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Milliardenprojekte Altmaier setzt auf Neuanfang mit Saudi-Arabien

Deutschland und Saudi-Arabien wollen eine politische Annäherung wagen – damit steigen auch wieder die Chancen für die deutsche Wirtschaft am Golf.
18.12.2019 - 19:00 Uhr Kommentieren
Während das Land am Golf weiter stark von der Ölkonjunktur abhängig ist, geht es im Nicht-Ölsektor voran. Quelle: dpa
Ölförderung in Saudi Arabien

Während das Land am Golf weiter stark von der Ölkonjunktur abhängig ist, geht es im Nicht-Ölsektor voran.

(Foto: dpa)

Berlin, Riad Deutschland und Saudi-Arabien wollen sich politisch und wirtschaftlich wieder näherkommen. Er sei „extrem traurig über die Konsequenzen durch Fehler auf beiden Seiten“ gewesen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch bei der Sitzung der Saudisch-Deutschen Wirtschaftskommission in Berlin. Seit 2015 hatte sie nicht mehr getagt, im Zuge der Katarkrise 2017 hatte Saudi-Arabien sogar seinen Botschafter aus Berlin abgezogen.

Denn Altmaiers Vorgänger Sigmar Gabriel (SPD) hatte Riad „Abenteurertum“ vorgeworfen wegen der Blockade Katars und des robusten Vorgehens im Libanon. SPD und Union haben in ihrem Koalitionsvertrag sogar deutsche Rüstungsexporte an am Jemenkrieg beteiligte Länder – allen voran Saudi-Arabien – untersagt.

Die Regierung in Riad war äußerst verstimmt. Nun keimt nicht nur bei Altmaier die Hoffnung auf, dass „wir auf gutem Weg sind beim Erreichen einer neuen Stufe unserer Beziehung“. Dabei florierten die „wirtschaftlichen Beziehungen immer dann, wenn auch das politische Verhältnis gut ist“. Die deutschen Exporte, die 2015 mit 9,9 Milliarden Euro einen Rekord erreicht hatten, sind seither deutlich gefallen. In diesem Jahr drohen sie erstmals wieder die Marke von sechs Milliarden Euro zu unterschreiten.

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Auch der saudische Finanzminister Mohammed Al-Dschadan, der mit 100 Unternehmern und Behördenvertretern angereist ist, will diesen Trend umkehren. Er sehe „vor allem in unserer ‚Vision 2030‘, den begonnenen sehr tief greifenden Reformen, eine gute Chance dafür“. Bereits zuvor hatte er in einem Handelsblatt-Interview deutsche Unternehmen zu verstärktem Engagement in seinem Land aufgerufen.

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    Helene Rang vom Nah- und Mittelost-Verein (Numov) der deutschen Wirtschaft betont, dass es „durch die begonnene Liberalisierung in Saudi-Arabien inzwischen so gute Möglichkeiten wie seit Jahren nicht für deutsche Firmen“ gebe. In dem bisher erzkonservativ-islamischen Königreich wurde es Frauen gestattet, Auto zu fahren und frei zu reisen, Unternehmensgründungen wurden stark vereinfacht, der Privatsektor wird massiv gefördert, und die Regierung verfolgt einen Privatisierungskurs.

    Milliardenprojekte locken in die Wüste

    Saudi-Arabiens Wirtschaftsdaten sind durchwachsen: Während das Land weiter stark von der Ölkonjunktur abhängig ist und die Rohölförderung zur Stabilisierung des Ölpreises reduziert hat, geht es im Nicht-Ölsektor voran: Das Land erlebe dabei inzwischen die „höchsten Zuwachsraten seit 2015“, loben die Analysten von IHS Markit. Allerdings bleibe die Arbeitslosigkeit im Land mit der größten Bevölkerung aller arabischen Golfstaaten mit über zwölf Prozent weiter erschreckend hoch.

    Deshalb will die größte Volkswirtschaft am Golf ihre Wirtschaft diversifizieren. Zuletzt hatte der mit 25,6 Milliarden Dollar weltgrößte Börsengang des saudischen Ölgiganten Saudi Aramco Geld in die Kasse des „Public Investment Fund“ (PIF) gebracht. Mittelfristig soll der PIF zum weltgrößten Staatsfonds mit zwei Billionen Dollar an Kapital und Beteiligungen werden. Mit diesem Geld kauft sich Saudi-Arabien global Milliardenanteile am „Softbank Vision Fund“ oder am Fahrdienstleister Uber.

    Vor allem aber will Saudi-Arabien, wie Finanzminister und PIF-Aufsichtsrat Al-Dschadan betonte, mit den PIF-Milliarden viele Jobs in für das Land völlig neuen Branchen schaffen. Dazu werden ein Luxusresort an der bisher unberührten saudischen Küste des Roten Meeres so groß wie Belgien, die neue Megastadt Neom größer als Mecklenburg-Vorpommern, eine Entertainment-Metropole namens Qiddiya und mehrere neue Industriezentren gebaut sowie das – mindestens kurzfristig – höchste Haus der Welt.

    Diese „Vision 2030“ genannte Diversifizierung eröffne gerade deutschen Mittelständlern und Nischenweltmeistern eine „neue Allee des Handels“, versprach der saudische Unternehmer Khalid Al-Juffali, der Besitzer der milliardenschweren Juffali-Familienholding.

    Mehr: Der saudische Finanzminister ruft deutsche Firmen zu stärkerem Engagement am Golf auf: Mohammed Al-Dschadan im Interview.

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