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Michael Cohen Trumps Ex-Anwalt bekennt sich schuldig – und will umfänglich mit Sonderermittler Mueller kooperieren

Der ehemalige Anwalt des US-Präsidenten gesteht wegen diverser Vergehen seine Schuld ein. Für Trump ist das ein schwerer Schlag.
21.08.2018 Update: 22.08.2018 - 15:24 Uhr Kommentieren

Erst Manafort, jetzt Cohen: Trumps Ex-Anwalt gesteht Schweigegeldzahlungen

New York, Washington Es war kein guter Tag für US-Präsident Donald Trump. Gleich zwei ehemalige Vertraute mussten am Dienstag vor Gerichten erscheinen: Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort und Trumps langjähriger, jedoch zuletzt vom Präsidenten verstoßener Anwalt Michael Cohen.

Manafort wurde in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia wegen Finanzbetrugs in acht Fällen schuldig gesprochen, er hatte zuvor auf nicht schuldig plädiert. Insgesamt führten die Staatsanwälte 18 Anklagepunkte gegen Manafort an. In den anderen zehn Punkten erreichte die Jury keine Einigung.

Cohen hingegen gestand seine Schuld ein, ebenfalls in acht Punkten. Er gab Verstöße gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung, Steuerhinterziehung und Falschaussage gegenüber einer Bank zu.

Trump reagierte am Mittwochmorgen Washingtoner Zeit per Twitter auf Cohens Vorstoß. Er griff seine juristischen Fähigkeiten an und schrieb: „Wenn irgendjemand auf der Suche nach einem guten Anwalt ist, würde ich ihm stark raten, nicht die Dienste von Michael Cohen in Anspruch zu nehmen!“ Anders als Cohen habe Manafort dem Druck durch die Ermittlungen standgehalten.

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    Vor allem Cohens Schuldgeständnis zur Wahlkampfinanzierung hat es in sich. Denn bei seinen Aussagen vor einem Gericht im New Yorker Stadtviertel Manhattan geht es um die mutmaßlichen Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen, die „in Absprache mit einem Kandidaten für ein Bundesamt“ getätigt wurden.

    Cohen spricht Trumps Namen nicht aus, aber nach Lage der Dinge kann niemand anderes gemeint sein als der damalige republikanische Präsidentschaftskandidat. Cohens Anwalt beschuldigte Trump später in einer Stellungnahme direkt.

    Eine dieser Zahlungen, 130.000 Dollar, ging an die Pornodarstellerin Stormy Daniels. Einem Artikel der „New York Times“ zufolge sagte die Staatsanwaltschaft vor Gericht, dass Führungskräfte der Trump Organisation darin involviert waren, Cohen das Geld zurückzuerstatten.

    Zudem soll der ehemalige „Fixer“ Trumps, wie Cohen oft genannt wurde, eine Schweigegeldzahlung von 150.000 Dollar an das ehemalige Playmate Karen McDougal organisiert haben. Beide Frauen behaupten, Affären mit Trump gehabt zu haben.

    Wie die „New York Times“ weiter berichtet, beinhaltet das Schuldeingeständnis Cohens nicht die Forderung, dass er mit den Behörden zusammenarbeiten muss. Das Urteil gegen ihn soll am 12. Dezember folgen.

    Trumps Anwalt Rudy Giuliani widersetzte sich später gegen die Aussagen Cohens. In den gegen Cohen erhobenen Vorwürfen werde nicht behauptet, dass sich Trump in irgendeiner Weise falsch verhalten habe, sagte er.

    Cohen war jahrelang einer der engsten Vertrauten Trumps. Das änderte sich, als das FBI im April bei Durchsuchungen von Cohens Hotelzimmer, Büro und Wohnung Dokumente und Akten beschlagnahmte. Den Tipp bekamen die Ermittler laut Cohens Anwalt von Robert Mueller, dem früheren FBI-Direktor und Sonderermittler in der Russland-Affäre.

    Ihm gegenüber will Cohen nun umfassend aussagen. Auf die Frage des Senders MSNBC, ob es bereits Kontakte mit dem Russland-Sonderermittler Robert Mueller gebe und ob Cohen bereit sei, mit ihm zu sprechen, sagte Cohens Anwalt Lanny Davis: „Cohen weiß Dinge, die für Mueller von Interesse sein sollten. Und er würde dem Sonderermittler überaus gerne alles sagen, was er weiß.“

    Mueller prüft, ob es im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Beeinflussung der US-Präsidentenwahl 2016 durch Russland Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gegeben hat. Trump hat diese Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und Muellers Ermittlungen als Hexenjagd kritisiert.

    In den vergangenen Wochen deutete Cohen in Interviews an, dass er auf Distanz zu seinem früheren Chef Trump gegangen ist. Zudem wurde ein Mitschnitt eines Gesprächs zwischen ihm und Trump öffentlich, den Cohen offenbar heimlich gemacht hatte. Der US-Präsident kritisierte das scharf.

    • jad
    • dpa
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