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Militär Doch kein Truppenabzug aus Syrien – US-Außenminister Pompeo widerspricht Trump

Die US-Regierung rudert zurück: Die Streitkräfte der USA sollen doch nicht aus dem Anti-IS-Kampf abgezogen werden. Das sagt zumindest Außenminister Pompeo.
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Der US-Außenminister widerspricht dem US-Präsidenten bei der Frage des Truppenrückzugs aus Syrien. Quelle: AP
Mike Pompeo

Der US-Außenminister widerspricht dem US-Präsidenten bei der Frage des Truppenrückzugs aus Syrien.

(Foto: AP)

Berlin US-Außenminister Mike Pompeo hat Amerikas Partnern im Nahen Osten weitere militärische Unterstützung im Kampf gegen den Islamischen Staat zugesagt – und damit der Forderung seines Präsidenten Donald Trump nach einem sofortigen Rückzug der US-Truppen aus Syrien widersprochen.

„Amerika wird sich nicht zurückziehen, ehe der Kampf gegen den Terror vorüber ist“, versprach Pompeo in einer Rede an der amerikanischen Universität in Kairo. Allerdings sollten Amerikas Bündnispartner sich stärker an dem Militäreinsatz beteiligen.

Pompeo beschrieb die USA als „Kraft für das Gute“ im Nahen Osten. „Wenn sich Amerika zurückzieht, folgt Chaos“, warnte er. „Wenn wir unsere Freunde vernachlässigen, wachsen Ressentiments.“

Der Außenminister kleidete diesen Teil seiner Rede in eine Kritik an der zurückhaltenden Nahostpolitik von Ex-Präsident Barack Obama, der vor zehn Jahren vom gleichen Ort aus der muslimischen Welt einen Neuanfang versprochen hatte. Aber die Worte, die Pompeo wählte, sind nicht zufällig auch als Mahnung an Obamas Nachfolger im Weißen Haus zu verstehen.

Trump hatte am 19. Dezember die Welt mit der Ankündigung überrumpelt, dass er die etwa 2.000 in Syrien kämpfenden US-Soldaten abziehen wolle – nicht erst in ein paar Jahren, sondern unverzüglich. Seine engsten Berater fiel er in einer internen Sitzung an: „Welchen Teil von ,sofort‘ versteht ihr nicht?“ Verteidigungsminister Jim Mattis und der Sonderbeauftragte für den Kampf gegen den IS, Brett McGurk, waren deshalb aus Protest zurückgetreten.

Für seinen abrupten Kurswechsel in Syrien war Trump auch aus den Reihen seiner republikanischen Partei scharf kritisiert worden. Trumps Vertraute versuchen seit Wochen, die eigentlich eindeutigen Aussagen des Präsidenten umzudeuten – was auf nichts anderes hinausläuft, als Trumps „unverzüglich“ wieder durch das davor geltende „nach getaner Arbeit“ zu ersetzen.

Durch den Zickzackkurs in einer zentralen sicherheitspolitischen Frage ist das Vertrauen in Amerikas Militärzusagen nachhaltig erschüttert. Pompeo ist daher zu einer achttägigen Schadensbegrenzungstour aufgebrochen.

Trump behauptet inzwischen, nie von einem sofortigen Abzug gesprochen zu haben. Das ist nachweislich falsch: „Sie kommen alle zurück, und sie kommen jetzt zurück“, hatte er mit Blick auf die US-Truppen verkündet und den IS für besiegt erklärt. Dabei verteidigt die Terrormiliz ihre Schlupfwinkel im Osten Syriens bis heute.

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