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Mordermittlungen Frankreich will Arafats Leiche exhumieren lassen

2004 starb der frühere Palästinenser-Präsident Jassir Arafat in einem Pariser Krankenhaus. Nun will die französische Justiz die Leiche exhumieren lassen. Sie reagiert damit auf den Verdacht, dass Arafat vergiftet wurde.
05.09.2012 - 06:49 Uhr
Ein Mann reinigt das Porträt des früheren Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat in Ramallah. Quelle: AFP

Ein Mann reinigt das Porträt des früheren Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat in Ramallah.

(Foto: AFP)

Paris Die französische Justiz will den Leichnam des 2004 verstorbenen Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat Kreisen zufolge als Teil ihrer Mordermittlungen exhumieren lassen. Drei Beamte sollen nach Ramallah im Westjordanland reisen, wo sich Arafats Grab befindet, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Justizkreisen am Mittwoch. Nötig sei die Einwilligung Israels und der Palästinenser, wobei Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas bereits grünes Licht signalisiert habe. Arafats Witwe Suha teilte mit, ihr Anwalt sei von der Justiz darüber informiert worden, dass die notwendigen Schritte für eine Reise nach Ramallah eingeleitet worden seien.

Fast acht Jahre nach Arafats Tod hatten die Franzosen kürzlich Mordermittlungen eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft reagierte damit auf Mutmaßungen der Arafat-Witwe Suha, der in Obhut französischer Ärzte verstorbene Palästinenser-Chef sei vergiftet worden. Ein Schweizer Institut hatte in einem Gutachten in der Kleidung Arafats eine hohe Konzentration des radioaktiven Stoffs Polonium-210 gefunden.

Nach zweieinhalbjähriger israelischer Belagerung seines Amtssitzes hatte sich Arafats Gesundheitszustand im Oktober 2004 plötzlich so sehr verschlechtert, dass er schließlich in ein französisches Militärkrankenhaus gebracht wurde, wo er einen Monat später starb. Weil die Ärzte keine konkrete Todesursache nannten, kam rasch der Verdacht auf, es könne sich um eine Straftat gehandelt haben. Viele Araber verdächtigen Israel, hinter dem Tod Arafats zu stecken, was der jüdische Staat bestreitet.


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