Nachgerechnet Was die Griechen-Pleite jeden Deutschen kosten würde

In Athen wird aktuell weiter um den Schuldenschnitt gerungen. Doch immer mehr Politiker aus der Euro-Zone rechnen mit einer Pleite Griechenlands. Ein kompletter Zahlungsausfall käme auch die deutschen Bürger teuer.
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Die Rechnung bitte: Eine Pleite Griechenlands würden jeden Deutschen 475 Euro kosten - mindestens. Quelle: Getty Images

Die Rechnung bitte: Eine Pleite Griechenlands würden jeden Deutschen 475 Euro kosten - mindestens.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfFür Griechenland wird es eng. Eine Pleite ist längst kein Tabu-Thema mehr, das hat am Wochenende sogar der sonst so diplomatische Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker deutlich gemacht. Sollte Griechenland die nötigen Reformen nicht umsetzen, könne es nicht erwarten, „dass weitere Solidaritätsleistungen von den anderen erbracht werden“, sagte der Luxemburgische Regierungschef.

Anfang der Woche dann machten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ihrem Ärger Luft: Sie forderten die griechische Regierung und alle Parteien in Athen ultimativ auf, die zugesagten Reformen bedingungslos und zügig umzusetzen. „Die Zeit drängt und deshalb muss schnell etwas geschehen“, sagte Merkel.

Die griechischen Politiker sollen sich unmissverständlich und über Parteigrenzen hinweg zu dem harten Sparkurs bekennen, den die Troika aus EU, EZB und IWF dem Land verordnet hat. Außerdem muss die Regierung die Verhandlungen mit den Privatgläubigern über einen Schuldenschnitt endlich zum Abschluss bringen. Zuletzt standen die Zeichen auf Einigung - ein Abschluss der Verhandlungen wird für Mittwoch oder Donnerstag erwartet.

Doch selbst wenn beide Bedingungen erfüllt werden, ist Griechenland noch lange nicht gerettet. Schon oft haben die Euro-Retter vorzeitig den Durchbruch verkündet, und genauso oft stellte sich im Nachhinein heraus, dass ihre Rettungspläne nicht ausreichten. Inzwischen spielen daher immer mehr Ökonomen den Ernstfall durch. Würde der Hellas-Bankrott tatsächlich die ganze Welt in eine Krise stürzen, wie Citigroup-Chefökonom Willem Buiter gewarnt hat?

Schon am 20. März könnte es eine Antwort auf diese Frage geben, denn an diesem Tag werden Griechenland-Anleihen im Wert von 15 Milliarden Euro fällig. Ist die Griechenland-Rettung bis dahin nicht unter Dach und Fach, bliebe der Regierung in Athen wohl keine andere Wahl mehr, als einen Zahlungsstopp für die Staatsschulden zu verkünden. Das Land wäre pleite.

Ein Bankrott hätte für die griechische Bevölkerung dramatische Folgen. Der Staat wäre kaum noch in der Lage, weiter in vollem Umfang die Gehälter an Lehrer, Polizisten und andere Beamte zu bezahlen. Auch staatliche Auftragnehmer wie zum Beispiel Baufirmen müssten um ihre Außenstände bangen. 

Am heftigsten aber würde ein Zahlungsstopp die griechischen Banken treffen. Mit etwa 40 Milliarden Euro halten sie die meisten hellenischen Anleihen und würden die nötigen Abschreibungen bei einem Totalausfall kaum verkraften.

Rückkehr der Drachme
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119 Kommentare zu "Mit 475 Euro sind Sie dabei: Was die Griechen-Pleite jeden Deutschen kosten würde"

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  • Was passiert mit den Börsen weltweit gesehen.

  • Da war Siemens günstiger.

    Die Siemens-Griechen-Korruption brachte 2 MRD an EU Strafe ein.

  • "Was die Griechen-Pleite jeden Deutschen kosten würde", was für eine Aussage. Da müsste stehen "Was die Griechen-Pleite jeden Deutschen bis jetzt gekostet hat". Fest steht das Grichenland pleite geht. All die Verhandlungen die jetzt gerade noch laufen sind doch nur dazu da um den "normalbürger" zu sagen das wir noch alles unter Kontrolle haben. Die einzige Frage ist nun nur noch wie lange es dauert bis das System zusamennbricht. Denn selbst wenn Griechenland gerettet werden sollte, was ziemlich unrealistisch ist, was ist dann mit den anderen bankrotten EU-Ländern?

  • Eine alte Bank- und Börsenweisheit lautet: wirf niemals gutes Geld schlechtem Geld hinterher. Genau dies wird seit Monaten aber immer wieder getan.
    Wenn sichergestellt wäre, dass der leckgeschlagene Tanker Griechenland endlich sicher auf Grund gesetzt werden kann, so dass keine weitere Gefahr von ihm ausgeht, würde ich gerne meinen Anteil, aufgerundet auf 500 Euro, einzahlen! Danach möchte ich aber nichts mehr aus/über Griechenland hören und lesen.
    Bruno1958

  • Ich bin dabei. Genau so muß es gehen. Ich bin aber leider pessimistisch: Der Euro wurde doch von der Politik geschaffen, um die Verantwortlichkeiten für die rasant steigenden Staatsschulden für den Wähler immer intransparenter zu gestalten. Länderfinanzausgleich im Großen. Eine Frau Kraft konnte auch nur vom (Landes-)Verfassungsgericht gestoppt werden, NRW mit noch gewaltigeren Schulden - natürlich nur für "gute Dinge" - zu belasten...

  • 38 Mrd € : 80 Mio Einwohner = 475 € / Kopf.
    Übrigens: Unsere eigenen Staatsschulden liegen bei unge-fähr 15 T€/Kopf offiziell und alles incl (Schattenhaus-halte, Verpflichtungen aus den Sozialsystemen etc.) bei 30 T€ / Kopf. Die Frage, welche Privatvermögen/Kopf es in einem Land gibt, ist dagegen eine ganz andere - soviel ich weiß, liegt Griechenland hier weit vorn und D im untersten Drittel. Und eine Dritte, wie das Privatvermögen verteilt ist. Wir sind, trotz vielerlei Kritik aus allen möglichen Ecken, eines der egalitär-sten Länder der Welt. Das ist ein bedenklicher Zustand!

  • Endlich ist "die Katze aus dem Sack", womit wieder eine kalkulirbar Grundlage gegeben wäre - anders als bei einem "weiter so..".
    Im übrigen haben die internationalen Gläubigerbanken auch den Zahlungsausfall Argentiniens wegstecken können.

  • Bevor wir ausrechnen was eine griechische Pleite jeden einzelnen Deutschen kosten würde, sollten wir uns noch einmal an die Fernsehinterviews vor der Abstimmung über den Rettungsschirm durch den deutschen Bundestag erinnern.

    Sie erinnern sich auch noch, dass Abgeordnete nicht wussten über was sie anschließend abstimmten?

    Wenn ich allabendlich die Bilder in den Nachrichten sehe und feststelle, dass nur einmal 20 bis 25 Abgeordnete im Bundestag sitzen, dann müssen wir die Frage aufwerfen, ob wir einen solchen Bundestag noch brauchen.

    Es ist sicherlich nicht richtig zu fordern, dass der deutsche Bundestag abgeschafft werden muss. Wenn man diese zweifellos historische Errungenschaft nicht in Frage stellen will und sollte, dann müssen wir uns Gedanken darüber machen wie wir wieder ordentliche Abgeordnete in den Saal bekommen.

    Sicher, die Griechen sind das Problem, aber wir haben auch unser eigenes Problem und für das sind wir und nicht die Griechen verantwortlich.

  • das ist der deutsche Michel der so träge ist wie kein andres Volk in Europa, wenn es um Demonstration geht. Die haben alle Schiss vor der Staatsgewalt und der Überwachung jeden einzelnen. Aber auf der andren Seite lieben sie dann die Überwachung am besten in jedem Bahnhof oder Zug oder öffentlichen Platz und Straße wegen ihrem übertriebenen Sicherheitsbedürfnis, dass von den Medien (gesteuert von den Politikern)geschürt wird.

  • Geld ist lediglich befristetes Vertrauen aus Zellstoff!

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