Memoiren George W. Bush knöpft sich Altkanzler Schröder vor

Diese beiden werden in ihrem Leben wohl keine Freunde mehr: Der ehemalige US-Präsident George W. Bush ist zurück im Rampenlicht und geht in seinen Memoiren unter anderem heftig mit Altkanzler Gerhard Schröder ins Gericht. Der Deutsche habe ihn getäuscht und „das Vertrauen verletzt“, so der Amerikaner. Schröder ließ das nicht auf sich sitzen.
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Da war das Verhältnis schon zerstört: Bush mit Schröder in Mainz im Februar 2005. Quelle: ap

Da war das Verhältnis schon zerstört: Bush mit Schröder in Mainz im Februar 2005.

(Foto: ap)

HB WASHINGTON. Der einstige US-Präsident George W. Bush blickt in seinen Memoiren voller Bitterkeit auf die deutsch-amerikanische Eiszeit während seiner Amtsjahre – und knöpft sich dabei vor allem Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder vor. Der damalige deutsche Regierungschef sei so schwer zu durchschauen gewesen wie kaum ein anderer Staatsmann, schreibt Bush in seiner am Dienstag in den USA vorgelegten Autobiografie.

Besonders das Verhalten des Kanzlers in den Monaten vor dem Irak- Krieg scheint dem Amerikaner sauer aufgestoßen zu sein. So habe Schröder ihm noch im Januar 2002 in einem Gespräch zugesichert, sich an einer Invasion im Irak zu beteiligen - um sich dann Monate später im Bundestagswahlkampf öffentlich gegen die Kriegspläne zu stellen.

Schröder reagierte am Dienstag prompt auf die Vorwürfe: „Bush sagt nicht die Wahrheit“, heißt es in einer Mitteilung des Ex-Kanzlers.

Doch noch eine andere Episode in dem Zusammenhang hängt dem Ex- Präsidenten nach. Er sei „schockiert und wütend“ gewesen, als er 2002 wegen seiner Irak-Politik von der damaligen deutschen Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) mit Adolf Hitler verglichen worden sei. „Es war schwer, sich etwas noch Beleidigenderes vorzustellen, als von einem deutschen Offiziellen mit Hitler verglichen zu werden“, schreibt Bush.

Bush zitiert die damalige Justizministerin, deren Namen er in dem Buch nicht nennt, mit den Worten: „Bush will die Aufmerksamkeit von inländischen politischen Problemen weglenken. (...) Hitler hat das auch getan.“ Däubler-Gmelin bestritt damals energisch, dass dieses Zitat jemals gefallen sei. Dennoch musste sie ihr Amt danach abgeben.

Er habe später zwar weiter mit dem damaligen Bundeskanzler Schröder „auf Gebieten des gemeinsamen Interesses“ zusammengearbeitet, so Bush weiter. Das Verhältnis zu ihm habe aber arg Schaden genommen. „Als das Vertrauen erstmal verletzt war, war es schwer, wieder eine konstruktive Beziehung zu haben.“

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18 Kommentare zu "Memoiren: George W. Bush knöpft sich Altkanzler Schröder vor"

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  • bush ist weg - Gott sei Dank !
    Merkel hat parriert wie bush es sich gewünscht hat und deshalb wir sie von ihm gelobt. Schröder hat nicht parriert und deshalb wir der von bush angegriffen (Danke Herr Schröder, auch wenn ich kein SPD-Fan bin).
    Wann merken wir Deutschen endlich, wie Frau Merkel uns an die Amis und israelis verkauft hat !
    Schlimmer als Wölfe sind Wölfe im Schaafspelz !

  • Liebes Handelsblatt !
    Warum mußt Du nochmals über diese unsäglichen Absonderungen einer lame duck berichten ?
    Es gibt doch auch interessante oder wichtige Themen ...

  • Sein ganzes Leben war eine einzige Lüge.
    Er ist so von dem blödsinn, den er redet überzeugt, dass er wohl meint, dass der Zweck alle Mittel heiligt.

    Sein erster Sieg bei den Präsidentenwahlen war eigentlich ein politischer Putsch mit Hilfe des Supreme Court.
    Der Anfangserfolg in Afghanistan basierte noch auf Plänen der Clinton-Regierung.
    Durch seine irak-Manie hat er diesen Erfolg wieder zunichte gemacht.
    Die begründungen für den Krieg waren Lügen.
    Die Welt ist eben nicht sicherer geworden ohne Saddam-Hussein! Er ware ein Gegengewicht zum iran.
    Der Einfluss des iran in der Region war nie vorher so groß wie heute.
    Das Verhältnis zwischen Europa und Russland wurde nachhaltig negativ beeinträchtigt.

    Eine kriegsbedingte Rekordverschuldung.
    Dadurch verloren die USA faktisch ihre unbestrittene Führung in der Weltwirtschaft.

    Der politische Einfluss der USA in der Welt ist ebenfalls spürbar zurückgegangen.

    Dank seiner konzeptlosen militärischen Abenteuer sind die Grenzen der militärischen Macht der USA nun offensichtlich geworden.
    So etwas ist Wasser auf den Mühlen von Organisationen wie El-Kaida und Staaten wie Nord-Korea.

    Es gibt etwas, dass ist viel schlimmer als das böse:
    Dummheit!!!

  • Was für ein elender Kerl dieser bush. War doch die Welt froh als er endlich von der bühne verschwand! Mit seinem "historischen" Erbe schlagen wir uns alle noch viele Jahre herum, politisch, wirtschaftlich und militärisch.

    ich erinnere noch als "diese Frau aus berlin" als Oppositionsführerinin Washington zu bush sagte, dass Schröder nicht der Kanzler aller Deutschen sei. Kann man sich vorstellen, dass ähnliches von einem US Politiker oder einem Franzosen oder italiener über deren Staatschef/Präsidenten im Ausland gesagt würde?

    Schröder hatte seine Macken, aber er hatte wenigstens Eier. Und das war gut so.

  • Gehörte Saddam Hussein hingerichtet? in jedem Fall gehörte er vor den internationalen Gerichtshof.
    Gehört George Walker bush hingerichtet? in jedem Fall gehört er vor den internationalen Gerichtshof.
    Die Legitimation zum Töten haben wir hier aus den besten Gründen überwunden.

    Wie soll ich meinen Kindern Recht und Gerechtigkeit lehren?

    Herr G. W. bush ist mit Lügen aufgewachsen - wie kann man erwaren, dass er damit plötzlich aufhört?

    Hat jemand Antworten?

  • bush gehört so wie die ns -elite nach nürnberg zu einem kriegsverbrecherprozeß.
    und ebenso verurteilt :
    sentenced to death by hanging!

  • ...man kann halten von Schröder was man will: ihm verdankt es Deutschland, dass nicht jahrelang täglich in Plastiksäcken eingetütelte Kadaver unserer Jugend aus dem irak nach Hause gesendet wurden. Und da bin ich stolz auf diesen "alten" Europäer! Die jetzige bundeskanzlerin schweigt hierzu natürlich heute: Wäre sie damals (brav bei GWb arschkriechend) nicht als Oppositionsfüherin, sondern schon als Kanzlerin tätig gewesen, dann hätten wir jetzt tausende tote "Helden"! Weiter: Wenn man etwas in der Welt rumkommt, so hat man das Gefühl: Nie ist das Ansehen der USA so in den Keller gerasselt wie zu Zeiten dieses unsäglichen Cowboys GWb! Arme USA! Warum schweigt dieser unsägliche idiot nicht einfach, das beste für sein Ansehen wäre doch, wenn man ihn einfach vergessen würde. Die gigantischen ökonomischen Probleme der USA von heute basieren doch auf seiner Amtszeit. ihn mit Hitler in einem Atemzug zu nennen entspricht nicht der politischen Korrectness, angesichts seiner menschenrechtsverachtenden Einstellung sehr wohl aber der bitteren Wahrheit!
    Vermutlich hat Hugo Chavez damals schon richtig gerochen, das mit dem Schwefel am Redepult!

  • "Sie wurde schnell zu einer meiner engsten Freunde auf der Weltbühne" ...kein Wunder sprach Frau Merkel doch zur Zeit der irak Krise die historischen Worte:
    "Jetzt müssen Waffen sprechen...."
    Danke Herr Schröder.

  • Wann wird dieser Wahlbetrüger (er hatte gegen Al Gore verloren, nur sprach da nach dem 9.11. aus falsch verstandenenem Patriotismus praktisch keiner mehr drüber…) für Afghanistan, irak und all die anderen Scheußlichkeiten vor ein Kriegsgericht gestellt? Meinetwegen in Guantanamo…

    Außerdem muss er dann vor seiner (wahrscheinlichen) Hinrichtung noch vor ein ordentliches Gericht, für seine systematische Verschwendung von Volksvermögen und Gesetzgebung zur Ausbeutung der Massen durch die Privilegierten. Wenn der häßliche Kapitalismus ein Gesicht bräuchte, in G.W.bush hätte er es gefunden.

  • ich finde es toll das jemand George W. bush ein buch geschrieben hat, denn wer kein buch richtig halten kann, der kann auch keins schreiben. Schade dass die inhalte scheinbar trotzdem von ihm selbst stammen. http://earthhopenetwork.net/bush_idiot.htm

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