Mexiko gegen Donald Trump Carlos Slim erteilt „Señor Tromff“ Ratschläge

Carlos Slim meldet sich zu Wort und gibt Donald Trump und Mexikos Peña Nieto Tipps. Mexikos Großunternehmer wirft dem US-Präsidenten eine rückwärtsgewandte Politik vor, die schief gehen müsse.
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Der Multimilliardär Carlos Slim liest auf einer Pressekonferenz aus Donald Trumps Buch. Sein Fazit: Trump will zurück in die Vergangenheit, aber das funktioniert nicht mehr. Quelle: Reuters
Carlos Slim

Der Multimilliardär Carlos Slim liest auf einer Pressekonferenz aus Donald Trumps Buch. Sein Fazit: Trump will zurück in die Vergangenheit, aber das funktioniert nicht mehr.

(Foto: Reuters)

Mexiko-StadtEs kommt selten vor, dass Carlos Slim öffentlich spricht. Der reichste Mensch Mexikos meidet die Öffentlichkeit und lässt lieber seine Unternehmen und Geschäfte sprechen. Aber in diesem Moment der nationalen Notlage hat Slim etwas mitzuteilen und meldet sich zum ersten Mal seit drei Jahren öffentlich zu Wort.

Der Unternehmer ängstigt sich um sein Land, das er „in der schlimmsten Krise seit mehr als hundert Jahren“ sieht. Und wenn sich Slim um sein Land ängstigt, dann ja auch um seine Geschäfte, auch wenn er das so nicht sagt. Denn irgendwie gehören ihm große Teile Mexikos.

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Die Mexikaner führen ihre Telefonate über seine Anbieter. Für das Internet nutzen sie Slims Provider. Sie gehen in den Restaurants seiner Ketten essen. Sie schlafen in Betten aus seinen Kaufhäusern. CDs, Konzertkarten, Flugtickets, Krankenhausaufenthalte - immer verdient Slim. Selbst das Geld dafür kommt aus den Geldautomaten seiner Banken.

Slims Einnahmenmaschine ist gut geschmiert, aber sie ist in den vergangenen Jahren ins Stottern geraten. Der einstmals reichste Mensch der Welt mit rund 77 Milliarden Dollar hat rund ein Drittel seines Reichtums eingebüßt. Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ taxiert ihn auf nur noch 50 Milliarden Dollar. Die schlechte Performance der mexikanischen Wirtschaft und der schwächelnde Peso haben seinen Unternehmen zugesetzt. Aber der Sohn libanesischer Einwanderer ist noch immer in einer komfortablen Position in einem Land, in dem 50 Millionen Menschen mit kaum zwei Dollar überleben müssen.

Aber jetzt, wo sich Mexiko in einer Krise ohne Gleichen mit seinem Nachbarn USA sieht, könnte es bald der Wirtschaft noch viel schlechter gehen. Und damit auch ihm.

Zwei Tage nach dem diplomatischen Showdown zwischen den Präsidenten der USA und Mexikos, Donald Trump und Enrique Peña Nieto, lädt der Mann, den ganz Mexiko nur den „Ingenieur“ nennt, vom einen auf den anderen Tag zu einer Pressekonferenz in sein Imperium in Mexiko-Stadt.

Und die nationale und internationale Presse reiht sich schon Stunden vorher vor dem Gebäude seiner Bank Inbursa auf, wo er seine Büros hat. 200 Fotografen und 200 Reporter sind an diesem Freitag gekommen, es werden Kaffee und Häppchen aus der hauseigenen Cafeteria gereicht. Und um 13.04 Uhr, mit einer guten halben Stunde Verspätung, betritt Slim flankiert von Sohn und Schwiegersohn den Saal, graue Haare, grauen Schnurrbart, gedeckter Anzug, himmelblaue Krawatte.

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