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Merkel und Sarkozy Kehrtwende in der Euro-Krise

Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy wollen bis Ende Oktober die Euro-Krise lösen: Die Banken sollen rekapitalisiert werden, ein Schuldenschnitt in Griechenland rückt näher - genau wie eine neue Vision von Europa.
10.10.2011 Update: 10.10.2011 - 07:21 Uhr 37 Kommentare

Euro-Rettungspaket bis Ende des Monats

Berlin/London/Brüssel Deutschland und Frankreich wollen bis Ende Oktober ein Gesamtpaket zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise und zur Stützung von Europas Banken vorlegen. „Wir wissen um unsere Verantwortung“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Berlin. Beide betonten, man werde das Nötige tun, um die Rekapitalisierung der Banken sicherzustellen. Details sollen in den nächsten Wochen ausgearbeitet werden.

Sarkozy sagte, es gebe keine Differenzen mit den Deutschen über die geplanten Finanzspritzen für Kreditinstitute und den erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF. Die dauerhafte Lösung solle dann auf dem G20-Gipfel im französischen Cannes Anfang November präsentiert werden - zusammen mit einer neuen Vision für Europa, wie Sarkozy erklärte. Bei den Kapitalhilfen für Banken sollen europaweit einheitliche Kriterien gelten, die „auch allseits akzeptiert“, sagte Merkel. Es nütze nichts, Bedingungen aufzustellen, die nicht in die Zeit passten. Griechenland solle in der Euro-Zone bleiben. Merkel und Sarkozy zeigten sich zuversichtlich, dass die Slowakei am Dienstag dem erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF zustimmen wird und der Fonds rasch voll einsatzbereit ist.

Die beiden größten Staaten der Euro-Zone vollziehen damit eine Wende in der Euro-Rettung: Mit der Rekapitalisierung von Europas Banken soll offenbar ein Schuldenschnitt in Griechenland vorbereitet werden - bislang glaubte vor allem Deutschland, die Schuldenkrise ohne diesen radikalen Schnitt lösen zu können. Vor allem französische Institute wären von einer geordneten Staatspleite der Griechen betroffen und bräuchten dann frisches Kapital, um nicht selbst Pleite zu gehen.

Inzwischen verdichten sich Hinweise auf eine radikale Umschuldung Griechenlands. In Finanz- und Verhandlungskreisen hieß es, aktuell würden in der Eurogruppe Szenarien für einen Schuldenschnitt von bis zu 60 Prozent durchgespielt. Gläubiger Griechenlands müssten dann auf diesen Anteil ihrer Forderungen verzichten.

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    Bei einem Schuldenschnitt wären in Deutschland nicht nur Banken, sondern auch die Steuerzahler betroffen, weil der Staat im Rahmen der internationalen Hilfen Griechenland Notkredite in Milliardenhöhe über die Förderbank KfW gewährt hat. Ein Schuldenschnitt von 60 Prozent käme aus Sicht von Ökonomen einer Insolvenz Griechenlands gleich. Als problematisch gilt die Auswirkung eines solchen Schritts auf die europäischen Banken.

    Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich besorgt, ob die Griechen ihre gigantische Schuldenlast dauerhaft stemmen können. „Es gibt ein hohes Risiko, dass sich diese Krise weiter zuspitzt und ausbreitet“, sagte Schäuble der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Möglicherweise sind wir im Juli von einem zu geringen Prozentsatz der Schuldenreduktion ausgegangen.“ Die Spitze des Regierungspartners FDP hält eine Umschuldung Griechenlands für notwendig. „Griechenland ist nicht wettbewerbsfähig“, sagte Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle bei der zweiten FDP-Regionalkonferenz am Sonntag in Dortmund. „Es wird der Punkt X kommen, wo Griechenland umschulden muss.“ Parteichef Philipp Rösler bezeichnete den Weg als „Resolvenz“. Es gehe aber nicht darum, dass ein Land einfach unter einem anderem Namen wieder aufmache.

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    37 Kommentare zu "Merkel und Sarkozy: Kehrtwende in der Euro-Krise"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Euro wurde 1. eingeführt, weil er D dauerhaft schwächen sollte, aus Frankreichs Sicht als Preis für die Erlaubnis der Wiedervereinigung. Und er wurde 2. eingeführt, weil der Weltwährung USD eine Alternative entgegengestellt werden sollte. Lauter politische Gründe. Die wirtschaftliche Basis für eine derartige Währungsunion, von den Experten vielstimmig und im Detail seinerzeit erläutert, hat keinen Politiker interessiert. Und wir wurden nie gefragt. Würde nun die DM wieder eingeführt, befürchte ich, daß der unsere Wirtschaft bestimmende Export (in Frankreich ist es dagegen der Konsum) wegen der dann explodierenden Preise in anderen Währungen stark einbrechen würde. Ein Verlassen des Euroraums ist also keine Alternative. Es geht m.E. nur mit automatisch wirkenden Spielregeln, und die akzeptiert Frankreich nicht, wo sich die Politik schon immer für schlauer hielt als der Markt.

    • Die Kehrtwende wird zum permanenten 360° Tanz! www.steuerembargo.co.de

    • murksel und sarkosmus treiben europa in den ruin. daran wird auch cameradon nix ändern. der sollte lieber mal den bündnispartner usa anschauen und sich fragen, warum die immer noch schwächeln, obwohl tausende kleinkriege auf der welt, die pseudowirtschaften und antidemokratien der kriegstreiber aufrecht erhalten sollen, nur kosten verursachen und keinen wirklichen frieden auf der welt erwirken.

    • .
      Ich als kleiner Niemand habe 2005 gesehen, als der Dax über die 5000 ging, daß die geplatze DotCom Blase durch eine Schuldenblase ersetzt wird.

      Das dumme dabei ist, ihr als angebliche Gewinner habt eure Guthaben während der Verschuldungsphase euren konsumierenden Kreditnehmern gewährt ohne euch nach deren Bonität zu erkundigen.

      Erkundigen?
      Wer wollte das auch, denn alle hats gefreut.
      Außer dem Depp der Band stand und dem der in späteren Jahren, später als heute, nach den millionen barell Erdöl jammern wird, die heute und gestern zu diesem Zweck vefeuert wurden.


      Ihr seid heute blanker, als ihr es 2003 je sein konntet!
      Ich bin froh daß es solche Leute, wie Atta und Bush gab. Denn die haben in einem enormen Maß zur Wahrheit und Realitätsfindung beigetragen, Bush wohl ungewollt. Leider auf Kosten vieler "Unbeteiligter".
      .

    • Dass die Griechen weiterhin (fast) nichts im Inland produzieren und sie noch weniger exportieren und sie weiterhin wie verrückt importieren, ist diese Politik daran Schuld, die die Defizite des Suedens als Gewinne des Nordens eingefuehrt hat. Warum haben die Deutsche und Franzoesen nicht frueer reagiert? Sie brauchen den EURO, denke ich! Sonst koennten sie vom EURO austreten!

    • „Vor allem französische Institute wären von einer geordneten Staatspleite der Griechen betroffen und bräuchten dann frisches Kapital, um nicht selbst Pleite zu gehen“
      Das ganze Gefasel, das wir uns jetzt schon seit Mai 2010 anhören müssen, ist also komplett gelogen! Griechenland müsse wettbewerbsfähig werden usw.
      Alles nur saudummes Gelabre – um die französischen Banken zu schützen – und damit gleich ganz Europa ins Unglück gestürzt. Man geht über Leichen, die Sparkonten der Deutschen werden mit Hilfe von Merkel und Schäuble geplündert – koste es was es wolle!! Was auf Hochverrat steht, kann man ja in den Geschichtsbüchern nachlesen.

      Dem britischem Premierministers David Cameron geht es nicht um eine Gesundung Europas, seine Vorschläge sind ausschließlich auf die finanzielle Vernichtung Deutschlands ausgerichtet.
      Und Barosso sieht seine Felle davonschwimmen – dass dem Lügengebilde ein wohlverdientes Ende bereitet wird und er mal wieder ehrlicher Arbeit nachgehen muss.
      „Wir brauchen mehr Disziplin“, so so. Dann fang doch gleich mal bei Dir selber an. Und was Disziplin, Charakter, Rückgrat und Verantwortung ist, seinem Amtseid verpflichtet, das kann man von Richard Sulik, dem Parlamentspräsident der Slowakei lernen. Man sollte jeden Politiker erst mal zu ihm in die Lehre schicken, bevor man ihn auf das Volk loslässt. Dann käme nicht so viel Gemerksel heraus.

    • .
      "Die Rechnung wird uns nun wieder einmal dafür ausgestellt."

      Wer bestellt bezahlt auch, oder habe ich die Jahre vor 1914, 1933, 2008, die deutsche Fahne wehend vor mir her getragen ?.

      Solche wie sie Zeitzeuge haben sie am höchsten gehalten. Sie werden aber so unaufrichtig sein zu behaupten nicht dazu zu gehören. Das ist die eigenart von Fahnenflüchtigen. Nach 1945 waren auch alle Nazis plötzlich verschwunden, als ob ein Volk sich austauschen könnte.
      .

    • mit einer neuen Vision für Europa? Schmidt-kanzler: Wer Visionen hat, soll zum Psychiater! Die bisherigen Visionen haben ein Desaster angerichtet, das die Realwirtschaft gravierend schädigt und den Euro als Spaltpilz wirken lässt. Also bitte eine realistische, pragmatische Finanzpolitik statt Visionen. Zudem ist zweifelhaft, ob Sarkozy und Merkel in den Genuss kommen, die Früchte ihrer Visionen noch lange geniessen zu können. Die Mimik beider spricht Bände!

    • "Die dauerhafte Lösung solle dann auf dem G20-Gipfel im französischen Cannes Anfang November präsentiert werden - zusammen mit einer neuen Vision für Europa."

      Wie sagte ein früherer Bundeskanzler, der leider auch heute noch glaubt, dass der Euro in der derzeitigen Länderkonstellation weiterbestehen sollte, einmal trocken: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen."

    • Diese ganzen Spekulationen des Europaspuks sind spätestens
      mit der Zahlungsunfähigkeit der BRD beendet, mit dem einen
      Vorteil, daß sich dann Niemand mehr über das Wenn und Aber dieses Schneeballsystems Gedanken machen braucht, weil
      dann ''Großeuropa'', aus dem Mangel an Masse, nicht mehr
      existieren wird. Sicherlich wird man dann auch hierfür,
      mit der schon fast verwirklichten Einführung von Spiel-
      geld, eine Lösung finden.

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