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Mord an Boris Nemzow „Unser persönliches Risiko ist enorm gestiegen“

Leonid Wolkow ist Politiker, Geschäftsmann – und Mitorganisator des Gedenkmarschs für den ermordeten russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow. Das Handelsblatt sprach mit ihm kurz vor Beginn des Marschs in Moskau.
2 Kommentare

Überwachungsvideo zeigt Mord an Boris Nemzow

Herr Wolkow, Sie waren der Hauptorganisator des „Frühlingsmarsches“ der politischen Opposition in Moskau, bei dem Boris Nemzow in der ersten Reihe laufen sollte. Was empfinden Sie nach dem Mord an einem von Russlands berühmtesten Oppositionspolitikern?

Boris Tod ist unglaublich tragisch, für mich und für uns alle. Ich kannte ihn sehr gut, wir haben für die politische Opposition in Russland und vor allem gegen Korruption gekämpft. Mit seinem Mord beginnt jetzt eine neue Ära.

Wie meinen Sie das?

Bisher mussten wir vor allem mit Verhaftungen rechnen. Nun müssen wir uns an eine neue Wirklichkeit gewöhnen: Jeder von uns muss mit einer Ermordung rechnen.

Trotzdem wollen Sie weiter arbeiten. Haben Sie keine Angst?

Natürlich habe ich auch Angst, aber es geht jetzt erstmal darum, dass wir unser Risiko neu reflektieren müssen. Einige meiner Kollegen fragen sich schon, ob sie Personenschutz brauchen. Das ist die größte Veränderung nach Boris Tod: Unser persönliches Risiko ist enorm gestiegen.

Ihre erste Reaktion war es, den „Frühlingsmarsch“ abzusagen. Hätten Sie nicht sagen können: Jetzt erst recht?

Es ist sehr schade, weil wir mit 400 Freiwilligen mehr als eine Million Handzettel verteilt haben. Wir wollten ganz Moskau einladen, mit uns zu laufen. Aber der Marsch war fröhlich geplant: Grüne Fahnen, Beginn des Frühlings, Aufbruchsstimmung für die Freiheit. Das ist jetzt nicht mehr möglich, weil unser Freund erschossen wurde.

Deswegen haben Sie gestern Nachmittag den heutigen Trauermarsch organisiert. Russland hat ein strenges Demonstrationsrecht, wie waren Ihre Verhandlungen mit den Moskauer Behörden?

Schwierig. Wir mussten uns alle erstmal von dem Schock erholen, dann haben wir vier Stunden im Rathaus verhandelt. Aber auch Putins Beamten verstehen, was für ein hervorragender Mensch Boris war. Deswegen haben sie den Marsch im Zentrum von Moskau genehmigt. Wir erwarten 50.000 Menschen.

Wer läuft vorne mit?

Michail Kassjanow, der vier Jahre russischer Ministerpräsident war, ein sehr guter Freund von Boris. Außerdem Parteifreunde von Boris Oppositionspartei RPR-Parnas, deren Co-Vorsitzender er war.

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2 Kommentare zu "Mord an Boris Nemzow: „Unser persönliches Risiko ist enorm gestiegen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Вы наверно не знаете обстановку в России,Немцов не кому не мешал и убивать его не было смысла,тем более Путину.Но читая вашу прессу,можно сделать такой вывод.Вы очень далеки от реальных событий и это увеличивает пропасть между нами.Мнение на недостоверной информации даёт другой результат.Прискорбно что всё заканчивается убийством.

  • Auftragsmord an Boris Nemzow
    -------------
    Er war ein erklärter Putingegner. Deshalb musste er sterben.
    Wer wegen Putin ist, lebt gefährlich.
    Warlord Putin bezeichnete den Mord als "Provokation"!
    Er macht "westliche Kräfte" dafür verantwortlich.
    Die Anhänger Nemzows nannte er "Vaterlandsverräter".
    Die Opposition bezeichnete er als "Fünfte Kolonne der USA"!
    Der Fall wird wohl nie aufgeklärt, wie so viele politisch motivierte Morde.

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