Myanmar Was Facebook mit der Vertreibung der Rohingya zu tun hat

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Warum Facebook allgegenwärtig ist

Für viele Myanmarer ist das Soziale Netzwerk mit dem Internet identisch: Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Myanmar Online Advertising ist Facebook für 65 Prozent auch der beliebteste Browser, darauf folgt Googles Chrome mit 20 Prozent.

Vor allem ultra-nationalistische buddhistische Mönche nutzen laut den Vereinten Nationen nun die Plattform, um Stimmung gegen Muslime und andere Minderheiten zu machen. Doch selbst ein Berater von De-Facto-Staatschefin Aung San Suu Kyi verbreitete auf Facebook und Twitter schon Bilder, die angeblich Rohingyas dabei zeigen wie sie ihre Häuser selbst anzünden würden. Später löschte er Postings wieder.

Menschenrechtsorganisationen fordern Facebook deswegen auf, die Inhalte stärker zu überwachen. „Facebook darf kein abwesender Hausbesitzer sein, wenn die Bewohner Feuerzeug und Benzin haben, um das gesamte Haus abzufackeln“, beklagte zuletzt Phil Robertsen, Vize-Chef von Human Rights Watch Asien.

Nutzer können auf Facebook fragliche Postings melden. Anschließend werden die Inhalte von Mitarbeitern des Konzerns überprüft und gegebenenfalls gelöscht. Besonders auffällige User schließt das Netzwerk dauerhaft aus. Oft passiert das jedoch erst mit langen Verzögerungen.

Ein Facebook-Sprecher verteidigte sich gegen die Kritik. Es habe „klare Regeln“ gegen Hassreden und die Aufstachelung von Gewalt. Man wolle dabei jedoch noch besser werden. „Wir arbeiten mit lokalen Gemeinschaften und Nichtregierungsorganisationen zusammen, um das Bewusstsein für unsere Richtlinien und den Berichterstattungsprozess zu erhöhen“, sagte der Sprecher.

Tatsächlich ist das Unternehmen nicht ganz untätig: Im vergangenen Jahr verbot das Netzwerk das Wort „Kalar“ – eine herablassende burmesische Bezeichnung für Muslime. Die Entscheidung zeigt aber auch, welche Balanceakte Facebook hier eingehen muss. Nutzer warfen dem Netzwerk vor, die freie Rede einzuschränken.

Im Februar schloss das Netzwerk den ultra-nationalistischen Mönch Anshin Wirathu aus, der mehrfach gegen Muslime hetzte. Er war zuvor schon einmal aus dem Netzwerk gesperrt worden. Der Mönch kündigte aber bereits an, sich nicht entmutigen zu lassen: Künftig werde er sich verstärkt über YouTube und Twitter äußern.

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