Deutschland abgeschoben werden, hat im vergangenen Jahr mehr als 9441 Todesopfer durch den Terror zu beklagen. Für einen Großteil sind die radikal-islamistischen Taliban verantwortlich, aber auch der afghanische IS-Ableger Khorasan Chapter verübte Attentate. Besonders häufig wurden Polizisten Opfer von Anschlägen. Es gab zwar insgesamt weniger Terrortote (minus 23 Prozent) als im Vorjahr, aber nur, weil die Taliban sich mehr auf traditionelle Kämpfe gegen das afghanische Militär konzentrierten, in denen 2016 rund 18.000 Menschen ums Leben kamen.

Erdogan war erst in der vergangenen Woche nach Sotschi gereist, um mit dem Kremlchef zu verhandeln. In dem Schwarzmeerort wird sich Erdogan nach Medienberichten bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr mit seinem Kollegen Putin treffen.

Ruhani betonte im Vorfeld, wie wichtig die Verhandlungen für die Zukunft Syriens seien. Seinen Worten zufolge werde dann das syrische Volk über die Zukunft des Landes selbst entscheiden können.

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3 Kommentare zu "Meilenstein im Syrien-Krieg? : Staatschefs beraten in Sotschi"

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  • Wenn Syrien befriedet würde, wäre das ein harter Schlag für die Politik Deutschlands, denn der Motivation, syrische "Flüchtlinge", vornehmlich jüngere Wehrfähige, dem demokratisch gewählten Diktator zu entziehen, wäre die Basis entzogen.

    Hinzu kommt ein schwerer "wirtschaftlicher Schaden", den die hiesige Flüchtlingsindustrie erleiden würde, würde der Nachschub an "Schutzsuchenden" ausgehen.

  • Russland scheint den Krieg zu gewinnen ebenso wie Deutschland, daß jetzt über Generationen hinweg seine Renten mit den gut ausgebildeten syrischen Facharbeiter sicher kann. Frau Dr. Merkel hat wieder einmal ihre überragenden Fähigkeiten unter Beweis gestellt.

  • Man kann schon stark vermuten das die Kurden wieder die Verlierer sind . Wenn Assad und Putin die Kurden abschreiben und den Türken vor die Füsse werfen zieht Erdogan seine Schlächter aus Syrien vielleicht ab. Aber ein Land nach 7 Jahren ist so verfeindet und so voller Hass , dass ein Töten der Kurden sicherlich
    keinen Frieden bringt. Das Putin nicht gerade ein Paradebeispiel von Diplomatie ist
    was er ja mit Trump teilt , wird es noch lange weitergehen mit Krieg und Anschlägen. Auch Deutsche Politiker haben Blut an den Händen , durch Aufklärung von Zielen die nach Tagen angegriffen werden und auch Zivilisten töten
    hat sich Deutschland mitschuldig gemacht. Entweder macht man richtig mit aber nicht mit Pseudo Krieg und sich hinstellt und sagt wir waschen unsere Hände in Unschuld.

    Vielleicht kann ein Neuaufbau der Weltgemeinschaft helfen und dazu braucht es
    Leute die ausgeruht sind . Also die Flüchtlinge in Deutschland sind jetzt gefragt.

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