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Mohammed bin Salman Der neue mächtige Mann in Saudi-Arabien

Der saudische König Salman krempelt die Thronfolge im Land um. Bislang war ein Cousin als Nachfolger auserkoren, doch am Mittwochabend soll dem Sohn und Wirtschafsreformer Mohammed bin Salman der Titel verliehen werden.
21.06.2017 - 08:50 Uhr 4 Kommentare

Saudi-Arabien tauscht Kronprinz aus

Riad Bislang war ein Cousin des saudischen Königs Salman als Thronfolger in dem arabischen Königreich vorgesehen. Doch jetzt will das Staatsoberhaupt seinen erst 31 Jahre alten Sohn Mohammed bin Salman zum neuen Kronprinzen Saudi-Arabiens küren. Damit scheint es sicher, dass der bisher als stellvertretende Kronprinz geltende bin Salman seinem Vater auf dem Thron in Riad nachfolgen wird.

Mohammed bin Salman ersetzt damit Mohammed bin Najef, der bislang die Stellung als erster Erbe der Thronfolge innehatte. Dies geht aus einem königlichen Erlass vor, den die staatliche Nachrichtenagentur Spa am Mittwoch veröffentlichte.

Die Entscheidung kommt nicht ganz überraschend: Mohammed bin Salman wurde von seinem Vater seit dessen Thronbesteigung 2015 in Stellung gebracht. Der vorher weitgehend unbekannte junge Mann wurde Verteidigungsminister des Landes, kümmert sich federführend um das Riesenprojekt „Vision 2030“, das die Wirtschaft des Landes umbauen soll, und vertritt seinen gebrechlichen Vater bereits bei wichtigen Auslandsreisen. Nur sein Alter war bislang als mögliches Hindernis für eine Nachfolge gesehen worden.

Dem arabischen Nachrichtenkanal Al-Arabija zufolge wurde die Entscheidung des Königs vom Nachfolgeausschuss des Landes mit 31 von 34 Stimmen bestätigt. Die Einführungszeremonie solle am Mittwochabend gehalten werden.

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    „Prinz Mohammed bin Salman ist seit seiner Nominierung zum stellvertretenden Kronprinzen der mächtige Mann in Saudi-Arabien“, sagt Ghanem Nuseibeh, Gründer der Beratungsfirma Cornerstone Global Associates. Er werde jetzt mit noch mehr Macht Reformen durchdrücken können. Denn die Erwartung, dass jemand Älteres Thronfolger werde, sei jetzt ausgeräumt.

    Bin Salman erhält damit zusätzliche Autorität, die Abhängigkeit des Königreichs vom Öl zu reduzieren. Dazu zählt der Teil-Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco, der derzeit mit Hochdruck vorangetrieben wird. Der neue Kronprinz ist nicht nur für die Wirtschaftsreformen zuständig, sondern als Verteidigungsminister auch für den Krieg gegen pro-iranische Rebellen im Jemen zuständig. Auch in der diplomatischen Krise zwischen einigen arabischen Staaten und Katar spielt der junge bin Salman eine Schlüsselrolle. „Auch wenn die Entscheidung nicht wirklich überraschend kommt, ist sie dennoch ein politisches Erdbeben“, so Amir Handjani vom Think Tank Atlantic Council.

    Saudi-Arabien kämpft wie einige andere Öl-Nationen derzeit mit den Folgen eines deutlich gefallenen Ölpreises. Trotz mit dem Ölkartell Opec abgestimmter Förderkürzungen für den Rohstoff, ist der Preis zuletzt deutlich unter Druck gewesen.

    • dpa
    • Bloomberg
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    4 Kommentare zu "Mohammed bin Salman: Der neue mächtige Mann in Saudi-Arabien"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Welt hatte schon einmal Hoffnung in einen jungen Präsidenten/ Herrscher gesetzt, zumal noch im Westen geschult (Universität ). In der aktuellen Lage sieht es in Syrien aber nicht nach Demokratisierung aus ( in welcher Form auch immer ).
      Ein junger König kann auch Nationen zerstören zumal der Islamismus eine große Rolle spielt. Nun ja, warten wir ab, in Deutschland ist der Einfluss der Saudis schon groß ( siehe Wirtschaft ) .
      Wir sollten also klug handeln -und vor allem nicht wieder schnell kontraproduktive politische Entscheidungen treffen.

    • @ Herr Lothar Bitschnau21.06.2017, 09:33 Uhr

      Das hat man in Nordkorea auch gedacht, als der jetzige Herrscher an die Macht kam.

    • Schön, wenn auch hier ein junger König einzieht.
      Dies kann ein Land erfrischen und deren Menschen.
      Darüber sollten auch die Kirchen einmal nachdenken.

    • Ein junger König in Saudi Arabien hat Vor- und Nachteile.

      Die Könige der letzten Jahrzehnte waren eher alt und senil. Die Politik Saudi Arabiens war demzufolge beständig, berechenbar an den Interessen des Landes ausgerichtet.

      Ein junger König lässt hoffen, dass dieser auf die Herausforderungen, einer rasch wachsende Bevölkerung die ein de facto "bedingungsloses Grundeinkommen" geniesst*, der Konfrontation mit dem Iran und Islamisten Lösungen findet und umsetzt.

      Risiken bestehen darin dass ein junger König analog anderer Herrscher der Region unbeständig abwegige Massnahmen ergreift, die durchdachte Familienpolitik angreift, die bislang recht intelligente Wirtschaftspolitik stört....


      *Traum vieler Ökosozialisten in Europa. Im Mittleren Osten ist dieser Traum in einigen Staaten dank externen Einkommens (Öl) und rechtloser ausländischer Arbeiter die alle unangenehmen Arbeiten machen de Facto Realität.

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