„Mit Russland reden wir nicht“ Ukrainischer Oligarch fordert EU-Sanktionen

Petro Poroschenko spricht sich für vorgezogene Neuwahlen und eine Verfassungsänderung aus. Der ukrainische Großunternehmer stellt sich damit offen gegen Präsident Janukowitsch und unterstützt die Opposition.
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Petro Poroschenko (Archivbild), Besitzer des Großkonzerns Roshen, meldet sich zur politischen Krise zu Wort. Quelle: Picture Alliance

Petro Poroschenko (Archivbild), Besitzer des Großkonzerns Roshen, meldet sich zur politischen Krise zu Wort.

(Foto: Picture Alliance)

KiewDer einflussreiche ukrainische Oligarch Petro Poroschenko verlangt EU-Sanktionen gegen Präsident Viktor Janukowitsch und fordert Hilfen aus Europa - wirtschaftliche, finanzielle und mittels Sanktionen gegen regime-treue Vertreter. Wegen der anhaltenden Verhaftungen und Folterungen im Land „brauchen wir eine Politik von Zuckerbrot und Peitsche“, verlangte Poroschenko im „Handelsblatt“-Interview (Dienstags-Ausgabe): „Die EU sollte einen umfassenden Plan für Wirtschaftshilfen für die Ukraine vorlegen, den Ukrainern Visafreiheit anbieten. Und es sollte zugleich deutlich gemacht werden, dass diejenigen, die für diese Verbrechen verantwortlich sind, bestraft werden.“ Bei den geforderten EU-Sanktionen „geht ja nicht um Strafmaßnahmen gegen das Land, das Volk, sondern darum, die Machthaber von weiteren Gewalttaten abzuhalten. Eine massive Eskalation der Gewalt in Kiew muss gestoppt werden.“

Petro Poroschenko, 48, ist einer der drei einflussreichsten Oligarchen der Ukraine und der einzige, der offen die Opposition unterstützt – als Abgeordneter in der Rada sowie als Besitzer des kritischen TV-Senders „5. Kanal“. Er forderte im „Handelsblatt“ auch eine Verfassungs-Änderung durch Rückkehr zur von Janukowitsch abgeänderten Konstitution von 2004 sowie „ein Datum für vorgezogene Neuwahlen“, sagte der Großunternehmer. Die Produkte seines Süßwarenkonzerns „Roshen“ waren auf dem Höhepunkt des Handelskrieges zwischen Russland und der Ukraine, mit dem Moskau Kiew von einer vereinbarten EU-Assoziierung bbrachte, nicht mehr ins Nachbarland gelassen worden.

Poroschenko zeigte sich auch offen für Pläne aus der EU und dem deutschen Auswärtigen Amt, dass Brüssel mit der Ukraine und Russland verhandele: Er unterstütze Gespräche „mit jedem, der etwas erreichen kann. Allein mit Russland reden wir nicht. Aber gern zusammen mit der Uno, der EU, den USA“.

  • mbr
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    Die EU ist selbst pleite wie kann sie dann noch Wirtschaftshilfen an die Ukraine geben .

    Steineier droht mit Sanktionen ,ja will denn Merkel die Gas-u.Öllieferungen an die Ukraine stopppen ,welch ein Witz .

    Die EU u. Deutschland ist selbst ein Bankrottladen die nur noch über existenzzielle Schulden verfügen .
    Will der Schuldenproduzent Schäuble das deutsche Volk noch mehr in die Verschuldung treiben .

    Was interessiert uns die Ukraine ,die mehr russisch als
    westlich funktionieren .

    Die Großkotzregierung Merkel kann es einfach nicht lassen ihre angebliche Großmacht zu präsentieren. Dabei ist DE global ein Ministaat u. militätärisch ohne jegliche Bedeutung .

    Sollte Putin wieder auf Kalten Krieg schalten , dann ist die EUdSSR mit Deutschland wieder am Bettelstab.

    Die Größenwahnsinnigen Merkel u. Co.wissen nicht was sie tun .Wenn Putin will ,ist doch die EU bis zum Atlantik plattgemacht .

    Also liebe EUDSSR u.Frau Merkel schön die Füße stillhalten sonst geht der Schuß nach hinten los.

    Die Kriegstreiber Oligarchen mit Klitschkowa etc.aus dem Land jagen ist die einzige sinnvolle Revolution.

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  • Wieder ein Oligarch, der sich durch die EU weitere Profite erhofft!
    Was sagen eigentlich die anderen 54 Mio. Ukrainer? Oder zählen in der EU und in den Medien nur die Stimmen der korrupten Geldsäcke?

  • HB

    Ihre Netiquette ist kein Argument ! Es ist ihre Löschorgie, wenn sie nicht mitreden können !

  • @novaris"der dieb..."
    war in 2012 an einer berufsschule in der nähe von odessa 4 wochen im einsatz und schon damals haben die ukrainer mit denen ich kontakt hatte und die durch verschiedene eu-länderbesuch eine westlich-affinine einstellung hatten sich gewundert warum der westen sich so auf die person fr. timoschenko kapriziert. sie meinten, die ukrainer haben schon gewußt warum diese frau nicht wiedergewählt wurde!
    z.B.geflossenen eu-gelder kamen nicht in den unteren strukturen des landes, ob schulen oder infrastukturen wie strassen, an. insofern ist dem kommentar aus meiner sicht ein gewisser stellenwert in der diskussion zuzugestehen. vor allem weil diese von mir erlebte meinung, geäussert vom fahrer bis zum unidozenten, keinen widerhall in unseren medien fand.

  • @Leser

    Was sollen die Schreiber des HB denn machen ? Sie sind nun mal weisungsgebunden. Haben wir doch bei Syrien schon erlebt, nun ist es die Ukraine. Die EU-Diktatur soll sich im Auftrag der USA weiter ausbreiten, da müssen die Systemmedien gehorchen und artig manipulieren.

  • Syrien wiederholt sich und man kann nur hoffen, dass die bezahlten Terroristen nicht auch usn dann in die Suppe spucken.

    Seit Syrien ist klar, dass Amerika seine besten Zeiten hinter sich hat und vom Kriegstreiber Israel spricht kaum noch einer.

  • @novaris"der dieb ruft..."
    in 2012 war ich 4 wochen an einer berufsschule in der nähe von odessa im einsatz. schon damals haben mich die an sich dem westen zugeneigten ukrainer mit denen ich kontakt hatte und die auch durch verschiedene länderbesuche in der eu als informiert man bezeichnen kann gefragt, warum sich der westen so sehr auf fr. timoschenko kapriziert, die ukrainer hätten schon gewußt warum man sie abgewählt habe. von den geflossenen eu-geldern seien z.B. in den stattlichen unteren strukturen wie schulen oder infrastrukturen wie straßen nichts angekommen. davon wird in unseren medien nicht gesprochen

  • Zitat : „brauchen wir eine Politik von Zuckerbrot und Peitsche“, verlangte Poroschenko im „Handelsblatt“-Interview (Dienstags-Ausgabe):

    - nun ist es OFFENSICHTLICH :

    das Handelsblatt hat Partei für Oligarchen bezogen.......
    [...]! Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Der Dieb ruft :"Haltet den Dieb"
    Hier ein Fernsehinterview vom 19.02.2010 :
    "Mit ihrer Klage gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl zeigt Regierungschefin Julia Timoschenko laut dem gehenden Staatschef Viktor Juschtschenko ihre Respektlosigkeit vor dem Gesetz und dem Willen der Wähler. In einem Interview für den Fernsehsender Inter kritisierte Juschtschenko Timoschenkos Versuch, das Wahlergebnis in Zweifel zu ziehen. Es handle sich um „Respektlosigkeit vor dem Gesetz und um die Missachtung des Willens der Wähler". „Ich werde alles tun, damit wir diese Herausforderungen im Rahmen des Gesetzes bewältigen werden." Bei der jüngsten Präsidentenwahl in der Ukraine hatte der Vorsitzende der oppositionellen Partei der Regionen, Viktor Janukowitsch, gesiegt. Bei der Stichwahl setzte er sich nach Angaben der Wahlbehörde mit 48,95 Prozent gegen Regierungschefin Julia Timoschenko (45,47 Prozent) durch. Obwohl internationale Beobachter die Wahl als frei und fair bezeichneten, sprach Timoschenko von Manipulationen und focht das Wahlergebnis gerichtlich an. In ihrer Klage an das Oberste Verwaltungsgericht forderte sie, Janukowitschs Wahlsieg zu annullieren und eine Wiederholungswahl auszuschreiben. Am 17. Februar setzte das Gericht den Beschluss der Wahlbehörde vorübergehend aus, um Timoschenkos Klage zu verhandeln. Der jetzige Präsident Juschtschenko, der noch beim ersten Urnengang gescheitert war, hält die Wahl für demokratisch.

    Janukowitsch stimmt Neuwahlen zu, wenn es keine andere demokratische Lösung geben sollte.
    Frage : Wird dann solange gewählt, bis der EU das Ergebnis passt ? ähnlich der Wählerei in Irland ??
    Die Lösung ist, lt. Alt-Kanzler Schröder, die Beteiligung Russlands und der EU an Verhandlungen.

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