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Munich Economic Summit Klimawandel: Die vergessene Katastrophe

Ab heute diskutieren Experten in München über den Klimawandel – ein Thema, das durch die Finanzkrise aus den Schlagzeilen verschwunden ist. Zu unrecht, wie viele Wissenschaftler betonen.
  • Hans C. Müller
Der Klimawandel gilt vielen Wissenschaftlern als größte Herausforderung unserer Zeit. Quelle: dpa

Der Klimawandel gilt vielen Wissenschaftlern als größte Herausforderung unserer Zeit.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Wenn Nick Bloom, Ökonomie-Professor im kalifornischen Stanford, über Klimawandel und Weltwirtschaftskrise redet, dann kann das schnell ein bisschen zynisch klingen. Oder ironisch. Dabei meint der Brite das gar nicht so.

„Einen großen Vorteil hat die Wirtschaftskrise“, sagt Bloom, die Rezession habe den Ausstoß von Treibhausgasen rapide gesenkt. „Da arbeiten Heerscharen von Forschern und Aktivisten jahrelang vergeblich daran, dass weniger Treibhausgas in die Atmosphäre geblasen wird“, wundert er sich. „Aber die Einzigen, denen das tatsächlich gelingt, sind die gierigen Wall-Street-Banker.“

Tatsächlich haben die Amerikaner zwischen 2007 und 2008 deutlich weniger Kohlendioxid (CO2) in die Luft gepustet: Die Emissionen sanken um fast drei Prozent. Solch einen großen Rückgang hat es seit Beginn der Statistiken über den CO2-Ausstoß noch nie gegeben. Fabriken produzieren in der Krise weniger, Flugzeuge bleiben am Boden, Frachter liegen leer vor Anker. All das senkt den Energieverbrauch – der CO2-Ausstoß ist eng an das Wirtschaftswachstum gekoppelt.

Gleichzeitig jedoch macht die Finanz- und Wirtschaftskrise den Klimaschützern das Leben schwer. Denn die öffentliche Debatte über den Kampf gegen die Erderwärmung ist in den vergangenen Monaten weitgehend zum Stillstand gekommen.

160 Wissenschaftler, Politiker und Unternehmer setzen heute und morgen in München einen wichtigen Kontrapunkt: Auf dem achten „Munich Economic Summit“ diskutieren sie zwei Tage über die besten Instrumente gegen die drohende Klimakatastrophe. „Klima und Energie – richtige Ziele, falscher Ansatz?“ heißt der Titel der Konferenz.

Der Münchener Kongress markiert den Beginn der heißen Vorbereitungsphase für den nächsten Klimagipfel der Vereinten Nationen in Kopenhagen. Am kommenden Sonntag beginnt in Bonn das nächste Treffen von Experten aus aller Welt zur Vorbereitung auf die Konferenz in Dänemark – sie haben noch exakt 192 Tage Zeit, bis im Dezember der Mammut-Gipfel in der dänischen Hauptstadt beginnt. Dort will die Weltgemeinschaft ein neues internationales Abkommen vereinbaren. Alle Teilnehmerstaaten sollen sich für die Zeit nach 2012 auf verbindliche Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen verpflichten. 5 000 Regierungsbeamte aus mehr als 200 Ländern reisen dafür nach Kopenhagen, dazu kommen noch einmal ähnlich viele Klimaaktivisten, Wissenschaftler und Journalisten.

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