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Militär Israel bestätigt Angriff auf möglichen Kernreaktor in Syrien

Vor mehr als zehn Jahren wurde ein mutmaßlich syrischer Kernreaktor zerstört. Nun hat sich das israelische Militär zu dem Angriff bekannt.
Update: 21.03.2018 - 11:01 Uhr Kommentieren

Nach elf Jahren: Israel bestätigt Luftangriff auf syrisches AKW

Tel Aviv Israel hat sich erstmals offiziell zum Angriff seiner Luftwaffe auf einen mutmaßlichen syrischen Atomreaktor im Jahr 2007 bekannt. Die israelische Armee teilte am Mittwoch mit, Kampfjets hätten damals „einen Kernreaktor zerstört, der in Syrien gebaut wurde“. Zuvor war eine langjährige Nachrichtensperre zu Details des Angriffs aufgehoben worden. Das Militär veröffentlichte Bilder und Videos von der Attacke.

Der israelische Journalist und Geheimdienst-Kenner Ronen Bergman sagte, die Veröffentlichung zu diesem Zeitpunkt könne durchaus als Warnung an den Iran und seine Verbündeten gewertet werden. „Wenn Israel alleingelassen wird, reagiert es extrem.“ Israel habe 2007 vergeblich versucht, die USA davon zu überzeugen, dass die Supermacht den Angriff in Syrien selbst fliegen solle.

Heute sei es so, dass die Vereinigten Staaten Israel nicht dabei hälfen, Druck auf Russland auszuüben, damit Russland wiederum den Iran daran hindere, seine Militärpräsenz in Syrien auszubauen. „Dies sieht Israel heute als seine größte strategische Bedrohung“, sagte Bergman.

Der syrische Reaktor soll damals heimlich mit Hilfe Nordkoreas gebaut worden sein. Es hätten nur wenige Wochen gefehlt, um den Reaktor einsatzbereit zu machen, heißt es. Syrien hatte stets bestritten, dass es sich bei dem Gebäude in der ostsyrischen Wüste um einen im Bau befindlichen Reaktor zur Herstellung von Plutonium handelte.

Arye Shalicar, Berater des israelischen Geheimdienstministers Israel Katz, sagte nun, Israel habe damals einen hochgefährlichen Reaktor zerstört. „Nicht vorstellbar, wo wir uns heute befinden würden, wenn schiitische oder sunnitische Fundamentalisten (wie der Islamische Staat) nukleare Waffen in ihren Besitz bekommen hätten in Syrien“, sagte Shalicar. „Dies ist auch eine klare Ansage an das iranische Regime, das immer wieder mit der Vernichtung Israels droht.“

Auch Generalstabschef Gadi Eisenkot sagte, die Botschaft des Angriffs von 2007 sei, dass Israel es niemandem erlauben werde, die Fähigkeit zu erlangen, die Existenz des Landes zu bedrohen. „Dies war unsere Botschaft im Jahre 2007, dies bleibt unsere Botschaft heute und in der nahen und fernen Zukunft.“ Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wirft dem Iran vor, trotz des internationalen Abkommens weiter heimlich den Bau einer Atombombe anzustreben.

Vier israelische Kampfflugzeuge hätten in der Nacht vom 5. auf den 6. September 2007 einen weit fortgeschrittenen Reaktor in Dair as-Saur 450 Kilometer nördlich von Damaskus zerstört, teilte die Armee mit. Der Geheimdienst habe seit Ende 2004 wichtige Informationen gesammelt, die letztlich zu dem Luftangriff geführt hätten.

Israels Militär habe sich damals auf „verschiedene Szenarien und eine potenzielle Eskalation vorbereitet“. Nach Angaben des damaligen Chefs des Militärgeheimdienstes, Amos Jadlin, bestand die Sorge, der syrische Präsident Baschar al-Assad könnte mit einem Krieg reagieren. „Wir haben damals gesagt, wenn wir uns zurückhalten, uns nicht bekennen und Assad nicht gedemütigt wird, dann ist die Gefahr eines Kriegs gering“, sagte Jadlin.

Der Einsatz dauerte demnach vier Stunden, die Flugzeuge flogen nachts und tief, um nicht entdeckt zu werden. „Es ist Mitternacht, der Mond scheint, es gibt fast gar kein Licht“, sagte einer der Piloten über die Nacht des Angriffs. „In der Ferne sehe ich zwei Lichtpunkte, die Einrichtung liegt vor uns, wir greifen an.“

  • dpa
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