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Mossul Fast befreite Stadt in Trümmern

Nach drei Jahren hat der Irak das bevorstehende Ende des IS-„Kalifats“ in Mossul verkündet. Doch die dreijährige Gewaltherrschaft der Terroristen hat in der Stadt tiefe Narben hinterlassen.
30.06.2017 - 13:00 Uhr Kommentieren
Ein Luftaufnahme zeigt den Ort der zerstörten Al-Nuri-Moschee in Mossul. Quelle: dpa
Zerstörte Al-Nuri-Moschee

Ein Luftaufnahme zeigt den Ort der zerstörten Al-Nuri-Moschee in Mossul.

(Foto: dpa)

Mossul Schüsse hallen durch die pockennarbigen Straßen von Mossul. Die Soldaten von Major Ihab Dschalil al-Abudi kämpfen Block für Block um die nordirakische Stadt. Zwischendurch helfen sie verängstigten Familien dabei, sich durch die Trümmer in Sicherheit zu bringen.

Reporter der Nachrichtenagentur AP begleiteten Al-Abudis Truppen drei Wochen im Mai beim Kampf gegen Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat in der Altstadt von Mossul. Der Einsatz war Teil einer im Oktober gestarteten groß angelegten Offensive, die nach Hoffnung irakischer Befehlshaber in den kommenden Tagen abgeschlossen sein soll.

Die Vertreibung des IS aus der zweitgrößten Stadt des Irak ist eine große Niederlage für die Extremisten, die vor drei Jahren weite Teile des Norden und Zentrum des Landes eingenommen hatten. Doch der Sieg hat zugleich einen hohen Preis für die Bewohner von Mossul und die Soldaten, die für eine Befreiung der Menschen von der Terrorherrschaft kämpfen.

Jahrhundertealte Moschee in Mossul gesprengt

An einem heißen Nachmittag hilft Al-Abudi einer Gruppe von Männern, Frauen und Kinder durch einen engen Fluchtkorridor, den seine Truppen freigekämpft haben. „Danken Sie Gott für Ihre Rettung“, sagt er immer wieder, während er die Zivilisten mit Trinkwasser versorgt. „Legt Eure Schleier ab“, ruft ein anderer Soldat, der den Frauen signalisieren will, dass sie nicht länger an die strikte Auslegung der Scharia durch den IS gebunden sind. Einen Tag, nachdem der Irak das Gebiet für befreit erklärt hatte, sind dort immer noch vereinzelt Schüsse und Explosionen von Luftangriffen der US-geführten Koalition zu hören. In den Straßen liegen die Leichen von IS-Kämpfern.

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    Al-Abudi ist bereits der vierte Kommandeur der Einheit seit Beginn der Mossul-Offensive vor acht Monaten. Einer seiner Vorgänger wurde im Kampf getötet, ein anderer verletzt. „Wir haben inzwischen mehr Erfahrung im Umgang mit Zivilisten in einem Kriegsgebiet“, sagt er. „Heute retten wir Zivilisten, während wir gleichzeitig gegen die Terroristen kämpfen.“ Seit Beginn der Schlacht um Mossul flüchteten mehr als 850 000 Bewohner aus ihren Häusern. Zehntausende weitere allerdings blieben trotz der heftigen Kämpfe in der Stadt.

    Wenige Blocks von der Front entfernt sucht Faisa Muhammed in ihrer Wohnung mit ihren Kindern und Enkeln Schutz. Unter der Wucht von Explosionen in der nahen Umgebung gingen dort sämtliche Fensterscheiben zu Bruch. Muhammeds kleiner Enkel Hadi wurde dabei verletzt und hält sich heute noch die Ohren zu, selbst wenn alles ruhig ist. „Das ist normal“, sagt Muhammed mit Blick auf die dreijährige leidvolle Erfahrung ihrer Familie mit der Herrschaft der Extremisten. „Sie haben uns zerstört.“

    • ap
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