Michelle Obama Die First Lady sagt „Goodbye“

Sie kämpfte für bessere Bildungschancen junger Amerikaner, für gesunde Schulernährung und zum Schluss auch für Hillary Clinton. Jetzt hat sich Michelle Obama nach acht Jahren als First Lady verabschiedet.
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Offizieller Abschied – Das sind die letzten Worte von Michelle Obama

WashingtonDie wohl coolste First Lady der US-Geschichte geht: Michelle Obama hat sich mit großen Emotionen offiziell aus ihrer Rolle im Weißen Haus verabschiedet. „Eure First Lady zu sein, war die größte Ehre meines Lebens“, sagte die 52-Jährige mit tränenerstickter Stimme am Freitag. „Ich hoffe, ich habe euch stolz gemacht.“

Sie erneuerte ihren Appell an die Jugend des Landes, eines ihrer Hauptanliegen als First Lady: „Nutzt die Bildungschancen, konzentriert euch, seid entschlossen!“, rief sie den jungen Amerikanern zu. Am Abend wollte das Ehepaar Obama mit einer privaten Party im Weißen Haus Abschied feiern.

Bye-bye, Michelle
Michelle Obama
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Eleganz, Lockerheit, Stil: es verwundert kaum, dass viele Designer und Branchenkenner Michelle Obama als eine der bisher einflussreichsten First Ladys in Sachen Mode betrachten und sie schmerzlich vermissen werden, wenn sie am 20. Januar nach acht Jahren aus dem Weißen Haus auszieht.

Amtseinführung 2009
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Vom ersten Tag an demonstrierte Michelle Obama ihre Vielseitigkeit bei der Wahl der Designer. First Ladys vor ihr hatten sich bei Amtseintritt ihrer Männer oft für etablierte Luxus-Modeschöpfer wie Oscar de la Renta entschieden. Michelle trug tagsüber ein zitronengelbes Ensemble aus der Schneiderstube der kubanischstämmigen Amerikanerin Isabel Toledo und bei den Amtseinführungsbällen eine weiße, auf einer Seite schulterfreie Abendrobe des taiwanesisch-kanadischen Designers Jason Wu.

Vier Jahre später
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Vier Jahre später, bei der zweiten Vereidigung ihres Mannes, wählte sie eine geschmeidige Mantel-Kleid-Kombination des amerikanischen Modeschöpfers Thom Browne, bekannt für seine eklektischen Talente, und für den Abend erneut eine Kreation von Jason Wu. „Es war eine Ehre, die First Lady einzukleiden“, so Browne. „Dass sie so stilbewusst ist, liegt an ihrem Selbstvertrauen und ihrer Intelligenz.“

Der zweite Wahlkampf
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Den Designern der First Lady war nie im Voraus klar, ob sie ihre Schöpfungen wirklich an Michelle sehen würden oder nicht. „Wir haben ab und zu Anrufe von ihrem Team erhalten“, schildert Modeschöpferin Tracy Reese . „Aber wofür die Sachen waren, wann sie sie tragen würde, das wussten wir nicht genau.“ Aber was immer sie trug – es konnte sicherlich die Karriere des Designers dahinter ändern. „Millionen Menschen mehr als wir sie sonst jemals hätten erreichen können, wurden auf uns aufmerksam“, sagt Reese.

Amerikanische Designer
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Die First Lady trug beispielsweise ein schwarzes Kleid mit roten Blumen der Modedesignerin Tracy Reese bei den Feiern zum 50. Jahrestag des Bürgerrechtsmarsches auf Washington. Die aus Detroit stammende Reese zählt zu den Lieblingsmodeschöpferinnen von Michelle Obama. 20 bis 30 Mal ist sie in Kleidungsstücken ihres Labels fotografiert worden. Aber im Gegensatz zu einigen ihrer Vorgängerinnen, die ein oder zwei namhafte Designer bevorzugten, hat Michelle ihre Gunst auf eine große Zahl verteilt, oft auch weniger bekannte.

Aktienpreise von Designerfirmen
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David Yermack, ein Experte für Unternehmensfinanzen an der New York University, hat die Auswirkungen von Michelles Modewahl in ihrem ersten Jahr als First Lady studiert. Er entdeckte einen unmittelbaren Anstieg der Aktienpreise von Designerfirmen, deren Bekleidung sie getragen hatte. Auch die Einzelhändler hätten profitiert. Bei größeren Auftritten habe sich das auf Dutzende Millionen Dollar belaufen können – und es sei mehrere Male vorgekommen.

Im Gedächtnis
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Und die Öffentlichkeit, so sagt Yermack, behält im Gedächtnis, was Michelle Obama trägt. Beispielsweise trug die First Lady ein blaues Kleid als sie mit Obama den französischen Präsidenten François Hollande für ein Dinner im weißen Haus erwartete. „Können Sie sich an das erinnern, was Pat Nixon oder Laura Bush getragen haben? Sie (Michelle) hat die Fähigkeit, das Interesse der Verbraucher auf eine Weise wach zu halten wie es fast niemand anderes kann. Ich habe mich überall umgeschaut – Kate Middleton, Carla Bruni. Niemand kommt in dieser Hinsicht auch nur annähernd an Mrs. Obama heran.“

Die Gästeliste blieb vertraulich, es sollten aber viele Prominente geladen sein, Informationen der „Washington Post“ zufolge etwa die Musiker Beyoncé, Jay-Z, Stevie Wonder, die Regisseure George Lucas und J.J. Abrams sowie Schauspieler Bradley Cooper („Hangover“).

Michelle Obama eroberte in den vergangenen acht Jahren mit ihrem oft lockeren, gleichwohl aber stilvollen Auftreten sowie mit klugen Reden die Herzen der Amerikaner. Unvergessen bleiben etwa ihr Liegestütz-Wettbewerb mit Fernsehmoderatorin Ellen DeGeneres und das gemeinsame Singen im Auto mit „Late Late Show“-Moderator James Corden - das sogenannte Carpool-Karaoke. Ihre Rede im vergangenen Sommer beim Nominierungsparteitag der Demokraten galt als eine der besten. Als legendär gelten auch die Feste, die die Obamas im Weißen Haus immer wieder gaben. In zwei Wochen - am 20. Januar - wird der künftige US-Präsident Donald Trump offiziell vereidigt.

  • dpa
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