Motorrad-Club „Nachtwölfe“ Polen rechtfertigt Einreiseverweigerung

Von Moskau bis nach Berlin wollten sie touren. Doch an der polnischen Grenze war Schluss für die Rocker des kremlnahen Motorradclus „Nachtwölfe“. Der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna sieht sich im Recht.
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Mit ihrer Motorradtour von Moskau bis nach Berlin wollten die Nachtwölfe den sowjetischen Opfern während des Zweiten Weltkriegs gedenken. Doch Polen verweigerte den Rockern die Einreise. Enden sollte die Tour am 9. Mai – an diesem Tag wird in Russland das Ende des Kriegs gefeiert. Quelle: AFP
„Nachtwölfe“ auf Gedenktour

Mit ihrer Motorradtour von Moskau bis nach Berlin wollten die Nachtwölfe den sowjetischen Opfern während des Zweiten Weltkriegs gedenken. Doch Polen verweigerte den Rockern die Einreise. Enden sollte die Tour am 9. Mai – an diesem Tag wird in Russland das Ende des Kriegs gefeiert.

(Foto: AFP)

Warschau/VilniusDer polnische Außenminister Grzegorz Schetyna hat die Einreiseverweigerung für Mitglieder des kremltreuen russischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ verteidigt. „Wir haben in zahlreichen Noten an die russische Botschaft auf fehlende Einzelheiten zur Trasse und den Übernachtungsorten hingewiesen. Es gab eine sehr aktive Korrespondenz, und die russische Seite weiß das“, sagte Schetyna am Mittwoch im polnischen Rundfunk.

Polen habe zahlreichen Russen, darunter auch Motorradfahrern, die Einreise gewährt, die nach Berlin fahren wollten, um die russischen Opfer des Zweiten Weltkriegs zu ehren. Die „Siegesfahrt“ der „Nachtwölfe“ von Moskau nach Berlin sei aber eine „Demonstration und politische Provokation“, sagte er. „Das dient nicht den polnisch-russischen Beziehungen.“

Polen verweigert den Nachtwölfen die Einreise
Nachtwölfe an der polnischen Grenze.
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Die polnischen Behörden haben den Teilnehmern der umstrittenen Motorradtour des russischen Rockerclubs „Nachtwölfe“ nach Berlin die Einreise nach Polen verweigert. An der weißrusssisch-polnischen Grenze im polnischen Terespol wurden die Rocker abgewiesen. Auch Berlin hatte den Wölfen bereits mit einem Einreiseverbot gedroht. Denn die deutsche Hauptstadt war das Ziel der umstrittenen Gruppe...

Hinter Gittern
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Die Gruppe habe nicht die formellen Kriterien zur Einreise erfüllt, meldete die polnische Agentur PAP. Zuvor seien die rund 20 Motorradfahrer von den polnischen Beamten am Grenzübergang Terespol stundenlang gefilzt worden, beklagte der Anführer des Trosses, Andrej Bobrowski.

Auf dem Weg nach Polen
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„Sie nehmen uns ganz schön in die Mangel, durchsuchen alle Sachen bis zu jedem T-Shirt, Schlüssel und Schraubendreher“, sagte er der Agentur Interfax. „Jeder von uns wird einzeln befragt.“ Zahlreiche polnische Motorradfahrer, die mit den „Nachtwölfen“ solidarisch sind, protestierten an der Grenze.

Nachtwölfe nicht erwünscht
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Hier hält ein polnischer Biker ein Schild mit der Aufschrift „Nachwölfe willkommen“ hoch. Das sahen die polnischen Behörden anders. Polen wie auch Deutschland hatten den „Nachtwölfen“ mit einem Einreiseverbot gedroht. Die Rocker waren dennoch am Wochenende zu einer „Siegestour“ in Richtung Berlin aufgebrochen, mit der sie an die Erfolge der Roten Armee im Kampf gegen Hitler-Deutschland erinnern wollen. Die polnische Regierung hatte die Tour als Provokation bezeichnet. Die Nachtwölfe gelten als Sympathisanten der prorussischen Separatisten in der Ostukraine.

Putin und die Biker
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Biker gelten als harte Kerle. Da machen die russischen Biker keine Ausnahme. Der Biker-Club „Die Nachtwölfe“ will auf einer Motorradtour von Moskau quer durch Ost- und Mitteleuropa bis nach Berlin den Weg der Sowjetarmee am Ende des Zweiten Weltkriegs nachfahren. „Ziel ist es, das Andenken an diejenigen zu ehren, die beim Kampf gegen den Faschismus gefallen sind“, sagte Organisator Andrej Bobrowski.

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Durch die Motorradtour, die am 25. April beginnen und am 9. Mai, dem in Russland begangenen Jahrestags des Kriegsendes, in der deutschen Hauptstadt enden soll, wollen die Biker demnach die „guten Beziehungen“ zwischen Russland und den durchquerten Ländern stärken. Besucht werden sollen dabei außer Deutschland noch Weißrussland, Polen, Tschechien, die Slowakei und Österreich.

Wladimir Putin und Nochniye Volki
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Die Nachtwölfe zeigen sich zwar regelmäßig an der Seite von Russlands Präsident Wladimir Putin, streiten aber jedes politische Engagement ab. „Wir sind keine Historiker, aber wir wollen die hunderttausenden von Zivilisten nicht in Vergessenheit geraten lassen, die im Krieg gestorben sind“, sagte Bobrowski. Er erwarte deshalb von allen, ihnen bei ihrer Aktion zu helfen, selbst von jenen, die diese nicht respektierten.

Angesichts der russischen Proteste gegen die polnische Entscheidung und Äußerungen des russischen Botschafters in Warschau, dies könne nicht ohne Folgen für die bilateralen Beziehungen bleiben, sprach sich Schetyna dafür aus, „die Sache als abgeschlossen anzusehen.“

Der litauische Grenzschutz wies unterdessen am Mittwoch vier russische und weißrussische Motorradfahrer an der Grenze ab, berichtete die Nachrichtenagentur BNS. Es gab keine Angaben, ob es sich um Mitglieder der „Nachtwölfe“ handelte. Seit Montag hatte Litauen acht weiteren Bikern die Einreise verweigert, einer von ihnen gehörte nach eigenen Angaben den „Nachtwölfen“ an.

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Motorrad-Club „Nachtwölfe“: Polen rechtfertigt Einreiseverweigerung"

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  • "Fehlende Aussagen zur Trasse, und Übernachtungsmöglichkeiten"
    Deutschland hat auch bereits erteile Visa für ungültig erklärt.

    Haben die Polen/Deutschen Angst, das diese Putintreuen hierzulande Asyl/H4 beantragen??

    Ich glaube kaum, dass diese Gruppe finanzielle Probleme haben.
    Wenn man aber dagegenhält, wer einreisen darf, kommt man auf ganz andere Ideen.

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