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EU-Kommissar Breton

Breton äußerte sich auf der DLD-Konferenz auch zum Streit um den Umgang mit Huawei.

(Foto: dpa)

Mobilfunknetz EU-Kommissar Breton: Europa hat alles, um bei 5G führend zu sein

Auf einer Konferenz stellt der für Industriepolitik zuständige EU-Kommissar klar: Strenge Sicherheitsregeln würden den Aufbau der 5G-Netze nicht bremsen.
20.01.2020 - 07:09 Uhr Kommentieren

München EU-Kommissar Thierry Breton will keine Kompromisse bei der Sicherheit von Netzen des superschnellen 5G-Datenfunks in Europa zulassen. „Wir werden klare Regeln aufstellen und jeder wird alle davon erfüllen müssen“, sagte Breton am Sonntag auf der Innovationskonferenz DLD in München. Mit der für 5G typischen Verlagerung der Rechenleistung an den Rand der Netze „wird jede Antenne zum potenziellen Angriffspunkt aus Sicht der Cybersicherheit“, warnte Breton.

Seine Äußerungen bezogen sich auf die aktuelle Debatte um die Teilnahme des chinesischen Netzwerk-Ausrüsters Huawei am Aufbau europäischer 5G-Netz. Die USA - und auch Huawei-Kritiker in Europa - verweisen auf Risiken wie Spionage oder Sabotage, weil das Unternehmen von der chinesischen Regierung unter Druck gesetzt werden könne. Huawei weist dies zurück. Als Argument für die Zulassung von Huawei wird oft angeführt, ohne Technik der Chinesen könnten die 5G-Netze aktuell nicht aufgebaut werden.

Breton trat dem entgegen. „Ich bin überzeugt, dass Europa alles in der Hand hat, um bei 5G führend zu sein.“ So seien europäische Unternehmen führend bei der Zahl der 5G-Patente. In Europa sind die beiden großen Telekom-Ausrüster Ericsson und Nokia zuhause.

Ein weiteres Problem sei, dass Software zum Betrieb von 5G-Netzen hochkomplex sei - „Kilometer um Kilometer Software-Code“. Bei dieser Komplexität seien zumindest in der Anfangszeit - unbeabsichtigte - Fehler in den Programmen wahrscheinlich, die wiederum ein Einfallstor für Angreifer bieten könnten, warnte Breton.

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    Große Netzbetreiber könnten die Sicherheit der Netze aus eigener Sicht überwachen, kleinere würden dies an Spezialisten auslagern müssen - wie etwa den Technik-Lieferanten. „Und natürlich wollen wir sicherstellen, dass das nach unseren Regeln geschieht“, zum Beispiel wenn es um Daten geht. „Ich bevorzuge, dass das in Europa, nach europäischen Gesetzen gemacht wird.“ Alle Anbieter seien bei 5G willkommen - aber müssten nach den dafür aufgestellten Regeln spielen.

    Bei einem möglichen Ausschluss des chinesischen Ausrüsters Huawei erwartet Breton keine Verzögerungen beim Aufbau des neuen 5G-Mobilfunknetzes. „Das Aufstellen strenger Sicherheitsbedingungen wird keine Verzögerungen bei der Einführung von 5G in Europa verursachen“, erklärte Breton. „Europa, Deutschland natürlich eingeschlossen, ist auf dem richtigen Weg. Wir sind und werden nicht zu spät kommen in Europa mit der Einführung von 5G.“

    Der EU-Kommissar widersprach damit indirekt Äußerungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer. „Ich sehe nicht, dass wir ein 5G-Netz in Deutschland ohne Beteiligung von Huawei kurzfristig errichten können“, hatte der CSU-Politiker am Wochenende in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gesagt. Würden chinesische Unternehmen ausgeschlossen, würde sich der Netzaufbau um mindestens fünf bis zehn Jahre verschieben.

    Mehr: Die SPD verliert im Streit um Huawei die Geduld mit der Union.

    • dpa
    • rtr
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