Mohammed bin Salman

Saudi-Arabiens Kronprinz lässt sich Kritik aus anderen Ländern nicht gefallen.

(Foto: dpa)

Mohammed bin Salman Saudi-Arabiens Kronprinz entgegnet Kanadas Kritik mit harten Bandagen

Saudi-Arabiens 32-jähriger Kronprinz Mohammed bin Salman reagiert heftig auf Kritik anderer Länder. Diesmal trifft es Kanada.
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Tel AvivDer selbstbewusste Kronprinz Saudi-Arabiens, Mohammed bin Salman, duldet keine Kritik. Besonders heftig reagiert er, wenn die Rüge von außen kommt. Das weist er als eine Verletzung der Souveränität des Königreichs schroff zurück. Wie scharf der De-facto-Herrscher des Wüstenreichs auf die „Einmischung von außen“ reagiert, muss jetzt Kanada erfahren.

Nachdem sich Außenministerin Chrystia Freeland für die Freilassung saudi-arabischer Frauenrechtlerinnen ausgesprochen hatte, ließ bin Salman, 32, zunächst den kanadischen Botschafter aus Riad ausweisen. Danach bestrafte der Kronprinz das nordamerikanische Land mit einer Vielzahl von Wirtschaftssanktionen.

Tausenden von saudi-arabischen Studenten und Patienten befahl er, Kanada zu verlassen, und wies die staatliche Airline an, das Land nicht mehr anzufliegen. Schließlich ordnete er an, die saudische Zentralbank und staatliche Fonds sollten alle kanadischen Wertpapiere und Vermögenswerte abstoßen – „was immer es auch kosten möge“.

Bei Geschäften von eigenem Interesse drückt bin Salman jedoch ein Auge zu. Denn gleichzeitig engagiert er sich mit seinem Public Investment Fund (PIF) beim E-Auto-Hersteller Tesla, dessen Chef Elon Musk unter anderem die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt. Musk erwägt, sich mit seiner Firma von der Börse zurückzuziehen.

Dabei könnte Saudi-Arabien einen Teil der Finanzierung übernehmen. Bereits in den vergangenen Monaten hat das Königreich an die fünf Prozent von Tesla übernommen. Damit sei Saudi-Arabien unter den acht größten Tesla-Investoren, schätzt „Bloomberg“.

Das Engagement reflektiert die Vision 2030, mit der Saudi-Arabien den Anschluss ans 21. Jahrhundert schaffen will. Hierfür berät bin Salman ein Deutscher: der ehemalige Siemens- und Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld. Ein schwieriger Job, denn die Realisierung der Vision kommt langsamer voran, als sich der ungeduldige Adlige wünscht. Kleinfeld muss den Balanceakt schaffen, die Vision anzutreiben – aber natürlich ohne zu viel Kritik zu üben.

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