Michael Cohen FBI ermittelt gegen Trumps Anwalt

Donald Trumps persönlicher Anwalt steht im Visier von FBI-Ermittlern. Er soll Geld vom US-Telekommunikationsriesen AT&T bekommen haben.
Update: 11.05.2018 - 16:39 Uhr 2 Kommentare
USA: FBI ermittelt gegen Donald Trumps Anwalt Michael Cohen Quelle: AP
Michael Cohen

Der persönliche Anwalt von US Präsident Donald Trump soll von mehreren Großkonzernen Geld für Beratertätigkeiten bekommen haben.

(Foto: AP)

WashingtonDonald Trumps persönlicher Anwalt Michael Cohen soll vom US-Telekommunikationsriesen AT&T laut einem Medienbericht 600.000 Dollar für eine Beratertätigkeit erhalten haben. Cohen sollte dem Konzern Ratschläge zu dessen geplanter Übernahme des Medienhauses Time Warner erteilen, berichtete die „Washington Post“ am Donnerstag. Das Geld soll demnach kurz nach Trumps Wahl zum US-Präsidenten Ende 2016 geflossen sein.

Die Kontakte zwischen AT&T und Cohen sind zwar nicht neu. Doch hatte das Unternehmen bisher nur eingeräumt, den Anwalt für Einblicke in die Herangehensweise der neuen US-Regierung bei einer Vielzahl von Themen, etwa Kartellrecht, bezahlt zu haben. Zu dem Bericht der „Washington Post“ äußerte sich der Konzern zunächst nicht. Der von AT&T mit Cohen geschlossene Beratervertrag soll im vergangenen Jahr ausgelaufen sein.

Der Chef des US-Mobilfunkkonzerns hat den Beratervertrag nun als „großen Fehler“ bezeichnet. Zwar habe sich sein Unternehmen vollständig an die Gesetze gehalten, erklärte CEO Randall Stephenson am Freitag in einer Nachricht an seine Mitarbeiter. „Aber es ist eine Tatsache, dass unsere damalige Verbindung zu (Michael) Cohen eine gravierende Fehleinschätzung war.“

Der Mitteilung zufolge wird sich der für den Vertrag zuständige AT&T-Cheflobbyist Bob Quinn in den Ruhestand verabschieden. Der Telekomkonzern hatte am Dienstag erklärt, mit der von Cohen genutzten Firma Essential Consultants etwa zur Amtseinführung Trumps Anfang 2017 einen Beratervertrag geschlossen zu haben. Dabei sei es aber nicht um Lobbyarbeit gegangen.

Das US-Justizministerium will den von AT&T geplanten Kauf von Time Warner für 85 Milliarden Dollar blockieren, da es eine Schmälerung des Wettbewerbs befürchtet. AT&T widersprach, der Fall beschäftigt inzwischen ein Bundesgericht. Schon im Juni könnte ein Urteil fallen. Cohen bekam auch Geld von anderen Unternehmen, die sich Informationen über die Trump-Regierung erhofften. In einer entsprechenden Liste findet sich etwa der Schweizer Pharmariese Novartis, der nach eigenen Angaben 1,2 Milliarden Dollar an den Juristen zahlte.

FBI-Ermittler haben Trumps Anwalt unter anderem wegen mutmaßlichem Bankbetrug ins Visier genommen. Es geht dabei um eine Zahlung von 130.000 Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels, mit der ihr Stillschweigen über eine angebliche Affäre mit Trump erkauft werden sollte. Sie gibt an, vor Jahren mit dem heutigen Präsidenten Sex gehabt zu haben. Trump hat dies dementiert.

  • ap
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2 Kommentare zu "Michael Cohen: FBI ermittelt gegen Trumps Anwalt"

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  • "1,2 Milliarden Dollar an den Juristen zahlte§ interessant und wahrscheinlich um den Faktor 1000 zu hoch.


  • Das ist in Mafia-Kreisen doch üblich:
    Der Pate nimmt niemals Geld persönlich entgegen.

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