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Mutmaßlicher Wahlbetrug Hunderte Frauen demonstrieren gegen Machthaber Lukaschenko

Erneut protestieren hunderte Frauen gegen den umstrittenen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Der hat zuletzt Demonstranten mit Gewalt gedroht.
31.10.2020 - 16:00 Uhr Kommentieren
„Wenn jemand einen Militärangehörigen berührt, muss er mindestens ohne Hände weggehen“, so Lukaschenko am Freitag. Quelle: AP
Demonstrantinnen bei einem Protest in dieser Woche

„Wenn jemand einen Militärangehörigen berührt, muss er mindestens ohne Hände weggehen“, so Lukaschenko am Freitag.

(Foto: AP)

Minsk Bei neuen Protesten in Weißrussland gegen Machthaber Alexander Lukaschenko sind wieder Hunderte Frauen auf die Straße gegangen. Ungeachtet eines großen Aufgebots der Polizei zogen sie am Samstag mit Blumen in den Händen durch die Hauptstadt Minsk.

Vor dem Untersuchungsgefängnis des Geheimdienstes KGB forderten sie die Freilassung politischer Gefangener. Dem traditionellen Marsch der Frauen schlossen sich diesmal Menschen mit einer Behinderung an. Auch in anderen Städten gab es Aktionen.

Frauen nehmen bei den Demonstrationen gegen den schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert regierenden Lukaschenko eine besondere Rolle ein. Seit Beginn der Proteste vor rund zwölf Wochen marschieren sie immer samstags durch viele Städte des zwischen Russland und EU-Mitglied Polen gelegenen Landes.

Zunächst nahmen die Sicherheitskräfte keine Demonstrantinnen in Gewahrsam. Das änderte sich später. Auch am Samstag gab es Festnahmen: Die Menschenrechtsgruppe Wesna sprach zunächst von zehn Festgenommenen.

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    Für diesen Sonntag (12.00 Uhr MEZ) hat die Opposition zu einer neuen Massendemonstration aufgerufen. Sie steht angesichts der zunehmenden Gewalt der Uniformierten unter dem Motto „Marsch gegen den Terror“.

    Seit Anfang August kommt es regelmäßig zu Protesten. Hintergrund ist die Präsidentenwahl, bei der sich Lukaschenko mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären ließ. Die Opposition hält dagegen die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja für die wahre Gewinnerin.

    Sie ist ins EU-Land Litauen geflohen. Die EU unterstützt Lukaschenkos Gegner und erkennt ihn nicht mehr als Präsidenten an. Unterstützung erhält der Präsident aus Russland.

    Tichanowskaja: Regime wird immer schwächer

    Tichanowskaja sagte in einer Video-Botschaft mit Blick auf die Streiks der vergangenen Tage und die wochenlangen Proteste: „Während die Menschen diese schwierigen, aber wichtigen Siege erringen, wird das Regime immer schwächer.“

    Lukaschenko spielte am Samstag Eishockey, wie mehrere Medienberichten. Anhänger fuhren in einem Autokorso durch Minsk. Solche Aktionen sind im Gegensatz zu den Demonstrationen der Opposition erlaubt.

    Mehr: Weißrussische Oppositionelle Tichanowskaja: „Angela Merkel kann sehr hilfreich sein“

    • dpa
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