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Migration Weiterhin Tausende an griechischer Grenze – Erdogan in Brüssel erwartet

Die Lage in der griechisch-türkischen Grenzregion und an der Ägäisküste bleibt weiterhin angespannt. Wie viele Menschen vor Ort sind, ist allerdings unklar.
07.03.2020 Update: 07.03.2020 - 11:51 Uhr Kommentieren
Die UN-Organisation IOM bringt 20.000 Hilfsgüter wie Wolldecken und Kleidungsstücke in die Grenzregion. Quelle: dpa
Migranten an der griechisch-türkischen Grenze

Die UN-Organisation IOM bringt 20.000 Hilfsgüter wie Wolldecken und Kleidungsstücke in die Grenzregion.

(Foto: dpa)

Brüssel, Ankara, Istanbul Weil weiter viele Migranten an der türkisch-griechischen Grenze und an der Ägaisküste ausharren, intensiviert die Internationale Organisation für Migration (IOM) ihre humanitäre Hilfe. Am Samstag und Sonntag will sie dort 20 000 Hilfsgüter wie Decken und Kleidungsstücke verteilen.

In einer am späten Freitagabend verschickten Stellungnahme hieß es, außerdem sei zusätzliches Personal in die Grenzregionen entsandt worden. Bisher habe man in knapp einer Woche in der türkische Grenzprovinz Edirne und an der Küste rund 8000 Hilfsartikel verteilt. Die IOM ist nach eigenen Angaben auch an der Ägäisküste aktiv, wo Menschen regelmäßig versuchen, per Boot nach Griechenland und damit in die EU zu gelangen.

Wie viele Flüchtlinge und andere Migranten eine Woche nach der einseitigen Öffnung der Grenzen des Landes zur EU weiterhin dort sind oder dorthin streben, ist unbekannt. Am vergangenen Wochenende war aus UN-Quellen noch von rund 13 000 Migranten im Grenzgebiet die Rede, am Freitag berichtete ein türkischer TV-Sender ohne Quellenangaben von etwa 5000. Die Situation verändere sich ständig, die Menschen seien in Bewegung.

In der IOM-Mitteilung heißt es, die Zahlen seien schwer zu schätzen. Die IOM spricht von „Tausenden ungeschützten Migranten“, die in rauen Bedingungen übernachten müssten und keinen guten Zugang zu Nahrungsmitteln, Obdach und Sanitäranlagen hätten. „Viele bleiben dort, nachdem sie weite Strecken gewandert sind, mit ihren Habseligkeiten, Kindern und Babys auf dem Rücken.“

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    Erdogan will Verhältnis mit EU neu verhandeln

    Nach den jüngsten Spannungen im Flüchtlingsstreit will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag nach Brüssel reisen. Das teilte sein Büro der Nachrichtenagentur AP zufolge am Samstag mit.

    Ziel sei die Lösung der aktuellen Migrationskrise an der griechisch-türkischen Grenze, aber auch eine grundsätzliche Neuausrichtung des Verhältnisses zwischen der EU und der Türkei. Erdogan komme auf Einladung von Ratspräsident Michel nach Brüssel. Michel hatte Erdogan am Mittwoch bereits in Ankara getroffen.

    Erdogan hatte vor einer Woche die Grenzen seines Landes zur EU für Migranten für geöffnet erklärt, daraufhin hatten sich Tausende zur Grenze begeben. Griechenland drängte sie mit Härte zurück.

    Am Freitag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Erdogan telefoniert. Dabei war nach Angaben einer Sprecherin des Bundespresseamtes auch die Lage an der türkisch-griechischen Grenze Thema. Zudem hätten die beiden sich über die Ergebnisse des Treffens von Erdogan mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgetauscht.

    Die Türkei und Russland hatten sich auf eine Waffenruhe in der nordsyrischen Rebellenhochburg Idlib verständigt. Merkel habe mit Erdogan auch darüber gesprochen, „wie den Menschen in Idlib schnellstmöglich geholfen werden kann“, sagte die Sprecherin am Abend.

    Mehr: Die EU solidarisiert sich in der Flüchtlingskrise mit Griechenland. Der Schutz der dortigen Außengrenzen könnte eine neue gemeinsame Asylpolitik begründen, berichten mehrere Handelsblatt-Korrespondenten.

    • dpa
    • ap
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