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Merkel in Peking China verliert die Geduld mit Europa

Pekings Sorgen wachsen, dass Europa die Euro-Krise nicht in den Griff bekommt und Chinas Wachstumschancen gefährdet. Im Gespräch mit der Kanzlerin macht Premier Wen Druck - und legt Chinas Engagement in die Waagschale.
30.08.2012 - 11:26 Uhr 62 Kommentare

Merkel trifft chinesischen Ministerpräsidenten Wen

Peking Premier Wen Jiabao schickte seiner Kernbotschaft einige diplomatische Phrasen voraus. China habe Vertrauen in Europa und vor allem in seinen Gast, Kanzlerin Angela Merkel, sagte er zunächst. Doch dann kann er zur Sache: „Wir sehen in letzter Zeit eine weitere Verschlechterung der Lage in der Eurozone.“ Die chinesische Regierung sei von „großer Sorge“ um die Entwicklung in der EU erfüllt.

Als er vom „Verbleib Griechenlands in der Eurozone“ sprach, klang das so, also sei dieser aus seiner Sicht alles andere als sicher. Für Italien und Spanien nannte er einen „Antrag auf umfassende Hilfe“ eine mögliche Option. Statt sich asiatisch-indirekt zu äußern, sprach er damit die Katastrophenszenarien an, an die Merkel die Investoren eigentlich lieber nicht erinnern will.

Zugleich gab China der Kanzlerin aus eigener Erfahrung Tipps für die Wirtschaftspolitik mit auf den Weg. Wen wies sie darauf hin, dass ein Land mit Sparpolitik allein nicht aus der Krise kommt, sondern auch Konjunkturpolitik dazukommen müsse. China selbst hat sich von bitterarmen Verhältnissen Anfang der 80er-Jahre durch geschickten Einsatz von Kapital zur Wirtschaftsmacht hochgearbeitet – und dabei stets auf großzügige staatliche Investitionen gesetzt.

China ist nun mit Reserven in Höhe von 3,2 Billionen Dollar der reichste Deviseninvestor weltweit. Wenn die angeschlagenen Euroländer und die Schutzschirm-Fonds eine Chance auf günstige Refinanzierung haben wollen, dann kommen sie um China nicht herum. Wenn die Volksrepublik einen Teil ihrer Reserven in Euro-Papiere umschichten würde, würde das die Zinsen drücken.

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    62 Kommentare zu "Merkel in Peking: China verliert die Geduld mit Europa"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Und was unsere Kanzlerin da wieder alles erzählt. Europa steht geschlossen hinter dem Euro? Die Frage ist warum! Wenige wollen die politische Union, viele wollen die Schuldenunion, die meisten seher die EU nur noch als Beschaffer billiger Mittel, um Haushaltslöcher zu stopfen. Das ist nun mal keine tragfähige Basis mehr! Schönreden funktioniert da nicht mehr!

    • @Rechner
      "Die Chinesen müssen eben in dem Moment, in dem sie für ihre Dollars was haben wollen, eingestehen daß die weniger wert sind als Sie dachten."

      Auch hier unterschätzen Sie die Chinesen. Die kaufen für den USD-Schrott seit Jahren Rohstoffe und horten diese.
      Geldwerte in Sachwerte tauschen, so würde ich es auch machen.
      Deshalb tauchen die Amis ja auch in jeder Ecke der Welt mit ihren Knarren auf, wo einer Rohstoffe nicht mehr in USD fakturieren will. Aber wie man so hört, formieren sich diesbezüglich schon einige grössere Nationen.

    • @Rechner

      So blöd sind die Chinesen nicht. Eine solche Aktion kann nur in einem Überraschungscoup gelingen. Natürlich schneiden sich die Chinesen dann auch ins eigene Bein, daher haben sie es noch nicht getan.
      Aber ein plötzliches Riesenangebot an US-Staatsanleihen würde den Markt rasant in die Knie gehen lassen und andere Investoren verschrecken. Von einem solchen Schlag würden sich Bernanke und die Finanzmärkte nicht so schnell erholen.

      Ich fände es jedenfalls mal richtig interessant, würden die Chinesen so ein Ding bringen.

      Und nebenbei: Die Chinesen exportieren nur etwa 10% ihrer Waren, der Rest verbleibt im eigenen Land. Die sind also nicht annähernd so krisenanfällig wie wir. Den minderwertigen Müll, den die den Amis für minderwertige Währung angedreht haben, das gleicht sich aus ;-)

    • Vielleicht dass das in D nicht funktioniert. In anderen Ländern funktioniert dies jedoch bestens wie z.B. Skandinavien. Dort hat man auch festgestellt, dass ein gemischtes Management wesentlich nachhaltiger arbeitet. Reine Männervereine verfolgen meistens Strategien, die zwar kurzfristig erfolgreich sind, jedoch langfristige Ziele ausser Betracht lassen.

    • Und weiter geht der Ausverkauf Deutschlands und Europas. Erst wurde immer mehr Arbeit in Billiglohnländer wie China exportiert, die mit moderner Sklaverei und horrender Umweltverschmutzung dann Billigprodukte auf den Markt werfen, mit denen kein europäisches Unternehmen konkurieren kann und Merkel katzbuckelt in diesen Ländern, statt etwas gegen das Dumping zu unternehmen. Die Ossi-Braut fährt nicht nur Deutschland sondern ganz Europa mit immer mehr Vollgas gegen die Wand. Die gehört wegen Landesverrat vor Gericht gestellt.

    • Was wird Wen in Richtung Europa
      wohl gesagt haben?

      "Tsching tschang tschong"

      oder

      "Shui nimende bian" ?

    • "Zugleich gab China der Kanzlerin aus eigener Erfahrung Tipps für die Wirtschaftspolitik mit auf den Weg. Wen wies sie darauf hin, dass ein Land mit Sparpolitik allein nicht aus der Krise kommt, sondern auch Konjunkturpolitik dazukommen müsse."

      Klar, China hat keinen Bock so reinzufallen wie auf die USA. Chinesische Diplomatie ist manchmal nett.

    • "stimmt, unsr Export war zu DM-Zeiten höher als jetzt seit es den Euro gibt."
      Das kann allein schon vom Zeitfaktor/Produktionsfaktor her nicht stimmen.
      Nachlesen hilft auch hier.
      Tatsächlich sind die Exporte insgesamt gestiegen, vor allem auch im Mittelstand und in die europäischen Länder. Das korreliert auch mit den jeweiligen Arbeitslosenzahlen, zum Beispiel 2004/2005 ca. 9% Arbeitslosenquote, Exportrate im Keller.
      Es gibt sogar böse Zungen die behaupten Deutschland exportiere die Arbeitslosigkeit gleich mit.

    • Tja, an dem Dumping war Merkel nun nicht ganz unschuldig.
      Schlage vor Merkel tauscht AKW gegen Solarzellen *g*

    • 'Hardie67' sagt
      ---------------
      10% der Anleihen auf den Markt geworfen und USD und Zinsen gehen in eine Richtung, die dem Drucker Bernanke nicht gefallen dürften.
      ---------------

      LOL!

      Wenn man beliebig Staatsanleihen aufkaufen kann setzt man sich die Zinssätze wie man will.

      Bernake hat schon 13% aller Staatsanleihen - mit einem Federstrich (vordigitale Metapher) kann er soviele kaufen wie er lustig ist.

      Das dann der Dollar fällt, und die Inflation steigt, ist im System angelegt:

      Teure Dollars leihen und mit billigen Dollars zurückzahlen.

      Die Chinesen müssen eben in dem Moment, in dem sie für ihre Dollars was haben wollen, eingestehen daß die weniger wert sind als Sie dachten.

      +++

      'Hardie67' sagt
      ---------------
      @Rechner

      Sie unterschätzen die Chinesen.
      ---------------

      Leute die sich für gute Waren Papiere von zweifelhaftem Wert andrehen lassen kann man nicht genug unterschätzen.

      Egal, ob es sich bei diesen Papieren um italienische Staatsanleihen oder US-Dollars handelt.

      Denn es ist wurscht, ob man den Haarschnitt per Umschuldung oder am Devisenmarkt verpaßt bekommt.

      Wertverlust ist Wertverlust.

      It's not the currency, stupid.

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