Muhammad Ali Erdogan nimmt doch nicht an Trauerfeier teil

Muhammad Ali wird in der islamischen Welt verehrt, weil er 1964 zum Islam konvertierte. An der Trauerfreier für die verstorbene Boxlegende wollte auch der türkische Präsident teilnehmen. Daraus wird aber doch nichts.

Erdogan verabschiedet sich von Muhammad Ali

IstanbulDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich kurzfristig gegen eine Teilnahme an der abschließenden Trauerfeier für Boxlegende Muhammad Ali in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky entschieden. Erdogan sei bereits am Donnerstagabend (Ortszeit) nach einer muslimischen Gebetszeremonie wieder Richtung Türkei abgereist, teilte das Präsidialamt in Ankara mit. Hintergrund waren offenbar schwere Differenzen mit den US-Organisatoren der Feierlichkeiten.

Erdogan wollte nach Informationen der Nachrichtenagentur Dogan bei der Trauerfeier ein Stück des mit Koran-Versen verzierten Stoffes aus der großen Moschee in Mekka auf Alis Sarg legen. Der türkische Präsident sei sehr gekränkt, weil ihm dies nicht gestattet worden sei, berichtete die Zeitung „Hürriyet“ am Freitag unter Berufung auf Mitarbeiter Erdogans. Darüber hinaus wollten Erdogan und der sunnitische Geistliche Mehmet Gomez bei der Zeremonie Koran-Verse vortragen, was ihnen laut Dogan ebenfalls nicht erlaubt worden sei.

Stationen einer Legende
25. Februar 1964 in Miami Beach: Cassius Clay vs. Sonny Liston
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Seit mehr als 30 Jahren litt Muhammad Ali (r.) an der Nervenkrankheit Parkinson. Nun ist die Boxerlegende, hier im Bild mit dem Aktivisten Malcolm X, im Alter von 74 Jahren verstorben. In seiner rund 25 Jahre andauernden Karriere lieferte er sich zahlreiche bedeutende Kämpfe, die in die Geschichte des Boxens eingingen – darunter seinen ersten WM-Fight gegen Sonny Liston. Im Vorfeld nannte Ali seinen Gegner einen „hässlichen braunen Bären“. Nicht nur durchs Boxen, sondern auch wegen seiner markigen Sprüche wurde Ali schnell zum Star. Er siegte durch ein technisches K.o. in der 7. Runde.

25. Mai in Lewiston: Ali vs. Sonny Liston
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Ein Jahr später kämpfte Ali erneut gegen Liston – und schickte seinen Herausforderer schon nach 105 Sekunden auf die Bretter. Der Schlag ging als „Phantom Punch“ in die Geschichte ein, eine nur scheinbar harmlose Rechte, die Liston wie aus dem Nichts erwischte. Nachdem er zu Boden ging, schrie Ali Liston an: „Stand up!“ – vergeblich.

8. März 1971 in New York: Ali vs. Joe Frazier
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Als „Kampf des Jahrhunderts“ ging das Duell zwischen Ali und Joe Frazier im März 1971 ein. Die Börse der beiden Boxer brach den damaligen Rekord – mit einem Wert von 2,5 Millionen US-Dollar. Beide Kämpfer waren zuvor unbesiegt. Am Ende galt das nur noch für Frazier: Ali, der im Bild einen Haken von Frazier verkraften muss, verlor nach 15 Runden nach Punkten.

31. März 1973 in San Diego: Ali vs. Ken Norton
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Gegen Ken Norton (l.) erlitt Ali 1973 seine zweite Niederlage – und wahrscheinlich auch seine schmerzhafteste. Norton brach Ali schon in der zweiten Runde den Kiefer. Doch die Legende kämpfte weiter. Am Ende musste sich Ali dennoch geschlagen geben und verlor mir einer zu zwei Richterstimmen.

30. Oktober 1974 in Kinshasa (Zaire): Ali vs. George Foreman
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Den wahrscheinlich berühmtesten Boxkampf der Geschichte lieferte sich Ali 1974 gegen den sieben Jahre jüngeren „Big George“ Foreman. Dem damals 32-jährigen Ali wurde von vielen Beobachtern ein schneller K.o. und das Ende seiner Karriere vorausgesagt. Am Ende kam es anders: Ali schickte Foreman, der keine langen Kämpfe gewöhnt war, in Runde acht auf die Bretter und entschied so den „Rumble in the Jungle“ für sich.

1. Oktober 1975 in Manila (Philippinen): Ali vs. Joe Frazier
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Legendär auch das Duell zwischen Frazier (l.) und Ali von 1975, genannt „Thrilla in Manila“: Bei Temperaturen weit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit lieferten sich die beiden einen der härtesten Kämpfe in der Boxgeschichte. In der letzten Runde warf Fraziers Trainer das Handtuch: „Jeder weitere Schlag hätte tödlich sein können.“ Nach seinem Sieg in der nicht klimatisierten Halle erlitt Ali unmittelbar einen Kollaps.

15. September 1978 in Louisiana: Ali vs. Leon Spinks
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Als erster Boxer überhaupt wurde Muhammad Ali drei Mal Weltmeister – das letzte Mal davon 1978 gegen Leon Spinks (l.), der ihn noch ein halbes Jahr zuvor sensationell bezwungen hatte. Ali gewann nach 15 Runden mit einem Sieg nach Punkten.

Die Tageszeitung „Hürriyet“ und die Agentur Dogan berichteten, es habe während Erdogans Aufenthalt in Louisville auch Auseinandersetzungen zwischen Leibwächtern Erdogans und Vertretern des US-Geheimdienstes gegeben.

Muhammad Ali wird in der islamischen Welt verehrt, weil er 1964 zum Islam konvertierte und sich Zeit seines Lebens für einen toleranten und friedfertigen Islam einsetzte. Erdogan sagte während seines Aufenthalts in Louisville, der Boxer sei „von Sieg zu Sieg“ geeilt und sei „eine Stimme der Unterdrückten und Opfer“ geworden.13690638

  • afp
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