Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Mittelständler wagen den Sprung Russland lockt mit großem Markt

Seite 2 von 2:

Zu unzureichender Erkundung der russischen Regionen, fehlender Überprüfung der Joint-Venture-Partner oder schlicht katastrophaler Kontrolle kommen landestypische Probleme: So soll dem österreichischen Baumaterialien-Hersteller Wolf Systembau GmbH mittels gefälschter Papiere das russische Gemeinschaftsunternehmen entzogen werden. Jetzt müssen Gerichte bemüht werden. „Ein Problem, das in Russland oft vorkommt, aber jetzt erstmals mit ausländischen Partnern“, umreißt der zuständige Anwalt in Moskau, Björn Paulsen, von der Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz den Fall. Es sei „ein russisches Problem“ aufgetaucht, „das sich aber auf gerichtlichem Wege inzwischen zurückdrehen lässt“.

Allerdings hat der Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, zur Vorsicht bei Investitionen gemahnt: „Die Rechts- und Investitionssicherheit ist derzeit und sicher auch im nächsten Jahr eher in Gefahr“, warnte er vor dem Hintergrund der faktischen Teilenteignung des Ölkonzerns Yukos. Selbst notorische Russland-Liebhaber wie Mark Mobius von der Fondsgesellschaft Templeton werden inzwischen zurückhaltender: „Ich bin weiter in Bullen-Stimmung für den russischen Markt, aber inzwischen vorsichtiger“, sagt der mächtige Fondsmanager. „Die russischen Steuerbeamten sind außer Kontrolle geraten“, sagt er in Hinblick auf immer neue und rückwirkende Steuernachforderungen gegen in Russland ansässige Unternehmen.

Der am Montag wegen seiner scharfen Kritik am Putin-Kurs gefeuerte Wirtschaftsberater des Präsidenten, Andrej Illarionow, spricht von einem „Klima der Angst“, das sich unter Unternehmern verbreitet habe, wer als nächstes nach dem Ölbaron Michail Chodorkowskij in die Fänge der heimischen Justiz geraten könne. Präsident Putin sei bei „der Reinstallation einer Staatswirtschaft, was eine gewaltige verpasste Chance für das Land“ sei. Nur der Fondsmanager Bill Browder von Hermitage Capital in Moskau bleibt vollkommen unberührt: „Jeder liebt China, aber Aktien und Firmen sind da teuer und in Russland billig.“

Brexit 2019
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen