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Mögliche Radikalisierung Interpol-Generalsekretär warnt vor neuer IS-Terror-Welle

Laut Jürgen Stock könnten in wenigen Jahren Terror-Unterstützer, die derzeit relativ kurze Strafen absäßen, stärker radikalisiert aus dem Gefängnis kommen.
Update: 20.12.2018 - 11:30 Uhr Kommentieren
Eine Flagge des Islamischen States: Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock befürchtet eine neue Gewaltwelle. Quelle: Reuters
IS

Eine Flagge des Islamischen States: Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock befürchtet eine neue Gewaltwelle.

(Foto: Reuters)

Paris/BerlinVielen Ländern könnte nach Einschätzung von Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock eine zweite Welle islamistischen Terrors drohen. „Man könnte das auch Isis 2.0 nennen“, warnte Stock am Mittwoch in Paris und nutzte dabei mit „Isis“ eine englische Abkürzung für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Der Grund sei, dass viele verurteilte Terror-Unterstützer nur relativ kurze Gefängnisstrafen absäßen, weil sie nicht wegen eines konkreten Anschlags verurteilt worden seien. „Diese Generation der frühen Unterstützer wird in wenigen Jahren freigelassen“, sagte Stock.

Viele würden sich dann hoffentlich in die Gesellschaft integrieren. Aber Gefängnisse seien immer noch - wie man auch jüngst beim Straßburger Terroranschlag gesehen habe - ein wesentlicher Brutkasten für radikale Ideologien, sagte der Experte. Bei dem mutmaßlichen Attentäter von Straßburg, Chérif Chekatt, war im Gefängnis aufgefallen, dass er sich radikalisiert hatte.

Wenn der IS geografisch besiegt sei, würden diese Personen entweder versuchen, in andere Gebiete wie Südostasien oder Afrika zu ziehen, sagte Stock weiter. Möglich sei aber auch, dass sie in Europa blieben, um Angriffe zu verüben.

Der Generalbundesanwalt hat bisher gegen 52 Islamisten aus Deutschland Verfahren geführt, die sich Terrorgruppen in Syrien oder im Irak angeschlossen hatten. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervorgeht, halten sich 28 dieser Islamisten aktuell in Deutschland auf. Die meisten von ihnen wurden wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zu Haftstrafen zwischen zwei und sechs Jahren verurteilt. Damit dürften die ersten von ihnen inzwischen wieder auf freiem Fuß sein. Länger ins Gefängnis musste bisher nur ein ehemaliges Mitglied der Gruppierung Dschunud al-Scham aus Syrien, dem man einen Mord nachweisen konnte.

Aus Deutschland wurden nach Angaben der Bundesregierung in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 24 sogenannte Gefährder abgeschoben. Das sind radikale Islamisten, denen die Sicherheitsbehörden einen Terroranschlag zutrauen. Sechs von ihnen, darunter der mutmaßliche Ex-Leibwächter des früheren Al-Kaida-Anführers Osama bin Laden, Sami A., wurden nach Tunesien gebracht. Weitere Zielländer waren Afghanistan, Algerien, der Irak, der Libanon, Marokko, Serbien und die Türkei.

In Deutschland haben die Sicherheitsbehörden aktuell rund 760 islamistische Gefährder im Blick.

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  • dpa
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