Milliardenflop Drohne „Euro Hawk“ wird nicht zugelassen

Sie hätte der neue Stolz der Luftwaffe werden sollen – dürfte aber zu einem milliardenschweren Flop werden. Die Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ darf nicht abheben. Die Bundeswehr wusste das angeblich schon lange.
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„Euro Hawk“: Vom neuen Stolz der Luftwaffe zum Milliardenflop? Quelle: dpa

„Euro Hawk“: Vom neuen Stolz der Luftwaffe zum Milliardenflop?

(Foto: dpa)

BerlinDie Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ wird einem Medienbericht zufolge nicht zugelassen. Damit habe das Verteidigungsministerium Investitionen von 1,3 Milliarden Euro in den Sand gesetzt, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Zusätzlich seien Millionen in den Umbau des Luftwaffenstandorts Jagel geflossen, an dem die Drohne ab nächstem Jahr hätte stationiert werden sollen.

Die Deutsche Luftwaffe hat der Zeitung zufolge den Kauf des Flugzeugs mit großem Nachdruck betrieben, obwohl es nach Angaben von Fachleuten frühzeitig Hinweise auf mögliche Probleme bei der Zulassung des Flugzeugs gab.

„Dennoch wurde weitergemacht, als sei alles in bester Ordnung“, sagte ein mit dem Dossier vertrauter Verteidigungspolitiker der F.A.Z. Nun soll das Verteidigungsministerium noch in dieser Woche die Notbremse ziehen und dem Milliardenprojekt ein Ende setzen, meldete die FAZ.

Die Bundeswehr hatte das unbemannte Fluggerät vom US-Rüstungskonzern Northrop Grumman gekauft. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sollte für die Drohne umrüsten. „Das ist ein großer Meilenstein auf dem Weg zum unbemannten Fliegen in Deutschland“, jubelte Stefan Zoller, der Vorstandsvorsitzende der EADS-Rüstungstochter Cassidian, bei einer Pressekonferenz zum Prestige-Projekt.

Die Drohne kann in bis zu 20 Kilometer Höhe ohne Zwischenlandung bis zu 6000 Kilometer zurücklegen.

  • rtr
  • jar
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7 Kommentare zu "Milliardenflop: Drohne „Euro Hawk“ wird nicht zugelassen"

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  • Also der erste Skandal ist natürlich, dass überhaupt so viel Steuergeld für das Militär ausgegeben wird, das möchte ich jetzt aber nicht weiter kommentieren.

    Viel skandalöser ist da die Art und Weise, wie durch anscheinend nicht ausreichend komepetente (höflich formuliert). In der Business-Welt ist es völlig normal <a href="http://imtech.com/DE/ict-at/software-loesungen/xo_Projektmanagement_.html">Projektmanagement</a> zu betreiben (auch bei weit kleineren Beträgen), bei Regierungsprojekten anscheinend nicht.

  • Wir brauchen in Deutschland und Europa keine Drohnen, wir brauchen Arbeitsplätze für die Jugend. Die Drohnen kann sich Karl Ernst Thomas de Maizière auf den Hut stecken.

  • Die Drohne wird nicht zugelassen, da es über keinen automatischen
    Schutz gegen Zusammenstösse in der Luft verfügt. Das sollte doch kein Problem sein so eine elektronische Einrichtung einzubauen. Wenn nicht ist der Kauf wieder ein Fall von Steuerverschendung und sollte bestraft werden.

  • Die Drophne wird wegen technischer Probleme nicht für flüge im deutschen Luftraum zugelassen, soweit ich weiß. Die Herstellerfirma hat das Geld der Bundeswehr für die Aufträge bekommen. Der Auftrag hat sich als ein Fehler erwiesen, alle Umrüstungen haben (das Luftfahrtbundesamt?) nicht davon überzeugen können, die Drohne für den deutschen Luftraum zuzulassen. Außerdem sind amerikanische Hersteller dafür bekannt, dass sie nach vertragsabschluss nicht mehr so sehr bereit sind, alle Daten und technischen Einzelheiten zu einer Technologie herauszurücken, wie sie das vor Vertragsabschluss versichern. Ich weiß nicht, inweiweit das auch hier der fall war. Möglicherweise könnte die Drohne außerhalnb von Deutschland auch eingesetzt werden

    Insgesamt kann man hier von Dummheit sprechen, auch von überzogenem Optimismus, aber Veruntreung? Welchen Nachweis haben Sie dafür dass "die" deutschen Politiker und Beamten sich hier Geld in die eigene Tasche gesteckt haben? Der Eurohawk ist in weiten Teilen neu, wesentliche Teile der Kosten waren Entwicklungskosten, wie der Presse schon seit Jahren zu entnehmen war. War möglicherweise eine Neuentwicklung mehr, die nicht hingehauen hat. Hätte man vielleicht früher die Notbremse ziehen sollen. Von Veruntreuung sollte man aber erst sprechen, wenn es dafür Belege gibt, zumal bei Geldern, die ein amerikanisches unternehmen bekommen hat, nicht das Bundesvergteidigungsministerium, das hat sie nur bezahlt.

  • Den Jubel Zollers und diesen selbst gibt es schon lange nicht mehr bei EADS-Cassidian. Laut dpa von heute mittag liegen dieser ein eindeutiger Bericht aus Regierungskreisen zur Problematik vor.

  • Mich interessiert:
    1. Wer verweigert die Zulassung?
    2. Warum wird sie nicht erteilt?

  • Unsere kriminellen Beamten und Politiker veruntreuen unsere Steuergelder und bekommen dafür auch noch Geld. In den Knast mit den Verbrechern!

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